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Immobilien in Friedberg: Wie Friedberg die Wohnungsnot anpackt

Immobilien in Friedberg

Wie Friedberg die Wohnungsnot anpackt

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    Auf dem 6500 Quadratmeter großen Grundstück südlich der Konradinstraße entstehen Mehrfamilien- und Reihenhäuser.
    Auf dem 6500 Quadratmeter großen Grundstück südlich der Konradinstraße entstehen Mehrfamilien- und Reihenhäuser. Foto: Thomas Goßner

    Statt Flächenfraß eine Verdichtung bestehender Wohngebiete – diese Karte spielt die Stadt Friedberg beim Kampf gegen die Wohnungsnot. In seiner jüngsten Sitzung brachte der Umwelt- und Planungsausschuss mehrere Projekte auf den Weg.

    Einigung an der Friedberger Konradinstraße

    Zwei Wohnblocks und mehrere Reihenhäuser sind im Bereich Aichacher Straße//Gutenbergstraße/Konradinstraße geplant. Die Anwohner fürchten dadurch negative Folgen sowohl für das Erscheinungsbild ihres Viertels wie auch durch den zusätzlichen Verkehr in den engen Wohnstraßen. Sie führten darum selbst Verhandlungen mit einem der Bauträger, die nun in das Bebauungsplanverfahren einfließen.

    Am Umfang der Bebauung wird zwar nicht gerüttelt. Auf einer Fläche von rund 6500 Quadratmetern sind 33 Wohneinheiten geplant. Jedoch soll die Zufahrt zur Tiefgarage komplett über die Konradinstraße führen. Die von einem der Bauherren gewünschte Zufahrt über einen Stichweg an der Kurve der Gutenbergstraße wird auch seitens der Stadt Friedberg als nicht realisierbar erachtet.

    Bürgermeister Roland Eichmann kündigte an, dass beim geplanten Umbau des Kreuzungsbereichs Aichacher Straße/Joseph-Hohenbleicher-Straße auch die Ausfahrtmöglichkeiten von der Konradinstraße deutlich zu verbessern. Thomas Kleist (CSU) sah die Stadt beim Thema Schaffung von neuem Wohnraum auf dem richtigen Weg. Man werde beiden Seiten, Bauherren und Anwohnern, gerecht. Marion Brülls (Grüne) kritisierte den Kahlschlag auf dem Gelände und forderte für die Zukunft Bauvorhaben im Einklang mit der Natur. Man werde dem Gebot der Verdichtung gerecht, ohne die Nachbarn im Übermaß zu strapazieren, sagte Roland Fuchs (SPD). Aus deren Kreis hieß es, viele Anlieger zeigten sich mit diesen Entwicklungen nicht unzufrieden.

    Baugenossenschaft Friedberg will an der Frühlingsstraße noch heuer starten

    Zum 100-jährigen Bestehen packt die Baugenossenschaft Friedberg ein großes Projekt an. Die alten Häuser an der Frühlingsstraße werden Zug um Zug durch Neubauten ersetzt. Zur Bahnlinie hin sind drei nahezu quadratische Häuser mit drei Stockwerken und Zeltdach geplant - eine Architektur, die seit den 1920er-Jahren im Quartier vertreten ist. Nördlich der Frühlingsstraße könnten entweder fünf baugleiche dreistöckige Häuser entstehen. Oder aber vier Häuser mit jeweils vier Stockwerken und Zeltdach, bei denen dafür die Abstandsflächen größer sind. Eine Tiefgarage für 200 Fahrzeuge ist auf der Nordseite geplant. Oberirdisch soll der Charakter als Grünquartier mit Begegnungsräumen erhalten bleiben.

    Für das Gebiet besteht bereits ein Bebauungsplan, der für das Vorhaben der Baugenossenschaft aber geändert werden muss. Dieses Verfahren leitet die Stadt nun für die beiden Grundstücke Frühlingsstraße 12 und 14 ein. Die beiden Häuser sind nicht mehr bewohnbar und stehen bereits leer. Die Baugenossenschaft will noch heuer mit dem Projekt beginnen, um zeitnah bezahlbare Mietwohnungen zur Verfügung stellen zu können.

    Wohnen statt Arbeiten an der Metzstraße

    Zum Abschluss gebracht wurde das Bebauungsplanverfahren für das Grundstück Metzstraße/Mittlerer Lechfeldweg in Friedberg-West. Auf der bislang gewerblich genutzten, 2500 Quadratmeter großen Fläche sollen zwölf Wohnungen entstehen. Ursprünglich war eine wesentlich massivere Bebauung mit einem 38 Meter langen Riegel im Süden des Areals geplant. Nach massiven Nachbarprotesten wurde das Vorhaben in zwei Schritten reduziert. Doch noch immer steht eine Klageandrohung im Raum.

    „Es liegt in der Natur der Sache, dass nicht alle Hurra schreien“, räumte Roland Fuchs ein. Aus seiner Sicht ist es aber ein gelungener Kompromiss. Thomas Kleist sprach von einer Verbesserung für den Stadtteil. Für Marion Brülls ist es das sehr gute Ergebnis eines langen Prozesses, an dem sich viele beteiligten. Nur Johannes Hatzold (Freie Wähler) blieb bei seiner Kritik, kündigte aber die Zustimmung „mit geballter Faust in der Tasche“ an.

    Friedberg-West Für das knapp zehn Hektar große Viertel zwischen Augsburger, Meringer, Fürstenfelder Straße und Paartalbahn will die Stadt einen Rahmenplan erlassen. Sie reagiert damit auf den Umstand, dass zuletzt vermehrt Grundstücke geteilt und neu bebaut worden sind.

    Ein Rahmenplan für Friedberg-West

    Der Rahmenplan soll gewährleisten, dass einerseits Wünsche nach Nachverdichtung erfüllt, andererseits aber den Gartenstadtcharakter der in den 1940er-Jahren entstandenen Siedlung gewahrt werden kann. Die Grundstücksbesitzer können ihre Sicht zu dem Konzept in die Diskussion einbringen.

    Lesen Sie dazu den Kommentar von Thomas Goßner: Wohnungsbau in Friedberg: Wo bleibt die Initiative?

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