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Mering

08.10.2019

Können sich Basketballer und Skater in Mering vertragen?

Der Meringer Bauausschuss sah sich an der Skateranlage in Mering um, ob dort auch ein Basketballkorb aufgestellt werden kann.
Bild:  Eva Weizenegger

Plus Bauausschuss diskutiert über den Standort für einen Streetballkorb am Skaterplatz. Bürgermeister Kandler und Florian Mayer geraten aneinander.

An der Skateranlage neben dem Meringer Feuerwehrhaus zeigen gut 20 Jugendliche und junge Erwachsene, was sie drauf haben. Mit ihren Skateboards springen und gleiten sie halsbrecherisch über Podeste, Geländer und Stufen. Haarscharf flitzen sie an den Besuchern vorbei, die zum Ortstermin des Meringer Bauausschusses gekommen sind. Geklärt werden soll, ob dort zum Skaterplatz noch ein Basketballkorb aufgestellt werden kann.

Seit zehn Jahren gibt es in der Marktgemeinde keine Möglichkeit, im Freien Basketball zu spielen. Wie bereits berichtet, griff nun die CSU-Fraktion die Wünsche der Jugendlichen auf und sucht nun nach einem geeigneten Standort für ein Basketballhalbfeld. Doch dem gegenüber stehen der Antrag der Grünen, die gerne die Skateranlage erweitern und auf einen neueren Stand bringen möchten.

Beim Ortstermin sagte Bürgermeister Hans-Dieter Kandler vor den Jugendlichen: „Wir sind jetzt hier, weil Herr Mayer die Skateranlage halbieren will.“ Florian Mayer, der nicht Mitglied im Bauausschuss ist, ergriff das Wort und entgegnete: „Das stimmt so nicht.“ Die CSU habe lediglich den Vorschlag gemacht, dass der Bereich an der Skateranlage geprüft werden solle. „Wir haben aber immer betont, dass wir für Alternativstandort offen sind“, so Mayer. Deshalb solle die Verwaltung mögliche neue Standorte prüfen und den Marktgemeinderäten vorlegen.

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Der 30-jährige Marc Wallner sprach für die Skater und erläuterte: „Die hier aufgestellten Objekte sind für Anfänger nicht optimal.“ Zudem sei der Platz gerade im Herbst wenn es früher dunkel wird schlecht beleuchtet. Zum Thema „Gemeinsame Nutzung von Skatern und Basketballern“ merkte er an, dass es schwierig sei, wenn beispielsweise der Ball auf die Skateranlage fliege. „Da kann es schnell zu Unfällen kommen.“ Die Skater hatten gemeinsam mit dem Antrag der Grünen dem Bauausschuss ein Konzept vorgelegt, das sich an der Anlage in Bachern orientiert und den neuen Standards entspreche. Für neue Sitzgelegenheiten, Beleuchtung und die Erweiterung von weiteren Hindernissen werden etwa 87000 Euro kalkuliert.

Skater und Basketballer wollen in Mering eine Lösung finden

In der anschließenden Sitzung betonte Florian Hendlmeier von den Grünen: „Wir wollen doch nicht gegeneinander konkurrieren.“ Er schlug vor, dass man prüfen sollte, ob nicht Teile des Nachbargrundstücks erworben werden könnten, um so den Basketballern einen Platz zu schaffen. Der Ort sei ideal, würde viele Jugendliche ansprechen und auch das Umfeld mit Supermärkten, Schnellimbiss, Bahnhaltepunkt und keine Wohnbebauung, spreche für die Erweiterung. Hendlmeier drängte darauf, dass diese Entscheidung noch in dieser Amtszeit des Marktgemeinderats falle.

„Der Wahlkampf wirft seine Schatten voraus“, merkte Kandler an. Es seien teure Wünsche, die hier eingebracht werden. Dabei sah er aber mehr in Richtung CSU-Fraktion. „Wenn wir ein Grundstück erwerben müssen, für ein Basketballfeld sprechen wir da von etwa 500 Quadratmeter, dann sind wir schnell bei einer Summe von 150000 Euro, plus 30000 Euro für den Platz mit Korb“, rechnete Kandler vor. Zudem frage er sich schon, ob manche Marktgemeinderäte alles vergessen haben in den letzten Jahren. „Scheinbar besteht kein Interesse mehr, die Basketballkörbe an der Sportanlage an der Tratteilstraße aufzustellen“, sagte Kandler. Er nehme das jetzt so zur Kenntnis. Zudem habe die Kommune im vergangenen Jahr eine Fläche von der Kirche erworben, die sich am Paarbogen befinde und eventuell über die Städtebauförderung sogar mit 60 Prozent bezuschusst werden könnte, wenn hier ein Basketballfeld entstehe. „Das ist aber kein Schnellschuss“, sagte er.

Meringer Räte haben den Jugendlichen vor zehn Jahren etwas versprochen

Mayer drängte darauf, dass dieser Wunsch nach einem Basketballkorb nicht auf Jahre hinaus verschoben werden dürfe: „Wir haben vor zehn Jahren den Jugendlichen etwas versprochen und noch immer ist nichts passiert.“

Schließlich einigten sich die Räte darauf, dass die Verwaltung mögliche Standorte wie den Wertstoffhof, eine Fläche am Trachtenheim, das Grundstück neben dem Skaterplatz sowie am Paarbogen überprüft und dann den Marktgemeinderäten mit einer Kostenkalkulation zur Beratung vorlegt. Ebenfalls einstimmig stimmten die Räte zu, dass die Verwaltung die Unterlagen zum Erweiterung des Skaterparks überprüft und die Kosten dafür kalkuliert. Anschließend wird ebenfalls darüber nochmals beraten.

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