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Umwelt

07.03.2013

Im Gedenken an Fukushima

Die Dampfwolken aus den Kühltürmen des Atomkraftwerks in Gundremmingen sind an klaren Tagen auch vom Lechrain aus zu sehen.

Parteien und Verbände fordern die Stilllegung von Gundremmingen

Aichach-Friedberg Fukushima liegt über 9000 Kilometer entfernt. Dass die Gefahren der Atomkraft trotz dieser Distanz auch bei uns gegenwärtig sind, daran erinnern Parteien und Verbände im Landkreis zum zweiten Jahrestag der Reaktorkatastrophe an der japanischen Ostküste. Das Atomkraftwerk Gundremmingen im Landkreis Günzburg sei ein Siedewasserreaktor vom gleichen Typ wie das in Fukushima, sagt Michael Bettinger, der Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz Aichach-Friedberg. Die Dampfschwaden der Kühltürme von Gundremmingen sind an klaren Tagen vom Lechrain aus nicht nur gut zu sehen – bei einem Unfall müsste je nach Windrichtung das Wittelsbacher Land evakuiert werden.

In Günzburg findet am Samstag, 9. März, eine Demonstration der Atomkraftgegner statt. Um 14 Uhr sprechen Hubert Weiger, der Vorsitzende des Bund Naturschutz Deutschland, und der Atomexperte von Greenpeace, Heinz Smital, auf dem Marktplatz der schwäbischen Stadt. Smital berichtet dabei aus erster Hand von der aktuellen Situation in der japanischen Krisenregion. Über 100000 Menschen mussten vor zwei Jahren aus ihrer Heimat fliehen, viele von ihnen konnten bis heute nicht zurückkehren. Der Bund Naturschutz ruft ebenso wie die Grünen zur Teilnahme auf.

Auch die Grünen fordern, die Atomkraftwerke möglichst schnell stillzulegen – und zwar die gefährlichsten, zu denen auch Grundremmingen gehöre – zuerst. „Sieben von neun Siedewasserreaktoren sind in Deutschland bereits abgeschaltet. Nur noch die zwei in Gundremmingen laufen noch, ohne risikogerechte Haftpflichtversicherung, das Risiko müssen die Menschen in unserer Region tragen“, kritisierte der Kreisvorsitzende der Grünen, Klaus Becker. Nichts schadet nach seinen Worten der schwäbischen Wirtschaft so sehr wie die fortgesetzten Versuche, die erneuerbaren Energien und die Energiewende abzuwürgen: „Viele schwäbische Unternehmen leisten Hervorragendes bei energieeffizienten Produkten und energiesparender Produktion.“

Die Unabhängigen laden zu einer Gedenkstunde für die Opfer der Umweltkatastrophen in Fukushima und Tschernobyl ein. Sie findet am Sonntag, 10. März, um 14 Uhr vor der Hauptschule in Aindling statt, zeitgleich mit dem Osterbasar der Initiative „Hilfe für Kinder aus Tschernobyl“. Es werden Luftballons in den Himmel steigen, um sinnbildlich auf eine atomare Wolke hinzuweisen.

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