Newsticker

Steigende Infektionszahlen: EU-Einreiseverbot für Serbien und Montenegro
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Fällt die Freibadsaison in Mering wegen Corona ins Wasser?

Mering

27.05.2020

Fällt die Freibadsaison in Mering wegen Corona ins Wasser?

Das Freibad in Mering ist gut vorbereitet auf Gäste. Die Wasserbecken sind gefüllt, die Rasenflächen gemäht. Aufgrund der Corona-Krise wurde die Öffnung auf unbestimmte Zeit verschoben.
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus Die Meringer Bademeister Erwin Süßmeir und Walter Senftleben geben die Hoffnung nicht auf. Sicher ist nur, dass der Freibadbetrieb 2020 anders laufen wird.

Normalerweise beginnt am 15 Mai die Freibadsaison in Mering, doch zurzeit ist gar nichts mehr normal. Seit 1957 gehört die beliebte Meringer Einrichtung fest zum Sommer in der Marktgemeinde. Das Wasser schimmert verlockend blau im großen Becken, die großzügig angelegten Liegewiesen sind frisch gemäht, das Beachvolleyballfeld hergerichtet, nur das Netz fehlt noch. Fast alles ist für die Besucher bereit, aber ob dieses Jahr überhaupt Badegäste ihre Bahnen ziehen können, ist fraglich. Die hohen Auflagen an die Hygienevorschriften während der Corona-Pandemie könnten der Badesaison in Mering einen Strich durch die Rechnung machen.

„Noch geben wir die Hoffnung nicht ganz auf“, sagt Bürgermeister Florian Mayer. Es sei durchaus möglich, dass mit Einschränkungen ein Betrieb aufgenommen werden könnte. „Aber wir müssen uns hier an die vom Freistaat Bayern und der Bundesregierung vorgegeben Hygieneregeln halten“, so Mayer. Das Wasser sei bereits Ende April ins Becken eingelaufen und auch sonst, haben die Mitarbeiter Erwin Süßmeir und Walter Senftleben schon viel vorbereitet, um einen Badebetrieb so schnell als möglich umsetzen zu können, wenn die Lockerungen in Bayern ausgeweitet werden. „Momentan ist da aber nichts in Sichtweite“, so Mayer. Man habe sich aber dennoch dazu entschieden, das Bad nicht von vorneherein dichtzumachen, wie das andere Kommunen im Rahmen der Corona-Pandemie taten. „Mir würde es unglaublich leid tun, wenn dieses Jahr das Freibad überhaupt nicht mehr öffnen könnte“, bedauert Mayer.

Mering: 2019 kamen 32.000 Menschen ins Freibad

Am Montagvormittag sind Walter Senftleben und Erwin Süßmeir draußen auf der Anlage des Freibads. Süßmeir feiert am 1. Juni sein 30-jähriges Jubiläum als Meringer Bademeister, die restliche Zeit des Jahres ist er am Meringer Bauhof tätig. Auch Walter Senftleben ist seit 16 Jahren mit im Team. Für beide ist die Arbeit im Freibad eingespielte Routine und so schnell kann die zwei nichts aus der Ruhe bringen. Wespenstiche, Schürf- und Platzwunden, streitenden Kinder – das alles und noch viele weitere Ereignisse stemmen sie, während andere es sich im Freibad gut gehen lassen. Im vergangenen Jahr besuchten 32.000 Badegäste die beliebte Einrichtung. Größere Unfälle gab es 2019 nicht. „Gottseidank“, sagt Süßmeir. Er selbst habe, so lange er denken kann, noch keinen Sommer ohne Freibadsaison in Mering erlebt.

Friedberg ist ja immer ein schöner Anblick, doch im Frühling präsentiert sich die Stadtansicht mit der Wallfahrtskirche Hergottsruh im Vordergrund besonders malerisch.
12 Bilder
Bilder: So schön ist der Frühling rund um Friedberg
Bild: Markus Freudling

Süßmeir und sein Kollege Senftleben hoffen, dass Mitte Juni das Freibad vielleicht doch noch öffnen kann. „Was sollen die Kinder und Jugendlichen denn sonst machen, wenn man schon kaum in den Urlaub fahren darf“, sagen die beiden. Natürlich müsste dann das Konzept auf neue Beine gestellt werden. Das Schwimmbecken ist 750 Quadratmeter groß. „Wenn wir uns an die Empfehlungen des Deutschen Bäderverbandes halten, könnten etwa 92 Personen ins Becken“, erklärt Senftleben. Das Wasser selbst stelle kein Risiko für eine Ansteckung mit Covid 19 dar. „Es wird dreimal täglich von uns getestet und einmal im Monat werden Proben in ein Speziallabor geschickt“, erklärt Süßmeir. Zudem werden Viren und Bakterien durch das zugefügte Chlor innerhalb von weniger als 30 Sekunden abgetötet. Schwieriger sei die Situation auf der Liegewiese zu regeln, insgesamt umfasst die Freizeiteinrichtung eine Fläche von 7800 Quadratmeter. „Da müssen wir erst noch überlegen, wie hier die Abstandsregeln eingehalten werden könnten“, so Süßmeir. Auf jeden Fall müsse man zusätzliche Mitarbeiter im Bad einstellen, um Aufsicht und Zutritt zur Einrichtung zu gewährleisten. Auch müsste das Reinigungspersonal für Toiletten, Duschen und Umkleiden aufgestockt werden.

Freibad Mering: Ungeklärte Fragen hinsichtlich der Öffnung

Ob das Kleinkinderbecken öffnen kann, ist noch fraglich. „Auch hier warten wir auf die Bestimmungen des Gesundheitsamtes“, sagen die Bademeister. Genauso auch der Kiosk. „Die Betreiber stehen in den Startlöchern und warten auf ein Signal“, sagt Senftleben. Eine Anpassung der Preise wird es dieses Jahr nicht geben. „Ob Saisonkarten sinnvoll sind, muss noch entschieden werden“, erklärt Süßmeir. Für ihn steht aber fest: „Dass wir hier 700 Besucher täglich einlassen, wie sonst üblich, bezweifle ich ganz stark.“ Es werde Einlassbeschränkungen geben, auch hier werde man auf weitere Anweisungen warten.

In der Zwischenzeit arbeiten Süßmeir und Senftleben an den Außenanlagen, richten die Umkleiden und Duschen her, das Kinderbecken wird teilweise saniert und die Edelstahlflächen geputzt und mit einem speziellen Pflegemittel versehen. „Noch liegen wir mit den Arbeiten etwa zwei Wochen hinten dran, doch dann könnten wir aus technischer Sicht loslegen“, so Süßmeir. Denn ein Sommer ohne Freibadsaison in Mering – das können sich die beiden Bademeister einfach nicht vorstellen.

Lesen Sie auch:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren