Beim Thema Augsburger Osttangente prallen Interessen und Weltanschauungen aufeinander. Obwohl die Planung abgespeckt wurde, nimmt der Protest Fahrt auf.
Mitten im Bundestagswahlkampf hatten die CSU-Größen der Region eine abgespeckte Variante der umstrittenen „Lech-Autobahn“ präsentiert. Diejenigen, die sich gegen die Osttangente stark machen, ließen sich die lange hochgehaltene Umweltschutz-Fahne aber nicht so schnell aus der Hand reißen und wiesen prompt auf die Schwachstellen hin, die auch die neue Variante aufweist. Für die Grünen vor Ort hat das Thema ebenfalls viel Wahlkampfpotenzial – sie wissen es zu nutzen.
Radldemo gegen die Augsburger Osttangente blockiert die AIC25
Auch Bürger und Bürgerinnen schreckt die Wende in dem Thema auf, das lange als ausdiskutiert galt. Infoabende sind gut besucht, Betroffenheit ist spürbar. Unabhängig von politischen Interessen werden hier früher oder später Klagen auf dem Rechtsweg zu erwarten sein.
Ob und in welcher Form die Osttangente kommt, wird das Lechtal für seine ganze Zukunft prägen. Dabei ist sie nicht abhängig von lokalen Wünschen, sondern in starkem Maß von bundesweiten und globalen Themen wie dem Bundesverkehrswegeplan und der Klimawende. Wie sich das Urteil des Bundesverfassungsgerichts in der sogenannten Klimaklage auswirkt, ist noch gar nicht absehbar.
Klar ist aber auf lokaler Ebene: Dass sich Befürworter und Gegner gegenseitig der Lügen oder – etwa im Zusammenhang mit der Umfrage des Vereins Mering digital – der Manipulation bezichtigen, lässt darauf schließen, dass es die nächste Zeit heiß hergehen wird zu dem Thema.