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Kissing
30.11.2019

Grundschul-Ausbau: So geht es in Kissing weiter

Kissings Grundschule muss dringend vergrößert werden.
Foto: Philipp Schröders (Archiv)

Die Erweiterung der Kissinger Grundschule soll einem Konzept folgen, das zeitgemäße Unterrichtsmethoden unterstützt. Mehr Platz wird dringend benötigt.

Im Augenblick sind es Improvisationstalent und Kreativität, die dafür sorgen, dass der Schulbetrieb in Kissing laufen kann. Das Gebäude der Grundschule platzt bald aus allen Nähten, denn die Zahl der Schüler wächst enorm. Daher plant die Gemeinde Kissing den Ausbau – mit einem modernen Konzept, das in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgestellt wurde.

Über den aktuellen Zustand in der Schule gab die Rektorin Annika Lauter einen Überblick: „Schon vor einem Jahr stand ich vor dem Gemeinderat und sagte, dass wir mehr Räume brauchen.“ Seitdem hätten sich zwei Dinge geändert: Die Anzahl der Schüler und der Anspruch auf den Ganztag. Derzeit besuchen 430 Kinder die Kissinger Grundschule – ein Anstieg von 14 Schülern im Vergleich zum vorangegangenen Schuljahr. „Mit dieser Steigerung haben wir wirklich nicht gerechnet“, sagte Lauter. Außerdem besuche inzwischen rund die Hälfte der Kinder den Ganztag. „Wir müssen oft improvisieren, um mit dem Platz auszukommen“, erzählte die Schulleiterin. Trotz von der Gemeinde bereitgestellten Noträumen sei es manchmal unumgänglich, dass Kinder auch bei Wind und Wetter nach draußen müssen, erklärte Lauter auf Anfrage.

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In der Grundschule Kissing soll es nicht nur Frontalunterricht geben

Abhilfe soll die Erweiterung des Schulhauses schaffen. Das Konzept dazu entwickeln Schule und Gemeinde gemeinsam mit der mittelfränkischen Firma „LernLandSchaft“. Deren Geschäftsführerin Karin Doberer stellte in der Gemeinderatssitzung die Ergebnisse bereits stattgefundener Workshops vor. Das neue Konzept setzt auf eine mehrfache Nutzung von Räumen – das heißt, dass etwa ein Unterrichtsraum auch dafür ausgelegt ist, Kindern einen geeigneten Platz für Gruppenarbeiten und Ganztagesbetreuung zu liefern. Ein Beispiel dafür sind Werkräume, in denen Schüler auch am Nachmittag handwerklich tätig sein können. Auch Gänge sollen Aufenthaltsqualität bieten, damit Kinder dort arbeiten können und Lehrer sie vom Klassenzimmer aus im Auge behalten können. „Im Moment nutzen wir bereits die Flure, allerdings gibt es dafür bauliche Hindernisse“, sagte die Schulleiterin Annika Lauter.

Das Konzept von „LernLandSchaft“ verspricht, Raum für modernen Unterricht zu schaffen. „Der Frontalunterricht, den viele Menschen noch aus der eigenen Schulzeit kennen, ist heute nicht mehr das Ziel“, sagte Karin Doberer. Moderner Unterricht setze auf Gruppenarbeit, welche die Lern- und Teamkultur unterstützt: „Wichtig sind dafür Lehrer, die ihren Unterricht zeitgemäß halten.“ Dass dies in Kissing wohl der Fall ist, zeigte sich nach der Vorstellung des Konzepts durch Karin Doberer – das zahlreich anwesende Publikum, in dem Lehrer der Schule sowie Mitglieder des Elternbeirats und des Fördervereins saßen, applaudierten zum Ende des Vortrags. Von den Gemeinderäten kamen ebenfalls positive Reaktionen – Katrin Müllegger-Steiger (Grüne) etwa meinte dazu: „Ich bin selbst Lehrerin und finde, dass die Lernlandschaften richtig tolle Chancen bieten.“ Auch Franz-Xaver Sedlmeyr (CSU) sieht den Plan als Optimum. „Beim Umbau müssen wir aber vielleicht noch Kompromisse eingehen“, merkte er an. Die Schulleiterin Annika Lauter steht ebenfalls hinter dem Konzept: „Es ist sehr gut geeignet für modernen Unterricht.“ Ihr liege es am Herzen, dass die Schüler eine gute Umgebung vorfinden: „Wenn Kinder am Tag lange in der Schule sind, brachen sie dort ein Lebensraum und nicht nur ein Klassenzimmer mit Linoleumboden.“

In Kissing könnte es bald 540 Schüler geben

Dass die Nachfrage nach Schulplätzen hoch bleiben wird, konnte der Diplom-Statistiker Christian Rindsfüßer vom Institut SAGS den Gemeinderäten aufzeigen. Kissing gewinnt beinahe jedes Jahr durch Zuzug an Bevölkerung. Die stärkste Gruppe sind dabei Menschen zwischen 30 und 39 Jahren, zusammen mit Kindern unter 18 Jahren – junge Familien also. Besonders stark wächst dadurch die Zahl der unter 3-Jährigen an, alleine von 2015 bis 2017 kamen 23 Kinder in diesem Alter durch Zuzug in die Gemeinde. Aus diesen Daten hat Rindsfüßer eine Prognose der Schülerzahlen erstellt, in der er von einem gleichbleibenden Zuzug nach Kissing ausgeht. Außerdem rechnet er damit, dass die Anzahl der Kissinger Kinder, die die Grundschule besuchen, gleich bleiben wird – denn einige Kinder besuchen aktuell auch andere Einrichtungen, etwa Privat- oder Förderschulen. So kommt der Statistiker auf einer Schülerzahl, die im Schuljahr 2024/25 540 erreicht. Sollen die Klassenstärken nicht anwachsen, sind dafür sechs Klassen pro Stufe notwendig. Im Moment ist die Schule noch fünfzügig. Diese Berechnungen gehen nun an die Regierung von Schwaben, die über die Förderung des Schulausbaus entscheidet. Sollte diese erteilt werden, ist das Projekt einen großen Schritt weiter – allerdings dürfte es dennoch bis zum Jahr 2023 dauern, bis der Umbau abgeschlossen ist.

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