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08.11.2017

Kissinger baut Soja ohne Gentechnik an

Landwirt Ludwig Asam sprach zu gentechnikfreiem Soja.
Bild: Peter Holthaus

Ernährungsthema beim Bündnis für Nachhaltigkeit

Mit fast 60 Besuchern war auch das dritte Zukunftskino in der Meringer Bücherei wieder sehr gut besucht, und das trotz des etwas sperrigen Themas „Futtermittel in der Landwirtschaft“.

„Das liegt offensichtlich am nach wie vor großen Informationsbedarf der Bürger bei Themen, die sich ums Essen drehen“, freute sich Michael Dudella vom Meringer Bündnis für Nachhaltigkeit. Laut Greenpeace haben Umfragen gezeigt, dass die meisten Deutschen den Anbau von Gentechnikprodukten ablehnen. Den meisten ist aber nicht bekannt, dass ein Großteil der Futtermittel für unsere Tiere, und hier vor allem Soja, zu mehr als drei Vierteln von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) stammen. Über Fleisch, Eier und Milchprodukte konsumieren viele von uns Produkte, die so erzeugt wurden.

Der Hauptteil des Abends war dem Film „Der Landhändler“ von Bertram Verhaag gewidmet. Er zeigte am Beispiel des niederbayerischen Querdenkers Josef Feilmeier auf, dass es auch anders geht. Seit 1996 bietet dieser regional erzeugte gentechnikfreie Futtermittel an. Im Anschluss an den Film stellte der Kissinger Biobauer Ludwig Asam seinen Hof und seinen auf regionales Soja spezialisierten Futtermittelbetrieb vor. Er erläuterte dabei auch, dass der ständig steigende Pestizideinsatz beim Anbau von gentechnisch verändertem Soja in Nord- und Südamerika inzwischen zu gravierenden und kaum mehr beherrschbaren Resistenzen bei Schädlingen und Unkräutern geführt habe. Er sieht die Zukunft seines seit sieben Generationen bestehenden Hofes ebenso wie Josef Feilmeier daher im Ausbau der regionalen und gentechnikfreien Futtermittelerzeugung, die schon sein Vater vorausschauend begonnen hat. Sorgen machen ihm die für Kleinbetriebe kaum mehr erfüllbaren gesetzlichen Vorschriften. Besonders gravierend und existenzbedrohend sei für seinen Betrieb der Bau der Osttangente, wodurch knapp ein Drittel seiner Agrarflächen durch eine mögliche Zwangsenteignung bedroht sind.

In der anschließenden Diskussion wurde auch die Frage gestellt, wie denn gentechnikfreie Produkte zweifelsfrei erkennbar sind. Wer biologische Produkte einkauft, liegt auf der sicheren Seite, denn dort ist Gentechnik generell nicht erlaubt. Bei Produkten der konventionellen Landwirtschaft bleibt derzeit nur, auf das freiwillige Siegel „Ohne Gentechnik“ zu achten. Hilfreich ist hier auch eine informative und über das Internet bestellbare Broschüre von Greenpeace, die gentechnikfreie Produkte der Discounter auflistet. (FA)

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