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Kissing

13.12.2019

Kissing: Bäume in Allee bei Mergenthau sind nicht zu retten

Im Kissinger Gemeindeteil Mergenthau müssen zahlreiche Bäume einer Allee gefällt werden.
Video: Christian Gall

Plus Im Kissinger Gemeindeteil Mergenthau müssen zahlreiche Bäume einer Allee gefällt werden. 107 von ihnen sind vom Eschentriebsterben betroffen.

Bedrückt ist die Stimmung, als sich Vertreter von Gemeinde, unterer Naturschutzbehörde und von Gut Mergenthau in der Baumallee bei Mergenthau versammeln. Die Eschen, die dort seit 80 bis 100 Jahren die Straße säumen, sind vom Eschentriebsterben befallen. Keiner der 107 Bäume ist davon verschont, wie ein Gutachten sagt. Bei 29 von ihnen ist der Zustand so prekär, dass Gefahr vor herabfallenden Ästen besteht. Daher müssen die Bäume gefällt werden – die ersten zwei bereits am gestrigen Donnerstag.

Dem Bauamtsleiter der Gemeinde, Alfred Schatz, zufolge besteht Gefahr für Radfahrer und Spaziergänger, von denen der Weg regelmäßig genutzt wird. Daher wird die Allee nun vollständig gesperrt – während zuletzt ein Schild mahnte, dass das Betreten auf eigene Gefahr erfolgt, trägt ein neuer Hinweis die klare Botschaft „Betreten verboten“.

Zwei der Bäume drohten auf einen Hof zu fallen, daher wurden sie am Donnerstag gefällt.
Bild: Christian Gall

Allee bei Kissing bietet Lebensraum für Vögel und Fledermäuse

Vor rund einem Jahr sei die Erkrankung der Bäume erstmals erkannt worden, sagt Ulrich Resele vom Gut Mergenthau. Da die Eschen zum Teil auf dem Gebiet stehen, das zum Landgut gehört, wurde auf Initiative der Eigentümer die untere Naturschutzbehörde eingeschaltet, die das Gutachten zu den Bäumen erstellt hat. Darin wurde deutlich, wie schlecht es um die Eschen steht. Die als „prekär“ eingestuften Bäume sollen in den kommenden Monaten gefällt werden, sagt Georg Wenger von der unteren Naturschutzbehörde: „Bis Februar muss das abgeschlossen sein, damit die Arbeiten nicht in die Brutzeit verschiedener Vögel fallen.“ Nicht nur für Vögel ist die Allee ein Lebensraum, auch Fledermäuse finden dort Unterschlupf. Wie Wenger sagt, sei es von Vorteil, dass die Fällung jetzt durchgeführt wird – während frostiger Perioden seien die Tiere an kältesicheren Orten zu finden und nicht an Bäumen.

Wie es dann mit den verbliebenen Bäumen weitergeht, müsse sich zeigen – ein Bescheid, der das Vorgehen aufzeigt, steht derzeit noch aus. Resele zufolge müsse voraussichtlich von einigen Bäumen Totholz entfernt werden. „Der Allee-Charakter soll auf jeden Fall erhalten bleiben“, sagt er. Auch für eine Neupflanzung gibt es bereits Pläne. Laut Monika Fottner, Besitzerin von Gut Mergenthau, sei eine Mischung verschiedener Baumarten denkbar – etwa Linde, Ahorn und Roteiche.

Bäume in der Allee sind gefährlich für Passanten

Das Eschentriebsterben, das den Bäumen in der Allee zusetzt, ist ein inzwischen weitverbreitetes Phänomen, mit dem auch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zu tun hat. Der stellvertretende Abteilungsleiter des Bereiches Forsten am Amt in Augsburg, Hubert Meßmer, kennt derartige Fälle: „Im gesamten Amtsbereich haben wir damit zu tun.“ Durch Pilzbefall setzt das Eschentriebsterben ein, meist kommen Sekundärerkrankungen hinzu. Das kann so weit gehen, dass die Wuzeln verfaulen. „Ist das der Fall, können Bäume schon durch eine kleine Erschütterung umfallen“, sagt Meßmer.

Dunkle Flecken im Stamm deuten auf Krankheiten hin.
Bild: Christian Gall

Die zwei Bäume, die am Donnerstag gefällt wurden, waren solche Risikofälle. Es bestand Gefahr, dass sie auf den Hof von Johann Müller stürzen, der direkt an der Allee liegt. Daher sägte Ulrich Resele die Eschen um. Ein Blick auf den Baumstamm zeigte dunkle Flecken – Folgen von Krankheiten, die den jahrzehntealten Baum befallen hatten.

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