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03.04.2018

Karl-May-Festspiele: Dasinger Western-City sucht Statisten

Indianer und Banditen werden für die neue Inszenierung der Karl-May-Festspiele in der Western-City gesucht.
Bild: Peter Stöbich

Für die Karl-May-Festspiele in Dasing werden noch Statisten gesucht. Der Regisseur erzählt, was das Besondere an dem Stück „Das Tal des Todes“ ist.

 Auf Personalsuche ist Peter Görlach, der als Autor, Regisseur und Hauptdarsteller dieses Jahr zum 13. Mal für die Süddeutschen Karl May-Festspiele in Dasing verantwortlich sein wird. „Für unser 80-köpfiges Ensemble brauchen wir noch böse Banditen und stolze Indianer“, sagt er, „denn aus beruflichen und anderen Gründen scheiden mehrere Mitspieler aus.“

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Casting ist am 8. April

Gesucht werden Statisten, die in der temporeichen Neuinszenierung „Das Tal des Todes“ aber weder reiten noch reden müssen; wer sich in das Tal wagt und im Sommer ausreichend Zeit hat, kann sich am Sonntag, 8. April, ab 16 Uhr in der Western-City vorstellen. Wem dieser Termin nicht passt, der kann sich auch unter festspiele-goerlach@gmx.de melden.

„Kostüme und Waffen werden von uns gestellt“, so der Regisseur, der zum einen sportliche junge Leute für Action- und Kampfszenen sucht. „Zum anderen brauchen wir Männer aller Altersklassen, die in der Freilichtkulisse Indianer verkörpern, gern auch rüstige Rentner.“ Schauspielkenntnisse sind nicht erforderlich, denn es gibt keine Gage. Nicht ganz unproblematisch für die Darsteller ist, dass sie lange Zeit zur Verfügung stehen sollten: Von den Mitte Mai beginnenden Wochenend-Proben bis zum Ende der Sommerferien.

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Premiere Ende Juli

In seiner neuen Inszenierung wird Görlach ab Ende Juli als Hehata-Schanteh, Häuptling der Marikopas, in der Dasinger Arena stehen. Von den Weißen hinters Licht geführt, gräbt er das Kriegsbeil gegen alle Bleichgesichter aus. Bereits 1988 hatte er die Karl-May-Festspiele Gföhl in Niederösterreich gegründet. Schauspielunterricht sowie eine Stunt- und Trickreitausbildung in Ungarn bildeten die Basis für die Gründung der May-Spiele in Winzendorf 1994.

Seine endgültige Entscheidung, das Hobby zum Beruf zu machen, fiel 2000. In den folgenden Jahren arbeitete er als Showmanager in der Westernstadt No Name-City bei Wien. Als Kenner der indianischen Kultur und der umfangreichen Karl-May-Literatur war Görlach 2005 bei der Premiere der Festspiele in Dasing beratend tätig. Im Jahr darauf nahm ihn die Western-City unter Vertrag. „Ich will keine wilden Action-Baller-Aufführungen“, sagt der Berufsindianer, „sondern das Märchenhafte und die Romantik der May-Bücher als Unterhaltung für die ganze Familie präsentieren.“ So werde auch die indianische Philosophie deutlich.

Sven Kramer spielt den Bösewicht

Erstmals wird in Dasing heuer Profi-Schauspieler Sven Kramer mit dabei sein, der den Bösewicht Senator Walker verkörpert und sich mit Hehata-Schanteh verbündet. Die Fernsehzuschauer kennen Kramer aus Serien wie „Rosenheim-Cops“, „Soko München“ oder „Der Alte“.

An seiner Seite ist Volker Waschk von der Geschäftsleitung der Western-City und der Festspiele in der Rolle des Martin Adler zu sehen, der als Aufseher auf einer Baumwollplantage mit der „Weißen Taube“ nach einem dramatischen Familienschicksal seine große Liebe findet. Waschk hatte seine Liebe zu den Dasinger Spielen entdeckt, als er mit seinem Fernsehteam die DVD zur ersten Inszenierung „Im Tal des Todes“ produzierte.

Denn das Stück war vor zehn Jahren schon einmal mit Horst Janson als Hauptdarsteller in der Western-City zu sehen und zählt zu den Klassikern von May. Die deutsche Verfilmung „Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten“ aus dem Jahr 1968 hat mit dem May-Roman nichts zu tun und ist eher ein Remake vom „Schatz im Silbersee“. Der Streifen markierte das Ende der erfolgreichen Karl May-Filmserie in den 60er-Jahren.

Görlach: „,Im Tal des Todes’ ist Teil einer Erzählung, die der Autor ursprünglich unter dem Titel ,Deutsche Herzen – Deutsche Helden’ als Fortsetzungs- und Kolportageroman geschrieben hat. Auf 2610 Seiten in insgesamt 109 Heften werde der Leser in der Originalfassung fortlaufend in Spannung versetzt: „Es wird geritten, geliebt, belogen und betrogen!“

Die Kolportageromane von May zeigen laut Görlach ein hohes Maß an Fabulierkunst und handwerklichem Können: „Geschickt versucht der Autor, den Leser zum Weiterlesen und somit zum Kauf eines neuen Heftes zu animieren – ähnlich wie bei der Fernsehserie ,Dahoam is dahoam’ will man immer wissen, wie es weiter geht.“ Obwohl sich die Kolportageromane Mays in mancher Hinsicht von seinen Klassikern unterscheiden, haben sie alle etwas gemeinsam: Den Sieg des Guten über das Böse und die Vermittlung von Werten, die auch heute noch hoch

aktuell sind: Freundschaft, Friede und Völkerverständigung.

Premiere und weitere Termine

„Das Tal des Todes“ hat in der Western-City am Freitag, 27. Juli, um 20 Uhr Premiere. Vorstellungen Bis zum 9. September gibt es weitere Vorstellungen samstags um 16 und 20 Uhr sowie sonn- und feiertags um 16 Uhr. Gespielt wird in der Freilichtbühne bei jedem Wetter, denn die Zuschauertribünen sind überdacht.

Zur Homepage der Karl-May-Festspiele

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