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Steindorf

10.01.2020

Hoffnung auf Heilung brachte eine Kapelle nach Steindorf

Die Lourdeskapelle wurde 1886 in Steindorf eingeweiht.
Bild: Hubert Raab

Der Wallfahrtsort Lourdes spielt für die Gläubigen in der Gemeinde Steindorf historisch eine wichtige Rolle.

Wer aufmerksam durch das Wittelsbacher Land fährt, findet in zahlreichen Nischen über oder neben Haustüren, in Bildstöckl oder in Kapellen und Kirchen eine Statue der Lourdesmadonna. Eine eigene Lourdeskapelle gibt es im unter anderem in Steindorf. Ausschlaggeben dafür war ein Mann: Georg Hackl. Seit 1882 war er Pfarrer in der Gemeinde. Doch bald machte ein sich verschlimmerndes Augenleiden Schwierigkeiten bei der Ausübung seines Amtes. Er soll deshalb mehrmals nach Lourdes gefahren sein, um dort Heilung zu erbitten.

Kapelle in Steindorf: Lourdes ab 1870er Jahren Wallfahrtsort für Deutsche

Den Ursprung als Wallfahrtsort hatte Lourdes, als dem vierzehnjährigen Bauernmädchen Bernadette Soubirous vom 11. Februar bis zum 16. Juli 1858 in der Grotte von Massabielle beim Fluss Gabe du Pau achtzehn Mal die Muttergottes erschienen war. „Ich sah eine weiß gekleidete Dame. Sie trug ein weißes Kleid, einen blauen Gürtel und eine gelbe Rose auf jedem Fuß in der Farbe der Kette ihres Rosenkranzes. Die Perlen ihres Rosenkranzes waren weiß“, so heißt es im Protokoll über die erste Erscheinung. Am 25. Februar 1858 legte Bernadette im Beisein von 350 Menschen eine Quelle in der Grotte frei, wie es ihr die „Dame“ aufgetragen hatte.

Lourdes entwickelte sich kurz nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870 bis 1871 zum Wallfahrtsort für deutsche Gläubige – 1875 fuhr der erste Zug mit Pilgern dorthin. Viele von ihnen brachten kleine und große Statuen der Muttergottes als Andenken in die Heimat mit. Die mitgebrachten Muttergottesstatuen sind Nachbildungen „Unserer Lieben Frau von Lourdes“, die Joseph-Hugues Fabisch nach den Angaben der hl. Bernadette 1864 schuf.

Hoffnung auf Heilung brachte eine Kapelle nach Steindorf

Steindorfer Pfarrer brachte Statue aus Lourdes mit nach Hause

Der Pfarrer von Steindorf, Georg Hackl, fand in Lourdes zwar keine Heilung, brachte aber vom Ort der Muttergotteserscheinung eine Statue mit nach Hause und beschloss dort wohl, anstelle einer bereits bestehenden uralten und ruinösen Kapelle eine Lourdeskapelle zu errichten. Den Plan dazu lieferte der Münchener Bauamtsassessor Friedrich Adelung. Es entstand ein nach Süden gerichteter Holzbau mit einem quadratischen Dachreiter. Am 2. Mai 1886 konnte die Lourdeskapelle am nordöstlichen Ortsende eingeweiht werden. Noch im selben Jahr erblindete der Pfarrherr, er starb 1889. Sein Grab befindet sich an der Südmauer der Kirche in Steindorf.

Von Gabriele und Hubert Raab

  • Buch „Kapellen im Wittelsbacher Land“, Wißner-Verlag, 190 Seiten, viele Fotografien. Das Buch ist im Verlag vergriffen. Es sind jedoch Exemplare im Landratsamt vorrätig (Kontakt: katharina.martin@lra-aic.fdb.de) sowie teilweise auch im örtlichen Buchhandel.

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