Newsticker
Jens Spahn verteidigt Corona-Teststrategie der Bundesregierung
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Eschenallee: Fast 50 Bäume in Kissing gefällt

Kissing

14.03.2020

Eschenallee: Fast 50 Bäume in Kissing gefällt

In der Baumallee bei Gut Mergenthau in Kissing mussten 45 Bäume gefällt werden. Sie waren vom Eschentriebsterben befallen.
Bild: Philipp Schröders

Plus Die Eschenallee westlich von Gut Mergenthau ist wieder freigegeben. Warum Arbeiter den Bestand stark verringerten und mehr Bäume fällten als geplant.

Teilweise sind die Bäume an der Allee bei Kissing bis zu 100 Jahre alt. Staatliche Stämme, die den Weg westlich des Guts Mergenthau säumen. Nun sind aber 45 von ihnen gefällt worden. Allen Beteiligten ist die Entscheidung nicht leicht gefallen. Doch die Bäume waren vom Eschentriebsterben befallen.

Wie Kissings Bürgermeister Reinhard Gürtner erklärt, hätte jederzeit ein Fußgänger oder Radfahrer von einem herabfallenenden Ast verletzt werden können. „Das ist ein sehr frequentierter Weg zum attraktiven Gut Mergenthau“, sagt er. Nun stapeln sich am Wegesrand die Stämme. Die Gemeinde hat die Sperrschilder zur Seite geräumt. „Die Sicherheit ist wieder gegeben“, sagt Gürtner.

In der Baumallee bei Gut Mergenthau in Kissing mussten 45 Bäume gefällt werden. Sie waren vom Eschentriebsterben befallen.
Bild: Philipp Schröders

Die Eschen gehören zum größten Teil zum Gut Mergenthau. Die Eigentümer hatten auf die Erkrankung aufmerksam gemacht. „Die Esche hat keine Überlebenschance“, sagt Gutsherrin Monika Fottner. Der Pilzbefall sei aus Asien eingeschleppt worden und breite sich immer rasanter aus. In einem angrenzenden Waldstück, das keinen Fußgängerweg hat, liegt eine Esche auf der Seite, deren Wurzeln komplett weggefault sind. „Die Bäume fallen einfach um“, sagt Fottner. Auch die Stümpfe rechts und links der Allee sind teilweise von innen so ausgehöhlt, dass dort eine Wassermelone Platz hätte.

Gemeinde Kissing ließ Allee sperren

Wie berichtet erstellte die Naturschutzbehörde ein Gutachten zu den Eschen. Darin wurde deutlich, wie schlecht es um sie steht. Keiner der 107 Bäume ist von dem Pilz verschont. Zur Sicherheit ließ die Gemeinde die Allee Mitte Dezember daher sperren. „Es gab Stimmen, warum die Maßnahmen nun sehr lange gedauert haben“, sagt Gürtner. Er weißt darauf hin, dass gleich zwei Behörden involviert waren.

Wie Fottner erklärt, sind Alleen gesetzlich geschützt. Die Obere Naturschutzbehörde erstellte ein Konzept, wie vorgegangenen werden soll. Die Ausführung lag beim Gut Mergenthau. Das wurde wiederum von der Unteren Naturschutzbehörde überwacht. Gürtner betont, dass die Zusammenarbeit aller Stellen sehr gut funktioniert habe. Er hebt beispielsweise hervor, dass an der Allee keine zusätzliche Nisthilfen aufgestellt werden mussten. Zur Erklärung: Die Allee ist der Lebensraum von Vögeln, Fledermäusen und Kleinsäugern. „Wir haben eine Exkursion vor Ort gemacht“, sagt Gürtner. Die Naturschutzbehörde habe festgestellt, dass keine Maßnahmen nach der Fällung der Bäume nötig seien. Der benachbarte Wald des Gutes biete genug Ausweichraum für die Tiere.

Wie es weitergeht an der Allee in Kissing

Bei den Arbeiten in der Allee stellte sich allerdings heraus, dass zehn Bäume mehr gefällt werden mussten, als ursprünglich angenommen. Am Ende waren es 45. Zudem mussten auch viele Eschen, die stehen bleiben durften, beschnitten werden.

Im Kissinger Gemeindeteil Mergenthau müssen zahlreiche Bäume einer Allee gefällt werden.
Video: Christian Gall

Nun stellt sich die Frage, wie es weitergehen soll. Fottner sieht keine Zukunft für die Baumart. Das Eschentriebsterben sei ein in ganz Europa verbreitetes Phänomen. Durch den Pilzbefall setzt es ein, meist kommen Sekundärerkrankungen hinzu. Fottner habe auch anhand ihres eigenen Bestandes die Beobachtung gemacht, dass sich die Lage immer mehr zuspitzt. Im Hinblick auf die Eschenalle in Kissing sagt sie: „Wir müssen jetzt erst einmal abwarten, wie es sich weiterentwickelt.“ Ein Gutachter schaue sich die Bäume zweimal im Jahr an – einmal belaubt und einmal unbelaubt. Für die Neubepflanzung sei eine Mischung verschiedener Arten denkbar. Der Charakter der Allee werde sich wohl weiter verändern. Auch Gürtner warnt davor, eine zu schnelle Entscheidung zu treffen. „Sonst stehen wir in Zukunft wieder vor demselben Problem.“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren