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Fasching in Friedberg

11.11.2019

Friedberger Jugendclub darf Cocktailbar weiter betreiben

68 Liter harten Alkohol hat der Jugendclub an der Cocktailbar beim Kehraus 2019 ausgeschenkt.

Plus Ausschuss zieht positive Bilanz der Tiefgaragenparty zum Kehraus. Wie der Jugendclub die Einnahmen aus dem Verkauf hochprozentigen Alkohols verwendet.

Der Jugendclub darf bei der Tiefgaragenparty zum Kehraus wieder eine Cocktailbar betreiben. Das hat der Kulturausschuss des Friedberger Stadtrats jetzt gegen die Stimmen von Marion Brülls (Grüne) und Franz Reißner (SPD) beschlossen. Eine breite Mehrheit im Ausschuss war überzeugt, dass der Probebetrieb am Faschingsdienstag im März dieses Jahres gelungen war.

Wie berichtet, hatte die Stadt den Verkauf und Konsum von branntweinhaltigen Getränken in der Öffentlichkeit verboten, nachdem die Party am Faschingsdienstag 2012 völlig aus dem Ruder gelaufen war. Erlaubt war nur noch der Ausschank von Bier, Wein und Sekt.

Städtischer Zuschuss für den Jugendclub

In der Folge waren beim Jugendclub die Einnahmen völlig eingebrochen. Trotz des tagelangen Einsatzes der Mitglieder blieben nur wenige Hundert Euro in der Kasse übrig. Der Jugendclub trat darum zuletzt nicht mehr als Veranstalter auf, sondern nur noch als Organisator der Party. Von der Stadt bekam er dafür einen Zuschuss von 1500 Euro.

Ende vergangenen Jahres äußerte der Jugendclub sein Interesse, wieder mehr Verantwortung übernehmen. Gekoppelt war diese Bereitschaft aber an den Wunsch, auch Longdrinks und Cocktails auszuschenken, um die Einnahmesituation zu verbessern. In den Genuss der branntweinhaltigen Getränke kamen aber nur volljährige Besucher. Skeptisch standen diesem Vorschlag Fachleute aus Jugendarbeit, Sicherheitsbehörden und Drogenberatung gegenüber.

Kritische Stimmen werden weniger

Auch im Ausschuss gab es bei der ersten Diskussion Anfang 2019 noch viele kritische Stimmen, von denen die meisten inzwischen aber verstummt sind. Grünen-Stadträtin Brülls räumte ein, dass die Party gut organisiert gewesen sei. Hier gehe es aber um eine grundsätzliche Frage: „Auf eine Jugendveranstaltung gehört kein hochprozentiger Alkohol.“

„Wir sollten den Jugendlichen Vertrauen schenken“, sagte Andreas Beutlrock. Für Beate Euler (SPD) ist es besser, die Party laufe kontrolliert in einer Halle ab, als dass sie Jugendlichen auf der Straße herumtorkeln. „Wir werden das Alkoholproblem nicht mit der Tiefgaragenparty lösen“, sagte Roland Fuchs (SPD). Aus Sicht von Johannes Hatzold ist ein Verbot der falsche Weg. Cornelia Böhm sieht die wirkliche Gefahr im steigenden Trend zum „Verglühen“.

Jugendclub zieht positives Fazit

Markus Hupfauer vom Jugendclub zog ein positives Fazit der Veranstaltung, bei der 30 Helfer ehrenamtlich im Einsatz gewesen seien. In der Folge hätten sich einige von ihnen weiter engagiert, etwa in Vereinen oder bei der Feuerwehr.

Den Umsatz bei der Tiefgaragenparty bezifferte Hupfauer auf rund 16.000 Euro, das meiste davon mit Cocktails. Insgesamt wurden 68 Liter harter Alkohol ausgeschenkt. „Mit Bier ist kein Geld verdient“, sagte Hupfauer. Bei gleichbleibender Besucherzahl sei ein positives Ergebnis erzielt worden. Dies vor allem durch bessere Einkaufskonditionen und effizientere Prozesse. Unter dem Strich blieben etwas mehr als 1000 Euro übrig. Mit dem Gewinn wurde Helfern ein Zuschuss zu einer Fahrt des Kreisjugendrings nach Tschechien bezahlt.

Rotes Kreuz Friedberg: Mehr behandelte Personen

Hupfauer nahm auch Stellung zu den Aussagen des Roten Kreuzes, wonach die Zahl der behandelten Personen am Faschingsdienstag um 20 Prozent gestiegen sei. Tatsächlich seien es im Rahmen der Tiefgaragenparty 18 statt 15 Personen im Vorjahr gewesen. Bei einem habe es sich um einen Helfer gehandelt, der sich verletzt habe. Zwei weitere hätten vor Beginn der Party behandelt werden müssen.

Lesen Sie dazu den Kommentar von Thomas Goßner War das ein gutes Geschäft für den Jugendclub?

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