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Aichach-Friedberg

17.12.2019

Geburtshilfe Friedberg erhält 715.000 Euro Zuschuss

Damit auch künftig im Krankenhaus Friedberg Babys auf die Welt kommen können, fließen Zuschüsse vom Freistaat.
Bild: Walter Grub, dpa

Plus Die Zuschüsse des Freistaats sollen helfen, die Geburtenstation am Krankenhaus Friedberg zu sichern. Doch es gibt weitere Probleme.

Bayerns Geburtshilfe-Förderprogramm für kleine Geburtshilfestationen im ländlichen Raum ist gestartet. Gesundheitsministerin Melanie Huml übergab am Dienstag Förderbescheide über rund 16 Millionen Euro. Davon fließen 715.000 Euro an das Friedberger Krankenhaus. Das Geld wird bereits sehnlich erwartet, um die Station dauerhaft zu sichern. Die Situation ist nicht einfach.

In vielen Einrichtungen, darunter Aichach und zuletzt Schwabmünchen, mussten die Geburtenabteilungen schließen, zumeist wegen Hebammenmangels. Auch in Friedberg war sie zwischen März und Mai zu, aber aus einem anderen Grund. Die Belegärzte konnten die Rufbereitschaft nicht mehr sicherstellen. Dann wurde umgestellt auf eine Hauptabteilung für Geburten und Gynäkologie mit fest angestellten Ärzten. Chefarzt ist der Friedberger Dr. Siegbert Mersdorf.

Das Geld bekommt der Landkreis Aichach-Friedberg

Die Finanzierung dieser Hauptabteilung wurde zuletzt auf drei bis vier Millionen Euro im Jahr beziffert. 75 Prozent, so hieß es, würden über die Krankenkassen finanziert. Die nun bewilligten exakt 714.504,31 Euro entsprechen 85 Prozent des Defizits 2018; das liegt sogar über der Maximalförderung von 75 Prozent, die das Ministerium nennt. Der Förderbetrag steht nicht den Kliniken direkt, sondern dem Landkreis zu, der das Geld zum Ausgleich des Klinikdefizits verwenden wird. Voraussetzung der Förderung ist laut Ministerium, dass die Häuser sich als Hauptversorger in der Region etabliert haben und für eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung notwendig sind.

In Friedberg kamen dieses Jahr schon 600 Kinder auf die Welt

Außerdem muss das Krankenhaus in einem der Jahre 2016 bis 2018 zwischen 300 und 800 Geburten betreut und dabei mindestens die Hälfte der Geburten in der Kommune abgedeckt haben. In Friedberg kamen 2018 um die 730 Babys auf die Welt, 2019 trotz zeitweiser Schließung bislang über 600 Babys. Ziel für das Jahr 2020 sei, für die Abteilung neben Chefarzt Mersdorf weitere fest angestellte Ärzte zu gewinnen, so Wolfgang Müller, Sprecher des Landratsamtes. Momentan erfolgt die Beschäftigung großteils über Arbeitnehmerüberlassung.

Der Augsburger Gynäkologe Dr. Radu Rizea werde ab kommendem Jahr wieder als Belegarzt tätig werden, allerdings nur für operative gynäkologische Eingriffe und geplante Kaiserschnitte. In Sachen Geburtshilfe Aichach führe der Landkreis Gespräche, aktuell gebe es nichts Konkretes zu vermelden.

Den Kliniken an der Paar drohen hohe Defizite

Den Förderbescheid nahmen in Nürnberg der Landtagsabgeordnete Peter Tomaschko und stellvertretender Landrat Manfred Losinger entgegen. Allerdings hat die Geburtshilfe noch mit anderen Problemen zu kämpfen, vor allem personellen. Denn Gynäkologen zu finden, ist schwer. Außerdem stellte sich vor einigen Monaten heraus, dass den Kliniken an der Paar der finanzielle Kollpas droht: 30 Millionen Euro in den nächsten drei Jahren. Der Landkreis als Träger trennte sich von Geschäftsführer Krzysztof Kazmierczak; eine Neustrukturierung soll Hilfe bringen.

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