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Aichach-Friedberg

05.01.2019

Karambolagen: So oft kracht es im Wittelsbacher Land

Es gibt es im Landkreis Aichach-Friedberg weniger Pkw-Schadensfälle als im Deutschlandschnitt. Unser Bild stammt von einem Unfall bei Merching im Oktober.
Bild: Feuerwehr Merching

Plus Im Kreis Aichach-Friedberg gibt es weniger Schäden an Autos als im deutschlandweiten Durchschnitt. Einige Auto-Marken sind öfters betroffen als andere.

Bei Autofahrern wächst im Winter die Angst vor Unfällen – dabei passieren im Dezember nur 7,5 Prozent aller Crashs des Jahres. Im Juni sind es dagegen 9,9 Prozent. Dieser Wert stammt aus dem Karambolage-Atlas der Generali-Versicherung, der mit weiteren guten Nachrichten aufwarten kann – zumindest für das Wittelsbacher Land. Denn hier ist es offenbar für Autofahrer sicherer als im Deutschlandschnitt. Pro Jahr haben 11 Prozent der Pkw-Halter einen Schadensfall – bundesweit sind es 11,7 Prozent. Fahren die Menschen hier also besser Auto?

So manchem mag es Genugtuung bereiten, dass die Schadenshäufigkeit in der Nachbarstadt Augsburg (wo man bekanntlich bösartige Wortspiele mit dem Kennzeichen AIC betreibt) noch um einiges höher ist als im Umland. Generali rückt das zurecht: Grundsätzlich gelte die Regel, dass sich die Fälle dort häufen, wo viele Menschen auf engem Raum leben. Allerdings liegt die Quote im Kreis Fürstenfeldbruck trotzdem bei 12,4 Prozent... Doch mag das seine Ursache einfach am schlechten Wetter . Denn trotz seines Namens beschränkt sich der Karambolage-Atlas nicht auf durch Verkehrsunfälle (2017 waren es im Landkreis 3810) verursachte Schäden. Auch Vandalismus und Unwetterschäden werden aufgeführt. Etwas unangenehm für die Aichach-Friedberger: Wenn es Schäden gibt am Auto, sind sie höher als im Deutschlandschnitt, nämlich 2508 Euro (deutschlandweit 2300 Euro).

Haben Frauen mehr Unfälle als Männer?

Nachdem das geklärt ist, kommen wir zur Frage der Fragen: Fahren Frauen wirklich schlechter Auto als Männer? Laut Studie nicht. Die Schadenshäufigkeit nach Geschlechtern unterscheidet sich nur geringfügig. Bei der gesetzlich vorgeschriebenen Haftpflicht (sie kommt für Sach-, Personen- und Vermögensschäden auf, die vom Versicherungsnehmer verursacht wurden) hatten im Jahr 2017 im Landkreis 3,9 Prozent der Frauen einen Schaden; jedoch vier Prozent der Männer. Allerdings fließen in die Statistik nur die Fahrzeughalter ein, nicht die tatsächlichen Fahrer.

Die Polizei hält eine Trennung nach Geschlechtern in der Unfallstatistik ohnehin nicht für sinnvoll, sondern schaut eher auf das Alter. Siegfried Hartmann vom Polizeipräsidium Schwaben Nord erläutert: So lässt sich erkennen, ob sich Modelle wie das begleitete Fahren ab 17 Jahren bewähren. Es lassen sich auch Schlüsse daraus ziehen, ob zum Beispiel für ältere Verkehrsteilnehmer Schulungen angeboten werden müssen.“ Das Ziel sei mehr Verkehrssicherheit.

Auch der Unfallforscher Siegfried Bockmann bestätigt: „Bei schweren Unfällen sind Männer deutlich überrepräsentiert. Unser Hauptproblem sind junge Männer.“ Brookmann arbeitet für die Unfallforschung der Versicherer im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Frauen fahren ihm zufolge defensiver. Und sie seien öfter als Männer mit leistungsschwächeren Pkw in Unfälle verwickelt.

In Aichach-Friedberg liegt Skoda bei Schadensfällen vorne

Tendenziell geht mehr Leistung auch mit einer höheren Schadenhäufigkeit einher: Schwach motorisierte Autos mit maximal 75 PS kommen lediglich auf eine Schadenhäufigkeit von 6 Prozent. Dagegen kommen Fahrzeuge mit 250 bis 300 Pferdestärken auf 19,9 Prozent. Außerdem wird Fahrern sogenannter Premium-Marken nachgesagt, dass sie besonders rabiat fahren. Bundesweit mag das stimmen, da stammen 5,4 Prozent der Haftpflicht-Schäden von Mercedes-Benz und 5,2 von BMW. Nicht jedoch im Wittelsbacher Land. Hier liegt Skoda vorne. Das regionale Schadens-Ranking nach Marken:

  • Skoda 6,5 Prozent


  • Fiat 6,0 Prozent


  • Ford 5,9 Prozent


  • Toyota 5,5 Prozent


  • Mercedes 4,6 Prozent


  • VW 4,6 Prozent


  • Renault 4,3 Prozent


  • BMW 4,0 Prozent


  • Opel 4,0 Prozent


  • Audi 2,4 Prozent


Wer mit seinem Auto das sichere Wittelsbacher Land verlässt, sollte übrigens nicht nach Berlin fahren. Dort beträgt die Schadensquote 15,5 Prozent. (mit mcz)

Lesen Sie dazu den Kommentar: Starke Frauen sitzen am Steuer

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