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Gesundheit

06.03.2015

Gegen die „zweite Erkrankung“

Wenn man sich vor der ganzen Welt verkriechen möchte: Psychische Krankheiten wie Depressionen sind kein leichtes Schicksal. Vorurteilen und Ängste sind Thema der Psychiatrietage.

Psychiatrie-Förderverein will mit Veranstaltungsreihe Vorurteilen und Ängsten begegnen. Heute Abend ist Auftakt in Friedberg

Eine psychische Krankheit ist für Betroffene kein leichtes Schicksal. Erschwert wird dieses aber noch durch die „zweite Erkrankung“: Vorurteile, Angst oder Abwehrhaltungen. Viele Mitmenschen wissen auch einfach nicht Bescheid. Der Verein „Kennen und Verstehen“ lädt darum heuer vom 6. bis 22. März zu Psychiatrie-Tagen ein.

Insgesamt fünf Veranstaltungen, verteilt über den ganzen Landkreis, informieren und unterhalten rund um das diesjährige Hauptthema „Achtsamkeit“.

Die Organisatoren, die beiden Vorsitzenden des Vereins, Gerd Schulze und Eleonore Broitzmann, sowie Schatzmeisterin Sylvia Schwab, haben bei allen Veranstaltungen darauf geachtet, dass nicht nur Fachleute, sondern vor allem Betroffene und deren Angehörige zu Wort kommen.

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Die Veranstaltungsreihe beginnt am Freitag, 6. März, um 19.30 Uhr im Pfarrzentrum St. Jakob in Friedberg mit einem Festabend. Es spricht der Diplom-Psychologe und Soziologe Achim Dochat über „Entdeckung der Achtsamkeit – für die Zusammenarbeit mit psychisch kranken Menschen.“ Musikalisch gestalten den Abend Christiane Küster und Thomas Deisenhofer. Das Büfett richten die Tagesstätten aus Aichach und Mering an.

Am Montag, 9. März, um 19.30 Uhr wird im Cineplex-Kino in Aichach der Film „Suicide Club“ gezeigt. Auf einem Dach treffen sich fünf Leute, die nur eines im Sinn ha-ben: sich in den Tod zu stürzen. Regisseur Olaf Saumer hat in seinem Film anschaulich gemacht, wie Menschen in einer extremen Krisensituation über den Austausch von Erfahrungen zu einer sich stützenden und schützenden Gemeinschaft werden. Saumer selbst ist am Abend anwesend und diskutiert mit dem Publikum und einer Psychiatrie-Patientin.

Um „Neue Wege in der Gemeindepsychiatrie“ geht es mit Vortrag und Podiumsdiskussion am Mittwoch, 11. März, um 19 Uhr im Filmsaal des Papst-Johannes-Hauses in Mering. Referenten sind der Geschäftsführer Paul Blomke und die Einrichtungsleitung Birgit Fuchs aus dem Pfalzklinikum. Ein Ziel von „Kennen und Verstehen“ ist es, eine Tagesklinik im Landkreis einzurichten. Mit dem Neubau des Aichacher Krankenhauses sei jetzt eine gute Gelegenheit.

Am Freitag, 13. März, wird um 17.30 Uhr im Foyer des Friedberger Krankenhaus eine Ausstellung zum Mitmachen eröffnet, die dann bis zum 22. März zu sehen ist. Gezeigt werden Porträtfotos und Zitate rund um das Thema psychische Erkrankungen. Die Besucher können für sich die Gesichter und Zitate den Krankheiten zuordnen und vielleicht manches Vorurteil entdecken. „Grenzen verwischen“ lautet das Thema der Ausstellung. Den Eröffnungsvortrag hält Martina Heland Gräf vom Landesverband der Psychiatrieerfahrenen.

Noch einmal um Achtsamkeit geht es am Donnerstag, 19. März, um 19 Uhr in der Tagesstätte zur Förderung der seelischen Gesundheit in Aichach. Jutta Muttenhammer, Ärztin für psychotherapeutische Medizin, referiert über „Achtsamkeitsbasierte Prävention bei Depressionen“. Anschließend stellt sie praktische Übungen dazu vor.

Zu den Veranstaltungen sind alle Interessierten eingeladen. Der Eintritt ist frei. Die Buchhandlung „lesenswert!“ in Friedberg hat einen Büchertisch mit Literatur zu den Themen der Psychiatrietage zusammengestellt.

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