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Kultur

02.05.2019

Friedbergs neues Museum im Schloss nimmt Formen an

Im Themenbereich „Archäologie“ des Museums im Wittelsbacher Schloss ist unter anderem ein Ölgemälde des Künstlers Karol Schauer zu sehen, dass Friedberg als einstigen Lebensraum von Mammuts nachzeichnet. Ansonsten nehmen vor allem die Stadtgeschichte und die Blütezeit Friedberger Uhrmacher viel Raum in der Ausstellung ein.
Bild: Tom Trilges

Am 12. Mai eröffnet das Museum im Wittelsbacher Schloss in Friedberg. Es ist besonders von den Uhrmachern der Stadt geprägt. Was jetzt noch zu erledigen ist.

„Für uns hier in Friedberg ist das ganze tatsächlich eine echtes Mammutprojekt“, beschreibt Leiterin Alice Arnold-Becker die Anstrengungen bis zur Eröffnung des Museums im Wittelsbacher Schloss am 12. Mai. Ironischerweise sind eben diese riesigen Tiere auch Teil der Ausstellung in Friedberg. „Man mag es kaum glauben, aber hier haben früher einmal Mammuts gelebt“, sagt Arnold-Becker.

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Schlossmuseum in Friedberg zeigt Stadtgeschichte

Doch die archäologische Historie Friedbergs lernen die Gäste des neuen Schlossmuseums erst nach einer Weile kennen. Zuvor dürfen sie sich beim Rundgang durch die Ausstellung auf viele Details und Ansichten aus der Stadtgeschichte freuen. Die Rolle von Friedberg als Außengrenze des Herzogtums Bayern bis ins Jahr 1806 wird im ersten Teil ausführlich beleuchtet.

Friedberg Museum Wittelsbacher Schloss Führung April 2019
24 Bilder
Friedberg: Das neue Museum im Wittelsbacher Schloss
Bild: Tom Trilges

Der herausragende Gewerbezweig in dieser Zeit: das Uhrmacherhandwerk. Über 90 Meister gab es um 1790 herum in der Stadt, während es im deutlich größeren Augsburg gerade einmal 30 waren. Im selben Jahr exportierten die ansässigen Uhrmacher Ware im Wert von etwa 100.000 Gulden ins Ausland.

Zum Vergleich: Das Jahresgehalt eines Handwerkers oder Maurers betrug zu dieser Zeit üblicherweise rund 100 Gulden. Einer der bekanntesten Geschäftsleute in der Branche war Philipp Happacher (1711-1792), der bis nach Amsterdam, Danzig, Paris und Warschau auslieferte. Zahlreiche Uhren aus dieser Blütezeit stellt das Schlossmuseum in Friedberg aus.

Friedberger Museum: Ausstellungsstücke eine Million Euro wert

Auf einer Fläche von rund 1000 Quadratmetern besteht die Ausstellung aus sieben Themenschwerpunkten. Die Ausstattung kostet insgesamt etwa eine Million Euro. Der Weg durch das Museum führt am Ende direkt in das ebenfalls neue Café im Schloss.

Aktuell arbeiten die Restauratoren an der Montage aller Objekte. „Zum Beispiel müssen stabile Halterungen in die Wände eingebaut werden, an denen unter anderem die Taschenuhren hängen. Das stellt man sich einfach vor, es ist aber echt knifflig“, so die Museumsleiterin Arnold-Becker.

Dennoch ist sie optimistisch, dass alles rechtzeitig zur Eröffnung fertig wird. Fast alle Exponate seien bereits da und müssten nur noch hergerichtet werden. Außerdem steht teilweise noch die Installation der Beleuchtung aus. „Die macht erst Sinn, wenn die Ausstellungsstücke stehen, um sie dann optimal in Szene zu setzen“, erklärt Arnold-Becker.

Museum hofft auf Besucher der Landesausstellung 2020

Ein großes Highlight – auch für das Museum im Wittelsbacher Schloss – ist die Landesausstellung im kommenden Jahr. „Praktisch ist, dass man am Ende sozusagen direkt vor dem Eingang des Museums steht. Außerdem ist der Eintritt im Ticket für die Landesausstellung mit inbegriffen“, sagt Arnold-Becker.

Auf Gäste aus dem Ausland, die vermehrt im Sommer und zur Landesausstellung zu erwarten sind, hat man sich eingestellt: Die Audioguides durch das Museum stehen in Deutsch, Englisch, Italienisch und Französisch zur Verfügung.

Friedberg: Verschiedene Führungen durch Museum im Schloss

Es werden zwei verschiedene Arten von Führungen durch das Museum angeboten: Jeden ersten Sonntag eines Monats findet die Überblicksführung „Friedberg in Objekten“ statt, jeden dritten Sonntag die Themenführung „Geschichte mit Geschmack“. Letztere beinhaltet Kaffee und Kuchen.

Auch Schulklassen können sich die Ausstellung anschauen. „In allen Bereichen ist die Nachfrage bereits jetzt ziemlich groß“, berichtet die Museumsleiterin. Die Vortragsreihe „Friedberger Forum“ rundet das reguläre Programm des Museums im Wittelsbacher Schloss ab.

Museum: Friedberger Uhrmacher gehörten zu besten der Welt

Damit das Museum speziell bei Familien Interesse weckt, gibt es verteilt durch die Ausstellung immer wieder Stationen, an denen der fiktive Uhrmacherlehrling Philipp – angelehnt an den Friedberger Uhrmacher Philipp Happacher – kindgerecht Informationen zu den Exponaten vermittelt.

Das Museum im Wittelsbacher Schloss können Interessierte erstmals beim Tag der offenen Tür am 12. Mai besichtigen. Danach besteht die Möglichkeit jeweils dienstags bis sonntags zwischen 10 und 17 Uhr. Erwachsene zahlen vier Euro, Minderjährige haben freien Eintritt. Weitere Informationen zur Ausstellung im Wittelsbacher Schloss gibt es unter www.museum-friedberg.de.

Lesen Sie dazu auch den Artikel: Museum im Schloss öffnet erstmals seine Türen

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