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Mering

06.06.2020

Höhere Hortgebühren in Mering verärgern die Eltern

Aufgrund der schlechten Haushaltssitiuation werden zum Herbst auch die Gebühren für die Meringer Horte, hier an der Ambérieuschule, erhöht.
Bild: Heike John

Plus Ab September zahlen Eltern in Mering 30 Prozent mehr für das Betreuungsangebot. Der Beschluss des Hauptausschusses sorgt für Ärger. Wie die Erhöhung begründet wird.

Hortneubau verschoben, bevorstehender Trägerwechsel und nun auch noch Erhöhung der Gebühren für Hort und verlängerte Mittagsbetreuung um 30 Prozent. Ganz schön viele negative Nachrichten auf einmal, finden die Eltern der Meringer Hortkinder.

Die schlechte Haushaltssituation der Marktgemeinde brachte im Hauptausschuss des Gemeinderats nun auch die Hortgebühren auf den Prüfstand. Dabei wurde der bei der interfraktionellen Sitzung Ende März vorgeschlagenen Erhöhung der Betreuungsgebühren um 30 Prozent nach einiger Debatte zugestimmt. Viele Horteltern zeigten Präsenz, um die Diskussion zu verfolgen. Am Ende eines langen Sitzungsabends machten sie ihrer Verärgerung über die Erhöhung Luft. „Für eine Hausmeisterwohnung, wo unsere Kinder eingepfercht sind, nun noch mehr Geld zu zahlen, das finde ich nicht in Ordnung“, kommentierte eine aufgebrachte Mutter. „Als wir nach Mering zogen, wurde uns gesagt, für Kinderbetreuung ist gesorgt, und jetzt weiß ich nicht mal, ob ich mein zweites Kind überhaupt noch im Hort unterbringen kann. Und teurer wird es zudem noch“, zeigte sich eine andere verzweifelt.

„Es ist einfach ärgerlich“, sagte Ulrike Thiem, Vorsitzende der „Nemos“ an der Ambérieuschule. „Klar sind auch die Kindergartengebühren erhöht worden, aber diese Eltern erhalten einen Betreuungsgeldzuschuss von 100 Euro, wir Horteltern nicht."

Höhere Hortgebühren in Mering verärgern die Eltern

Über höhere Hortgebühren in Mering wurde im Hauptausschuss diskutiert

Im Kreis der Räte wurde die Erhöhung kontrovers diskutiert. Die Horte beziehungsweise die verlängerte Mittagsbetreuung werden von den freigemeinnützigen Trägern AWO, Frohsinn und ab September auch der KjF verwaltet. Die Erhöhung der Gebühren wird deshalb in erster Linie diesen Trägern zugutekommen, erklärte Bürgermeister Florian Mayer. Da der Markt Mering jedoch durch die Defizitvereinbarung die Deckung der Mehrausgaben übernimmt, würde sich hier in zweiter Linie die Höhe des Haushaltsdefizits reduzieren.

Als „Ultima Ratio“ für eine Sanierung der Gemeindefinanzen genauso wie die kürzliche Grundsteuererhöhung sieht jedoch Mathias Stößlein die Gebührenerhöhung. Der UWG-Vorsitzende plädierte dafür, die Entscheidung noch einmal zu verschieben und in der Zwischenzeit die Finanzen dahingehend zu prüfen, ob man nicht woanders einsparen könne. „Wenn Sie uns vier Wochen die Chance geben, einen Blick auf die Finanzen zu werfen und jeden Cent noch einmal umzudrehen, ließe sich die Erhöhung vielleicht umgehen.“

Stefan Gillich von der Verwaltung mahnte jedoch, dass eine Verzögerung problematisch sei, denn für die Träger laufe die Zeit, sie müssten die Betreuungsverträge abschließen. Auch Stößleins Fraktionskollegin Jessica Bader sah in der schlagartigen Erhöhung um einen so hohen Prozentsatz ein Problem. Sie treffe viele Familien doppelt.

Die Erhöhung der Hortgebühren um 30 Prozent sorgt verärgert Eltern

Dass eine stetige Erhöhung in Mering verschlafen wurde, verdeutlichte der neue Kämmerer Martin Lehner anhand eines Überblicks über den Anstieg der Betreuungsgebühren in den vergangenen Jahren und mittels eines Vergleichs zu anderen Gemeinden. Klar für die Erhöhung positionierte sich SPD-Fraktionssprecher Andreas Widmann. „Wir als Gemeinde sind schlecht aufgestellt und da ist es legitim, dass von den Eltern ein höherer Anteil getragen werden muss.“ Er sprach sich jedoch für eine nur 30-prozentige Erhöhung und nicht wie bei den Kindergartengebühren eine 50-prozentige aus, da Horte eben nicht die 100 Euro vom Freistaat bekämen.

Hort und Kindergarten seien zwei Paar Stiefel, erklärte CSU-Fraktionsvorsitzender Georg Resch. Er rief in Erinnerung, dass Horte eine freiwillige Leistung der Gemeinde seien. Dies müsse man den Leuten klarmachen. Eine Verteuerung könne zugemutet werden, denn schließlich liege die Buchungszeit für den Hort ja eher bei drei bis vier Stunden als bei acht Stunden und die Erhöhung käme somit auf 27 Euro im Monat.

Auch für Petra von Thienen war klar: „Wenn wir eine gute Qualität der Betreuung haben wollen, muss die Erhöhung sein.“ Es sei ungerechter, wenn Leute keinen Platz kriegen, als wenn sie einige Euro mehr bezahlen müssten, findet die Fraktionssprecherin der Grünen. Bedürftige könnten schließlich auch eine Erstattung vom Landratsamt bekommen. Zuletzt regte Wolfgang Bachmeier ( SPD/parteifrei) an, noch einmal die Defizitübernahme der Gemeinde zu überdenken. „Wir geben 80 Prozent, das hat sogar das Landratsamt als äußerst großzügig gewertet.“ Letztendlich wurde mit neun zu vier Stimmen die Erhöhung der Betreuungsgebühren um 30 Prozent beschlossen.

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