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Meing

04.03.2020

Hohes Haus in Mering-Sankt Afra sorgt weiter für Diskussionen

In Mering-Sankt Afra am Donauschwabenring soll ein mehrstöckiger Wohnkomplex entstehen.
Bild: Eva Weizenegger

Plus Ein Investor bekommt die Erlaubnis, am Donauschwabenring in Sankt Afra bei Mehring ein etwa zwölf Meter hohes Haus zu errichten.

Wohnungen sind in der Marktgemeinde Mering gefragt. Deshalb möchten Baufirmen möglichst hohe Mehrfamilienhäuser errichten. Das sorgt im Marktgemeinderat immer wieder für Diskussionen. Ein Investor hat nun in Mering St. Afra das Grundstück am Donauschwabenring 64, wo sich früher ein Lebensmittelgeschäft befand, im Blick. Der erste Entwurf war im Bauausschuss aber durchgefallen.

In seiner vergangenen Sitzung hat sich der Marktgemeinderat erneut mit dem Thema beschäftigt und gleich einen Bebauungsplan für den Bereich aufgestellt. Zunächst ging es aber um das Vorhaben selbst.

In den neuen eingereichten Plänen fiel das Gebäude nun kleiner aus. Es soll nach wie vor vier Geschosse haben. Das oberste ist aber an allen Seiten als zurückversetztes Penthouse geplant, wodurch das Gebäude nicht so massiv wirken soll. Durch den Wegfall der Fläche reduziert sich die Gesamtzahl der Wohnungen von 18 auf 17. Die Gebäudehöhe bleibt aber unverändert bei knapp zwölf Metern mit Attika.

Mehrfamilienhaus in St. Afra: Passt das Gebäude ins Ortsbild?

Schon im Bauausschuss hatte die Verwaltung erklärt, dass es für das Grundstück keinen Bebauungsplan gibt. Das Vorhaben müsse deshalb nach Paragraf 34 des Baugesetzbuches beurteilt werden, der besagt, dass sich die Gebäude in die Umgebung nach Art und Nutzung einfügen sollten. Da sich südlich vom Baugrundstück an der Egerländer Straße ein fünfstöckiger Wohnkomplex befindet, geht die Verwaltung davon aus, dass sich das Gebäude – bereits nach der alten Planung – einfügt. Werner Dehm vom Planungsbüro Opla bestätigte diese Ansicht in der vergangenen Sitzung. Deshalb hatte der Bauausschuss auch angeregt, für das Gebiet die Möglichkeit der Aufstellung eines Bebauungsplanes durch die Verwaltung prüfen zu lassen und den Stadtplaner einzuschalten.

Wohnraum ist Mering gefragt. Deshalb wollen Firmen Mehrfamilienhäuser bauen.
Bild: Alexander Kaya (Symbol)

CSU-Sprecher Georg Resch hob hervor, dass die Pläne abgeändert worden waren. „Das sollten wir honorieren.“ Petra von Thienen von den Grünen sprach sich für einen Bebauungsplan aus. Letztlich segnete die Mehrheit des Gemeinderats das Mehrfamilienhaus am Donauschwabenring in der neuen Form ab.

Danach erläuterte Stadtplaner Dehm seine Erkenntnisse zum Ortsbild von St.-Afra. Die Grundstücksfläche, auf der das neue Mehrfamilienhaus entstehen soll, befindet sich in der Nähe des sogennanten Altortes, der nördlich anschließt. Südlich des Karlsbader Weges beginnt der neuzeitlichere Teil der Siedlung. Die Struktur im für den Bebauungsplan relevanten Bereich sei vom nördlichen Ortsanfang bis zum Karlsbader Weg geprägt von Bauten mit zwei Vollgeschossen und Dachgeschoss.

Mering: Nachverdichtung ist gefragt - aber eine maßvolle

Ausreißer sei der fünfstöckige Wohnkomplex an der Egerländer Straße. Dehm schlug der Gemeinde mehre Optionen vor, die mit einem Bebauungsplan verfolgt werden könnten. Es sei beispielsweise möglich, stringent den prägenden Charakter beizubehalten, aber auch die bauliche Nachverdichtung zu verfolgen, was weitere Wohnkomplexe zur Folge hätte. Der Marktgemeinderat entschied letztlich mehrheitlich, einen Mittelweg zu wählen. Der sieht vor, den Ortscharakter beizubehalten, aber auch eine „verträgliche Nachverdichtung “ zuzulassen. Konkret heißt das beispielsweise, dass der neue Bebauungsplan „nördliche Afrastraße“ zukünftig statt zwei auch dreigeschossige Gebäude zulässt. Das Büro Opla bekam den Auftrag, den Plan auszuarbeiten.

Am Ende stand noch die Frage einer Veränderungssperre im Raum. Da der Marktgemeinderat aber dem Bau des neuen Mehrfamilienhauses zugestimmt hatte, riet Dehm davon ab. Schließlich hätte dann zwei Jahre lang in dem Bereich nicht gebaut werden dürfen. Der Marktgemeinderat entschied sich einstimmig dagegen.

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