Mit wenigen Maßnahmen zieht man sich so schnell den Volkszorn zu wie mit Baumfällungen. Das zeigten Beispiele am See und – lange her, doch unvergessen – am Marienbrunnen. Die Stadt hat daher gut daran getan, 2019 ein Baumförderprogramm zu starten. Eine Baumschutzverordnung wäre der nächste notwendige Schritt.
Im Fall der Eschen, die an der Leite abgeholzt werden müssen, hätte aber auch das nicht geholfen. Sie stellen eine zu große Gefahr dar. Und die Stadt steht nicht allein mit dem Problem des Eschentriebsterbens da, wie Aussagen der Waldbesitzer von Gut Mergenthau zeigen.
Das Eschentriebsterben
Auslöser Der Pilz „Hymenoscyphus fraxineus“ mit seiner Nebenfruchtform „Chalara fraxinea“ beeinträchtigt massiv die Entwicklung der in Europa verbreiteten Gemeinen Esche.
Herkunft Ursprünglich stammt der Pilz wohl aus Japan, in Bayern wurde die durch ihn ausgelöste Krankheit erstmals im Herbst 2008 beobachtet. Inzwischen kommt das Eschentriebsterben in ganz Europa vor.
Symptome Zunächst verfärben sich die Blätter eines erkrankten Baums ungleichmäßig, worauf Rinde und Holz an den Trieben absterben. Dies setzt sich im späteren Verlauf in weiteren Teilen der Esche fort. Bei älteren Bäumen kann es mehrere Jahre dauern, bis er vollständig abgestorben ist.
Bekämpfung Eine direkte Bekämpfung des Eschentriebsterbens, etwa durch Fungizide, ist nicht möglich, da der Pilz weit verbreitet ist und sich der Infektionszeitraum über Monate hinzieht. (cgal)
Wichtig in Friedberg wird die Information der Bürger sein, weil es sich um eine prominente Stelle handelt. Es zeichnet sich bereits ab, dass die Menschen, die die Lechleite als Naherholungsgebiet schätzen, sich wohl darauf einstellen müssen, dass dort noch mehr Bäume fallen. Mit Blick in die Zukunft bedeutet diese Erfahrung aber auch, breitere Schutzstreifen zu Bebauung einzuplanen.
Lesen Sie auch den Bericht: Eschentriebsterben: Stadt holzt Bäume an der Lechleite ab