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Mering

07.10.2019

Hilft ein Kreisverkehr an der Meringer Unfallkreuzung?

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Erst vor kurzem krachte es wieder einmal an der Kreuzung an der B2 bei Mering Nord.
Bild: Eva Weizenegger

Plus Das Staatliche Bauamt in Augsburg sieht momentan für die gefährliche Stelle an der B2 bei Mering-Nord keinen Handlungsbedarf. Immer wieder kracht es dort.

Es ist ein ganz normaler Mittwochmorgen. Gegen 7.32 Uhr geht bei der Meringer Feuerwehr die Meldung ein:

Unfall mit verletzten Personen. Mal wieder müssen die Rettungskräfte ausrücken zur Kreuzung an der B2 bei Mering Nord. Warum kommt es dort immer wieder zu Unfällen? Forderungen werden laut, dort einen Kreisverkehr zu installieren.

Das Staatlichen Straßenbauamt Augsburg bestätigt, dass es in Mering-Nord zu einer sogenannten Unfallhäufung kommt. Das ist dann der Fall wenn innerhalb von drei Jahren entweder drei Unfälle mit Schwerverletzten oder acht mit Leichtverletzten verzeichnet wurden. Zusammen mit der Polizei und dem Landratsamt als untere Verkehrsbehörde wurde darüber im Frühjahr bereits berichtet.

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In Mering-Nord finden hauptsächlich Unfälle mit Leichtverletzten statt, die beim Ab- oder Einbiegen sowie Kreuzen der Fahrbahn geschehen. Christoph Eichstaedt vom Staatlichen Straßenbauamt bewertet die Situation in Mering: „Das Unfallgeschehen, die Schwere und die Ursachen der Unfälle sind gemessen am Verkehrsaufkommen nicht ungewöhnlich für eine Ampel-geregelte Kreuzung.“ In den letzten Jahren wurden stetig Verbesserungen in Mering-Nord durchgeführt. Zuletzt wurden im Oktober 2018 zusätzliche Grünpfeile installiert, um zu signalisieren, dass nicht mit Gegenverkehr zu rechnen ist.

Eichstaedt erklärt, dass ein Kreisverkehr an dieser Stelle wohl nicht das Allheilmittel sei. „Diese Unfälle sind, so bedauerlich sie sind, nicht unnormal und kommen an vielen Kreuzungen vor.“

Ein einstreifiger Kreisverkehr hilft in Mering nicht viel

Nach Informationen des Staatlichen Straßenbauamtes Augsburg sind auf der B2 bei Mering Nord etwa 17000 Fahrzeuge pro Tag unterwegs. Auf der Staatsstraße 2052 im Bereich von Mering sind es etwa 13000 Fahrzeuge täglich. Hinzu kommen noch die Verkehrsteilnehmer aus dem Gewerbegebiet. „Hierzu liegen dem Staatlichen Bauamt Augsburg keine Zahlen vor“, so Eichstaedt.

Bei diesen Verkehrsmengen sei bereits abschätzbar, dass ein einstreifiger Kreisverkehr, wie in Kissing Nord vorhanden, nicht ausreichend leistungsfähig sein wird. „Erhöhen kann man die Leistungsfähigkeit, indem der Kreisverkehr an bestimmten Ästen direkte Zusatzstreifen in die nächste Ausfahrt bekäme (sogenannte Bypässe) oder es müsste über zweistreifige Zufahrten und eine zweistreifige Kreisfahrbahn nachgedacht werden.“ Hierzu wäre eine genauere verkehrliche Untersuchung erforderlich.

Sowohl Bypässe als auch zweistreifige Zufahrten seien jedoch im Hinblick auf Fußgängerquerungen gefährlich, da die Sicht auf querende Fußgänger nicht gewährleistet ist.

„Auch ein Kreisverkehr ist im übrigen keine unfallfreie Verkehrsanlage, hier passieren vorwiegend Auffahrunfälle, unter anderem verursacht durch Fußgängerquerungen“, erklärt Eichstaedt.

Ein weiterer Aspekt, der gegen den Kreisverkehr spreche, seien die hohen Kosten. „Zum einen brauchen wir dafür weitere Grundstücke und andererseits sind so enorme Umbauarbeiten nur dann vor den Steuerzahlern zu verantworten, wenn die bestehende Lösung nicht funktioniert“, erklärt Eichstaedt. Und dies sei so nicht gegeben. „Die Kreuzung in Mering funktioniert.“

Das Straßenbauamt Augsburg steht in Kontakt mit der Polizei

Auf dem Streckenabschnitt der B2 zwischen Mering über Kissing, Chippenham-Ring, AIC 25 bis hin zur Anschlussstelle Friedberg an der A8 gibt es mehrere Unfallhäufungsstellen. „Ein Ziel der Planungen zur Osttangente ist die Beseitigung all dieser Unfallhäufungsstellen durch den Neubau einer drei beziehngsweise vierstreifigen leistungsfähigen Bundesstraße, die aufgrund ihres Ausbaustandards mit Mitteltrennung und den Ein- und Ausfahrten mit entsprechenden Ein- und Ausfädelungsstreifen eine deutlich höhere Verkehrssicherheit bieten kann, als dies bei einer zweistreifigen Straße mit vielen Kreuzungen der Fall ist“, so Eichstaedt.

Grundsätzlich gelte für das Straßenbauamt, dass der jüngste Unfall wie alle anderen analysiert werden muss, bevor Rückschlüsse auf mögliche Verbesserungen an der Infrastruktur gezogen werden können.

„Wir stehen bereits in Kontakt mit der Polizei, da die Verkehrssicherheit auch eines unserer wichtigsten Anliegen ist. Jedoch haben wir mit der Infrastruktur auf viele Unfälle keinen Einfluss, als Beispiel sei hier Alkoholeinfluss, Ablenkung durch Handys, oder Übermüdung genannt“, so Eichstaedt weiter. Die häufigste Unfallursache sei im Übrigen menschliches Fehlverhalten eines einzelnen Verkehrsteilnehmers. „Und das ist auch durch einen Umbau der Infrastruktur nicht zu verhindern.“

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