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Mering

24.02.2019

Gelungener Bunter Abend im Gymnasium Mering

Vom Lechfeld vertrieben gehen dem blinden Maulwurf an seinem neuen Platz im Innerort die Augen auf.
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Vom Lechfeld vertrieben gehen dem blinden Maulwurf an seinem neuen Platz im Innerort die Augen auf.
Bild: Heike John

Am neuen Spielort des Bunten Abends im Gymnasium in Mering wird Unterirdisches aufgedeckt und derbleckt, was für manchen lieber in der Versenkung geblieben wäre.

Unterirdisches spielt sich in Mering ab, belastendes Material tritt bei Grabungen zutage, es wird tief gebuddelt und vieles auf die Schippe genommen. In zwei ausverkauften Abendveranstaltungen und am Bunten Nachmittag hatte das Publikum am Wochenende bereits dreimal großes Vergnügen beim Blick in „Meringer Unterwelten“, so das diesjährige Motto. Und damit „im Papst-Johannes-Haus keiner wird verschütt’, steigen wir jetzt hier in der Aula in die Bütt“, so reimte Alfons Magg als Under Cover-Ermittler mit dunkler Sonnenbrille in seinem Prolog. Das Gymnasium erwies sich als perfekter Ausweichort für die beliebten Kabarettveranstaltungen der Pfarrei.

Pfarrer Thomas Schwartz zeigte sich in seiner Begrüßung erfreut, dass sich so viele Besucher „auf den Schulweg“ gemacht hatten. Sein Part beschränkte sich in diesem Jahr auf die Verhandlungen mit dem Landratsamt um die Räumlichkeiten. Der traditionelle Beitrag aus dem Pfarrhof entfiel „weil wir dort zur Zeit alle unterirdisch krank sind“, wie der Seelsorger erklärte. Ob’s der Pfarrer wohl am Rücken hat, weil er nachdem die Vision 2025 geplatzt ist, seine eigene Tiefgarage unterm Pfarrhaus gräbt?

Bunter Abend: Debakel ums Gewerbegebiet und Verkauf der Schlossmühle

Was das Publikum im Untergrund so alles erwartet, ließ sich schon beim Blick aufs Bühnenbild erahnen. Aufgeworfene Erdhügel im Vordergrund, ein Teufel unterirdisch am Werk und sogar eine U-Bahn wurden nach der gemalten Vorlage von Alfons Magg, Uschi Brem und Brigitte Wigers auf die Leinwand projiziert.

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Die U-Bahn ist ein Überbleibsel aus dem Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) und brachte das Publikum begleitet von Bettina Metz von Station zu Station durch das Programm. Mal war die Moderatorin als Bauarbeiter zugange, mal als altes Weib mit Krücken, ein andermal als Kanalratte, ganz wie es zum nächsten Beitrag passte. Doch selbst als Mafiosi mit Knarre und italienischem Akzent ging ihr das Schimpfwort „Dreckhäufe“ für die Erdhügel im Lechfeld glatt über die Lippen. Das Debakel um das Gewerbegebiet, der Verkauf der Schlossmühle, die geplatzte Vision 2025, der aussterbende Innerort und der Fernsehgottesdienst aus Mering waren Themen, die von den Gruppen unterhaltsam in allen Facetten durch den aufgewühlten Dreck gezogen wurden.

Lechfeldarchäologen finden in Mering Spuren der Osttangente

Da finden die Lechfeldarchäologen Spuren einer prähistorischen Osttangente und hegen so ihre Zweifel, ob die Bienenretter bei ihrer Plakatgestaltung nicht doch Anleihen beim Einrichter Mömax genommen haben. Wenn der Resch Boy und der Hans-Dieter Kandler sich einen Strumpf über den Kopf ziehen und einen Überfall wagen, aber statt in der Raiffeisenbank beim Hummel rauskommen, der nach seiner Schließung nicht mal mehr einen Radiergummi verkauft, weil in den Räumen jetzt ein Versicherungsbüro eingezogen ist, dann ist das ein absolut unterirdischer Überfall.

Da geht es „Rund um den Kirchturm“ schon beschaulicher zu, obwohl die Mesnerin von St. Afra unter dem Blick des Heiligen Michael doch so manchen Asylbewerber aus Kissing und von weiter her unter ihre Fittiche nehmen muss. Und wer zum Ende des ersten Teils noch nicht lustig drauf ist, wird vom Gstanzl-Duo mit dem Lach-Moro Lach-Song zur guten Laune verdonnert.

Zum Lachen war es Großmaul Grabowski allerdings nicht, als er vom Lechfeld vertrieben wurde. Doch der Maulwurf fand eine neue Bleibe im Pfarrhof, wo ihm trotz seiner Blindheit über so einige Dinge ein Licht aufging. Dass nicht alles aus dem Untergrund schlecht sein muss, zeigte die Showtanzgruppe der Trachtler unter dem Motto „Letz-Fetz“. Ihre Kellerparty bot viele Kostümwechsel und mitreißenden Rhythmus, sodass das Publikum im Anschluss wieder aufnahmefähig für teuflische Pläne war. Denn der Teufel reitet auch in Mering so manchen Bürger, wenn dieser beispielsweise eine Lärmschutzwand erwirkt, die weder die Anwohner noch die Badegäste haben wollen.

Pfarrer nach Ende der Vision 2025: „einer der nimmer lacht“

Teuflischen Spaß macht es Christine Rauner, die vermaledeiten Sünden des vergangenen Jahres auf ihren Dreizack aufzuspießen. Und weil sich plötzlich alle unterirdisch orientieren, finden die beiden Meringer Penner fast schon keinen Schlafplatz mehr und müssen um ein Haar in der gelben Tonne nächtigen. Nach mehr als drei Stunden Programm heißt es mit den Los Promillos „Nächster Halt Endstation, bitte alle ausflippen!“. Das Musikerquartett befasst sich mit dem Gefühlsleben des Pfarrers nach dem Ende der Vision „Einer der nimmer lacht“ ebenso wie mit Luggis Baggerleidenschaft. „Dreckhäufe“ hat Mering bekanntlich genug dafür.

Der letzte Bunte Abend findet am kommenden Samstag in der Aula des Meringer Gymnasiums statt. Es gibt nur noch vereinzelte Restkarten.

Mehr Fotos vom Bunten Abend gibt es hier in unserer Bildergalerie:

Unterirdisches wird bei der beliebten Kabarettveranstaltung zutage gefördert – heuer erstmals im Meringer Gymnasium als Ausweichquartier
42 Bilder
Bunter Abend in Mering
Bild: Heike John
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