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Politik in Friedberg

16.08.2019

Es bleibt bei 30 Stadträten in Friedberg

Auch weiterhin nehmen 30 Stadträte und der Bürgermeister Platz im Sitzungssaal des Friedberger Rathauses. Die Stadt ist nicht so stark gewachsen, dass das Gremium vergrößert werden müsste.

Plus Das Statistische Landesamt zählt genau 28841 Einwohner in Friedberg. Warum dies bei den Fraktionen und Gruppierungen im Rathaus für Erleichterung sorgt.

Es bleibt dabei: Auch der nächste Stadtrat, der im Mai 2020 seine Arbeit aufnimmt, hat voraussichtlich 30 Mitglieder. Nach den offiziellen Zahlen des Statistischen Landesamtes bleibt Friedberg unter der 30000-Einwohner-Marke, die zu einer Vergrößerung des Gremiums geführt hätte.

Die Parteien und Gruppierungen, die bei der Kommunalwahl antreten, planen nun entsprechend ihre Listenaufstellung für den kommenden Herbst.

Große Kreisstadt Friedberg mit einem Oberbürgermeister

Genau 28841 Einwohner hat Friedberg nach der aktuellen und maßgeblichen Erhebung des Statistischen Landesamtes, die meist geringfügig von denen der Stadt Friedberg abweicht. Wären die 30000 überschritten worden, hätte dies mehrere Folgen gehabt: So hätte sich Friedberg um den Titel einer Großen Kreisstadt bemühen können, an deren Spitze ein Oberbürgermeister steht.

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Auch Prostitution wäre dann nicht mehr grundsätzlich verboten gewesen, allerdings hat der amtierende Stadtrat bereits im Herbst vergangenen Jahres beschlossen, bei der Regierung von Schwaben die Ausweisung eines Sperrgebiets zu beantragen.

Kleine Parteien haben Probleme

Am gravierendsten jedoch wären die Auswirkungen auf Parteien und politische Gruppen: Der Stadtrat würde dann 40 statt bisher 30 Mitglieder haben. Gerade die Kleineren hätten das Problem, genügend Bewerber zu finden. Aber auch bei den etablierten Parteien wie CSU, SPD oder Grünen herrscht durchaus Erleichterung.

CSU „Ich bin darüber nicht unglücklich“, sagt der Vorsitzende des Stadtverbands, Manfred Losinger. Zumal auch seine Fraktion einen kräftigen Aderlass zu verzeichnen hat. Sechs der aktuell 13 Mitglieder treten nämlich nicht mehr an: Georg Goldstein, Sven Güntner, Martin Trübenbacher, Leo Büchler, Thomas Treffler und auch Herta Widmann, die aktuell die einzige Frau in den Reihen der CSU ist.

Friedberger CSU schweigt sich über Bürgermeisterkandidat aus

Eine 50-50-Quote werde man zwar nicht schaffen, aber es seien auch viele Frauen auf der Liste, versicherte Losinger. Angeführt werden soll sie vom Bürgermeisterkandidaten, über den sich die Partei derzeit aber noch ausschweigt.

SPD Noch stärker wird der Umbruch bei den Sozialdemokraten ausfallen. „Der Großteil hört auf“, berichtet die Ortsvereinsvorsitzende Ulrike Sasse-Feile. Definitiv nicht mehr kandidieren wollen Martha und Franz Reißner, Peter Feile, Wally Walkman und Ingrid Becke. „Wir waren für 40 vorbereitet“, betont Sasse-Feile, dafür werden auch parteilose Kandidaten auf die Liste genommen.

Bürgermeister Roland Eichmann führt die SPD-Liste an

Dennoch ist sie erleichtert: Viele neue und dann auch noch mehr Bewerber hätten die Arbeit aus ihrer Sicht nicht einfacher gemacht. Klar ist, dass Bürgermeister Roland Eichmann auch die Stadtratsliste wieder anführt, um Platz zwei will sich Sasse-Feile selbst bewerben.

Grüne Der Ortsverband hat zunächst ein Team gebildet, um ein Programm für die nächste Kommunalwahl zu entwickeln. Es gehe in erster Linie um Inhalte, dann um Personen, sagt die Fraktionsvorsitzende Claudia Eser-Schuberth. Gab es beim letzten Mal Mehrfachbesetzungen auf der Liste, so ist Eser-Schuberth diesmal zuversichtlich, 30 Personen nominieren zu können.

Grünen-Stadträtinnen treten wieder an

Wie Eser-Schuberth treten auch ihre Kolleginnen Marion Brülls und Johanna Hölzl-Dibba wieder an. Einen Bürgermeisterkandidaten werde es ebenfalls wieder geben. „Das wird sich in den nächsten Monaten herauskristallisieren“, kündigt die Grünen-Sprecherin an.

Parteifreie Bürger „Wir hätten das schon geschafft, aber das dicke Ende wäre hinterhergekommen“, sagt Fraktionschef Wolfgang Rockelmann mit Blick auf einen vergrößerten Stadtrat, von dem man in Friedberg lange Zeit ausging. Aus seiner Sicht stimmt das Verhältnis nicht, wenn Friedberg mit 30000 Einwohner 40 Stadträte hätte und die Großstadt Augsburg gerade 60. Fest steht, dass sich Rockelmann, Elisabeth Micheler-Jones, Siegbert Mersdorf und auch die Derchinger Ortssprecherin Rosemarie Krendlinger erneut um ein Mandat bewerben.

Parteifreie unterstützen Bürgermeister Eichmann

Auch neue Kandidaten wird es nach Rockelmanns Worten geben, die Reihung soll erst im Herbst festgelegt werden, wobei derzeit noch ein paar Plätze offen sind. Wie berichtet unterstützen die Parteienfreien Roland Eichmann erneut als Bürgermeisterkandidat.

FDP Die Liberalen arbeiten am Programm für die Wahl, das von den Themen Infrastruktur und Wohnen geprägt wird. Allerdings wird es der kleine Ortsverband trotz einer Öffnung der Liste für parteilose Interessenten nicht schaffen, 30 Kandidaten zu platzieren.

FDP präsentiert Bürgermeisterkandidatin

„Wir haben einen harten Kern von zehn bis 15 Leuten“, sagt die amtierende Stadträtin Cornelia Böhm, die nach der letzten Wahl gemeinsam mit Parteifreien und ÖDP eine Fraktionsgemeinschaft gebildet hat. „Wir wollen eine Alternative bieten“, begründet sie ihre Bereitschaft, auch die Bürgermeisterkandidatur zu übernehmen. In dieser Funktion würde sie auch die Stadtratsliste der FDP anführen.

ÖDP Noch nicht alle 30 Plätze besetzt hat bislang die ÖDP. Der amtierende Stadtrat Hubert Nießner, der in einer Fraktionsgemeinschaft mit Parteifreien Bürgern und FDP arbeitet, ist allerdings zuversichtlich, dass dies klappt – wenngleich auch seine Liste deswegen für parteilose Bewerber geöffnet werden muss. „40 wären sportlicher gewesen“, sagt er. Auf einen eigenen Bürgermeisterkandidaten verzichtet die ÖDP, Nießner selbst will jedoch den ersten Platz auf der Liste.

Freie Wähler Wegen der Urlaubszeit war kein Vertreter der Freien Wähler erreichbar. Nach Informationen unserer Zeitung strebt jedoch der Orts- und Fraktionsvorsitzende Johannes Hatzold eine weitere Amtszeit an und denkt auch an eine erneute Kandidatur als Bürgermeister.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Dem Stadtrat steht ein Aderlass bevor

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