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Friedberg/Eurasburg

29.01.2020

Eurasburger Abwasser wird ab 2021 in Friedberg geklärt

Eurasburg wird voraussichtlich im Jahr 2021 an die Kläranlage Mittlere Paar im Friedberger Ortsteil Paar angeschlossen. Auch Rieder Abwasser wird dort seit 1992 eingeleitet.
Bild: Stadtwerke Friedberg

Plus Außer Friedberg und Ried leitet Eurasburg in die Kläranlage Mittlere Paar ein. Der Stadtwerke-Chef erklärt, warum die Einrichtung nicht an die Kapazitätsgrenze stößt.

Im März sollen die Unterschriften unter einen wegweisenden Vertrag gesetzt werden: Die Gemeinde Eurasburg wird künftig ihr Abwasser in die Friedberger Kläranlage Mittlere Paar einleiten. Vorbild ist Ried; hier läuft der Vertrag mit Friedberg bereits seit 1992. Auslöser ist, dass Eurasburg mit seinen 1800 Einwohnern viel Geld in eine Anlage investieren müsste, die dem modernen Stand der Technik und den wachsenden gesetzlichen Anforderungen genügt, wie Friedbergs Bürgermeister Roland Eichmann in der Sitzung des Werkausschusses der Stadtwerke erläuterte.

Eine solche Anlage gibt es in Friedberg. „Bei uns kommt das Wasser so raus, wie es soll“, drückte es Eichmann aus.

Auch für Friedberg (und Ried) bringt der zusätzliche Partner Vorteile. Dadurch dass sich mehr Kommunen die Kosten teilen, sinken sie für Friedberg und Ried. Bislang nicht ausgelastete Kapazitäten werden genutzt; die Anlage arbeitet wirtschaftlicher. Die Modalitäten bezüglich Einleitung und Kostenaufteilung sind in einem Vertrag festgelegt.

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Das sind die Kapazitäten für Friedberg, Ried und Eurasburg

Diesem müssen der Friedberger Stadtrat sowie die Gemeinderäte von Eurasburg und Ried noch im Februar zustimmen, damit er im März geschlossen werden kann. Er ist dann für 40 Jahre gültig. Demzufolge darf Ried künftig maximal 32 Liter pro Sekunde einleiten, Eurasburg 16,5 Liter pro Sekunde und Friedberg 101,5 Liter pro Sekunde. Das entspricht 2134 Einwohnern (Eurasburg), 3772 Einwohnern (Ried) und 10.894 Einwohnern (Friedberg).

In Friedberg sind das die Einwohner von Bachern, Rohrbach, Rinnenthal, Hügelshart, Paar-Harthausen und Friedberg-Ost. Für die Ortsteile Wulfertshausen, Stätzling, Haberskirch und Derching betreiben die Stadtwerke Friedberg die Kläranlage Ach im Norden von Derching in der Nähe des Flughafens. Das Abwasser von Friedberg selbst und von Friedberg-West wird in der Kläranlage Augsburg gereinigt.

Wie Holger Grünaug, Leiter der Stadtwerke Friedberg, erläutert, ist die ausgeweitete kommunale Zusammenarbeit kein Problem für die 1992 gebaute Anlage, die im Ortsteil Paar situiert ist. „Die Kläranlage hat ihm zufolge eine Ausbaugröße von 16.800 Einwohnerwerten (EW). Dies bedeutet, dass sie die Schmutzfracht von umgerechnet 16.800 Personen reinigen kann. Aktuell wären (mit der Gemeinde Eurasburg) 15.400 angeschlossen. „Es bestehen also noch freie Kapazitäten von 1400 EW, die nach den Erfahrungen der Vergangenheit auch noch für einen längeren Zeitraum ausreichen werden“, so der Stadtwerke-Geschäftsführer. Die Entwicklung von Gewerbegebieten in diesem Raum sei so gering, dass sie keine signifikante Auswirkung auf die Anlage haben.

Prinzipiell gilt: Übersteigt die Einwohnerzahl einer Gemeinde deren festgelegte Einleitungsgrenze, kann sie erst einer anderen Kommune Werte „abkaufen“, bevor die Anlage erweitert wird. Gewerbe ist in den Berechnungen nicht erfasst. Doch es gibt eine Hintertür, falls in einem Ort ein Unternehmen oder Gewerbegebiet mit hohem Abwasseraufkommen entsteht. Sollten die Abwassermengen dauerhaft um zehn Prozent nach oben oder unten ausscheren, kann jeder Vertragspartner eine Änderung des Verteilmaßstabes verlangen.

Friedberg, Ried und Eurasburg werden sich Kosten teilen

Die Aufteilung der Kosten ist ebenfalls geregelt. So erhalten Ried und Friedberg Geld von Eurasburg für die bisherigen Investitionen. Eurasburg beteiligt sich außerdem anteilig an den Kosten für die Druckleitung, in welcher das Abwasser gen Friedberg fließt. Künftige Maßnahmen, etwa Reparaturen, übernehmen die Kommunen anteilig, nämlich Friedberg 64,85, Ried 22,45 und Eurasburg 12,70 Prozent. Das gilt auch bei einer möglichen Erweiterung – egal wegen welcher Gemeinde sie nötig wird; Holger Grünaug sprach hier von einer „Schicksalsgemeinschaft“.

Die Anschlusskosten an die Kläranlage Friedberg kosten die Gemeinde Eurasburg insgesamt 1,4 Millionen Euro, hieß es zuletzt im dortigen Gemeinderat. Deshalb hat die Kämmerin 2021 eine Entnahme aus den Rücklagen eingeplant.

Friedbergs Bürgermeister Roland Eichmann sprach von einem „mustergültigen Beispiel kommunaler Zusammenarbeit“ bei einem Thema, dass die Kommunen seit Jahren begleite. Peter Feile (SPD) erinnerte daran, dass es neben den drei Gemeinden noch einen weiteren Gewinner gebe: die Umwelt, da die Kläranlage Mittlere Paar hohe Standards erfülle.

Lesen Sie auch den Kommentar: Solidarität ist gefragt

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