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Mering

14.03.2019

Für das Meringer Heimatmuseum wird es kritisch

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Christian Gumpp ist der neue Besitzer der Meringer Schlossmühle.  Er steht zu seinem Wort, aber nicht um jeden Preis.
Bild: Eva Weizenegger

 Der Königsbrunner Unternehmer Christian Gumpp ärgert sich über das Nein der Meringer Räte zu seinen Umbauplänen für die Schlossmühle.

Christian Gumpp ist der neue Eigentümer der Meringer Schlossmühle. Er hat große Pläne mit der Immobilie, die viele Jahre für die Marktgemeinde als Bürgerzentrum fungierte. Doch Gumpp ist nicht erfreut über das Nein des Meringer Bauausschusses zu seinen Umbauplänen.

Der Königsbrunner Unternehmer, der selbst in Mering wohnt, hatte einen Bauantrag für den Teil der Schlossmühle eingereicht, indem sich auch das Meringer Heimatmuseum befindet. Dort sollen im Erdgeschoss sowie im ersten und zweiten Stock elf Wohnungen entstehen. Im Dachgeschoss könnte das Heimatmuseum erhalten bleiben. Daran hatten sich die Mitglieder des Bauausschusses auch nicht gestört. Ein Dorn im Auge sind ihnen vor allem die Stellplätze. 15 Stück soll Gumpp nachweisen. Sieben sind bereits auf dem Grundstück vorhanden und acht Plätze wurde 1993 vom Markt Mering abgelöst. „Dieser Vorgang ist für mich rechtlich einwandfrei und gilt für das Grundstück, das ich erworben habe“, sagt Gumpp.

Im Bauausschuss machte Kandler die Räte darauf aufmerksam, dass bislang noch kein Mietvertrag für das Heimatmuseum zwischen Gumpp und der Kommune vorliegt. „Es kann kritisch werden, wenn wir jetzt ablehnen“, sagte er. Und kritisch wird es auch. Denn für Gumpp entstehen bei der Sanierung erhebliche Mehrkosten, wenn das Heimatmuseum im Dachgeschoss erhalten bleibt. „Ich bin ja dazu bereit, aber ich sage ganz klar, dass das ein Deal ist und auch die Gemeinde einen Schritt auf mich zugehen muss“, erklärt Gumpp. Die Brandschutzauflagen seien enorm hoch, wenn das Gebäude nicht nur für private Wohnungen, sondern auch öffentlich genutzt werde. Der Königsbrunner Unternehmer kam am Dienstagnachmittag gerade von einer Besprechung mit einem Brandschutzexperten zurück. „Das ist schon ein ziemlicher Brocken, den ich da stemmen muss.“

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Bürgermeister Kandler wollte die Baugenehmigung

Momentan wird die Statik des Gebäudes saniert. Das Haus ist leer, die Vereine haben ihr Inventar abgeholt. Jetzt könnte es eigentlich los gehen, wenn der Bauausschuss den Bauantrag genehmigt hätte. Doch der viel mit der Gegenstimme von Bürgermeister Hans-Dieter Kandler durch.

Auch auf die Forderung der CSU nach einem Gesamtkonzept für das Areal geht Gumpp ein: „Es stimmt nicht, dass ich nicht weiß, was ich mit der Immobilie vorhabe.“ Für den 35 Meter hohen Siloturm plant er Wohnungen. „Der Mietvertrag ist im Einvernehmen mit dem bisherigen Nutzer des Silos zum Jahresende gekündigt“, informiert Gumpp. Er werde einen Bauantrag für das Gebäude nächster Zeit einreichen. „Da kann doch etwas ganz Tolles daraus entstehen“, glaubt Gumpp. Die Alternative sei, das Gebäude an einen Landwirt zu vermieten, der dort wieder Getreide lagert. „Das ist mit Staub und auch Lärm verbunden, wenn die Landwirte das Getreide anfahren“, so Gumpp. Eine weitere Möglichkeit: „Ich lasse den Turm so wie er ist stehen, weiter hässlich und grau.“ Er sieht das ehemalige Silo in gewisser Weise als Wahrzeichen, das man erhalten müsse.

Gumpp will die Schlossmühle in Mering nicht einfach leer stehen lassen

Gumpp betont, dass ihm natürlich daran gelegen ist, bei der Schlossmühle nicht „draufzuzahlen“. „Die Mieteinnahmen, die ich derzeit von der Gemeinde für die Nutzung des neueren Teils der Schlossmühle bekomme, in dem sich Jugendzentrum, Dachtheater und Spielmannszug befinden, reichen doch nicht aus, um diese Objekt zu finanzieren“, führt Gumpp weiter aus. Er habe die Mühle ja nicht gekauft, um sie dann einfach leer stehen zu lassen. „Das war doch allen bewusst und das habe ich auch von Anfang an gesagt“, so Gumpp. Er stehe auch weiter zu seinem Wort und will dem Heimatmuseum ein Dach über den Kopf bieten. „Aber nicht um jeden Preis“, so Gumpp.

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