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Ried

13.02.2020

Klamottenkiste in Ried muss sich ein neues Zuhause suchen

Heide Pruss (rechts) und Kariene Eikelmann freuen sich mit Rabia, Rhiyami und Yna über die vielen Schätze in der kleinen Klamottenkiste.
Bild: Christine Hornischer

Eltern setzen bewusst auf Nachhaltigkeit und profitieren vom Angebot in Ried. Doch die Zukunft des Secondhandladens ist ungewiss, denn das Haus wird abgerissen.

Secondhandware zu kaufen ist nachhaltig, und deshalb greifen die Verbraucher gerne auf Flohmärkten, in Vintage- und in Secondhandläden wie der kleinen Klamottenkiste in Ried zurück. Längst haben Secondhandläden den Touch des miefigen Trödelladens überholt. „Die Menschen werden bewusster“, sagt Kariene Eikelmann vom Team der Kleinen Klamottenkiste.

Dass ein Umdenken einsetzt, merkt sie vor allem daran, dass immer mehr junge Mamas ganz bewusst auf Nachhaltigkeit setzen und ihre Kleinen von zweiter Hand einkleiden. „Erst heute Morgen wurde uns ein Krabbeltunnel gebracht, den schenkte ein junges Paar, weil ihr Kind den doppelt bekommen hat.“

Nagelneue Dinge werden oft in der kleinen Klamottenkiste abgegeben. Die Schätze in dem kleinen Häuschen neben der ehemaligen Bäckerei Scharold umfassen alles angefangen von Bekleidung für Mann, Frau und Kind über Schuhe, Geschirr, Spiele, Taschen, Spielzeug und mehr bis hin zu Büchern und Zeitschriften.

Klamottenkiste in Ried muss sich ein neues Zuhause suchen

Gebrauchte Kleidung enthält weniger Schadstoffe

Es sich in zwangloser Atmosphäre bei einer Tasse Kaffee oder Tee gemütlich machen und dabei das ein oder andere schöne Stück entdecken, heißt hier die Devise. Kariene Eikelmann sagt überzeugt: „Secondhand kaufen ist oft klüger.“ Denn es spare Geld, verbrauche weniger neue Ressourcen und produziere weniger Müll. Daher ist die Baindlkirchnerin überzeugt: „Wer hier einkauft, leistet aktiven Umweltschutz.“

Außerdem sei es gesünder, fährt die Chemielaborantin fort. Und sie muss es wissen. „Gebrauchte Kleidung ist nicht mehr voll von Schadstoffen“, erklärt sie. Da die Sachen in der Klamottenkiste alle schon einige Waschgänge hinter sich haben, seien die gefährlichen Schadstoffe weitgehend herausgewaschen, so Eikelmann. Sie erinnert sich an die Zeit, als ihre Kinder noch klein waren. „Ich musste noch alle Flohmärkte absuchen“, erzählt sie. Das bleibt den Kunden der Klamottenkiste erspart.

Helfer in Ried vermitteln auch bei Wünschen

Das Team der Kleinen Klamottenkiste mit Kariene Eikelmann, Heide Pruss, Fanni Steinhard, Helene Hoßmann und Gertrud Moroschan-Gamperl trägt damit einen Part zur Nachhaltigkeit bei. So fungieren die Frauen als eine Art Vermittlungsbörse. „Wenn jemand bei uns anruft und sagt, dass er ein Fahrrad braucht, versuchen wir das zu vermitteln“, erklärt Heide Pruss. Wie lange das noch so geht, steht in den Sternen. Denn seit im letzten Oktober die Bäckerei Scharold ausgezogen ist, steht der Laden in der Bachernstraße leer. „Das Haus mit unserem Anbau wird dann abgerissen“, sagt Eikelmann traurig. „Secondhand wie bei uns funktioniert nur, wenn wir mietfrei unsere Sachen auslegen können“, so die Baindlkirchnerin. Die rund 1000 Euro im Jahr, die hier eingenommen werden, gehen in lokale soziale Projekte zurück“, sagt Kariene Eikelmann.

Schon länger hat sie einen Bücherschrank für den Platz beim Edeka im Auge. Noch aber sind die Frauen fleißig bei der Arbeit und vermitteln den kleinen und großen Schätzen in der Klamottenkiste ein neues Zuhause. „Wir suchen immer Unterstützung“, sagte Eikelmann. „Wer also einmal im Monat Zeit und Lust hat, etwas Ehrenamtliches zu tun, soll sich gerne bei mir melden.“

Am Samstag, 16. Februar, von 9 bis 11 Uhr veranstaltet die kleine Klamottenkiste einen Ausverkauf der Winterware. Skianzüge, Skier, Schlittschuhe und warme Kleidung werden dann zu Sonderpreisen angeboten. Geöffnet ist die kleine Klamottenkiste jeden 2. und 4. Dienstag im Monat von 16 bis 18 Uhr, jeden ersten Samstag im Monat von 9 bis 11 Uhr. Weitere Informationen bei Kariene Eikelmann, Kariene.Eikelmann@web.de oder mobil unter der Rufnummer 0170/9014850.

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