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Merching

10.03.2020

Kommunalwahl: Merching steht vor einem Wechsel

Die Gemeinde Merching ist noch immer ländlich geprägt. Doch auch hier macht sich das starke Wachstum im Landkreis-Süden bemerkbar.
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Die Gemeinde Merching ist noch immer ländlich geprägt. Doch auch hier macht sich das starke Wachstum im Landkreis-Süden bemerkbar.
Bild: Anja Dondl

Plus In Merching hört Bürgermeister Martin Walch nach zwölf Jahren auf. Drei Kandidaten bewerben sich um seine Nachfolge.

Eine spannende Kommunalwahl steht dieses Mal in der 3200-Einwohner-Gemeinde Merching an. Denn nach zwölf Jahren hört Bürgermeister Martin Walch (Freie Wähler) auf. Für seine Nachfolge bewerben sich Helmut Luichtl (CSU), Markus Storch (Freie Wähler) und Chantal Wieja (parteifreie Bürger). Für den Gemeinderat haben als weitere Gruppierung auch die Grünen eine Liste aufgestellt.

Merching mit seinen Ortsteilen Brunnen, Hochdorf und Steinach befindet sich im seit Jahren boomenden Süden des Landkreises Aichach-Friedberg. Während die Kommune selbst noch moderat wächst, stellt sie jedoch auch die rasante Entwicklung des großen Nachbarn Mering immer wieder vor Herausforderungen. Am gravierendsten zeigt sich das an der Mittelschule, an der seit der Eröffnung des Meringer Gymnasiums auch die Schüler aus der Marktgemeinde unterrichtet werden. Seitdem herrscht am Schulhaus jeden Sommer Baustelle. Auch heuer steht noch eine Erweiterung an.

Kindergarten-Bedarf in Merching konnte bisher abgedeckt werden

Beim Nachwuchs im eigenen Ort wirkt sich unter anderem das Baugebiet an der Kirchfeldstraße aus. Der Bedarf in Kindergarten und Krippe konnte jedoch bisher immer abgedeckt werden. So wurde im Krippenbereich erst entsprechend umgebaut. Und ein zusätzlicher Erweiterungsbau für den Kindergarten ist auch schon angedacht. Doch auch das Merchinger Rathaus platzt aus allen Nähten. Der neue Bürgermeister wird sich mit seinem Gemeinderat Gedanken über eine Lösung machen müssen. Baustellen stehen auch im Straßenverkehr an. So soll heuer endlich die Sanierung der Verbindung zwischen Mering und Unterbergen beginnen, die dann auch einen Radweg erhält. In Merching selbst soll heuer der dritte Abschnitt bei der Erneuerung der Landsberger Straße in Angriff genommen werden. Auch für den Bau des neuen Feuerwehrhauses Steinach laufen die Arbeiten.

Im Merchinger Rathaus wird der Platz eng. Über eine Lösung wird sich der neue Gemeinderat Gedanken machen müssen.
Bild: Anja Dondl

Für einen verhältnismäßig kleinen Ort wie Merching ist es eine Herausforderung, die nötige Infrastruktur aufrecht zu erhalten. So gab es durchaus Sorge, als klar war, dass sich der ansässige Arzt Erwin Glas in den Ruhestand verabschieden würde. Doch Merching fand mit Tetyana Baur eine Nachfolgerin für die Praxis. Geschlossen hat allerdings die Apotheke im Ort. Der scheidende Bürgermeister Martin Walch hat jedoch die Hoffnung noch nicht aufgegeben, diese Lücke zu schließen.

Merchinger wünschen sich mehr Angebote für ältere Bürger

Für unnötig hält er hingegen einen Dorfladen, der in der vergangenen Amtsperiode intensiv diskutiert worden war. Mit einem Getränkemarkt, Bäckereien und einer Metzgerei hält er Merching für ausreichend versorgt. Tatsächlich sind auch die Supermärkte im Nachbarort Mering nah. Hier leistet das Meringer Bürgernetz, das seit einigen Jahren auch in Merching aktiv ist, unter anderem mit dem Fahrdienst, einen wichtigen Beitrag, dass sich auch die Senioren im Ort noch lange selbst versorgen können. Dennoch wünschen sich viele Merchinger noch mehr angeboten für die älteren Bürger. Immer wieder genannt wird hier auch ein Mehrgenerationen-Wohnen.

Ein großes Plus für Merching ist die schöne Umgebung mit dem Mandichosee als Naherholungsgebiet. Doch seit vergangenem Sommer bereitet dieser nicht nur den Merchingern Sorgen. Denn eine seltene Blaualgen-Art führte wohl zum Tod zweier Hunde. Die darauffolgende wochenlange Sperrung beanspruchte die ansässigen Vereine wie die Segler und Geschäftsleute wie das Wassersportcenter und den Kioskbetreiber aufs Äußerste. Nach bisherigen Erkenntnissen gibt es keine Möglichkeit, die Alge vollständig aus dem See zu entfernen. Und auch was den künftigen Umgang damit betrifft, sind noch einige Fragen offen.

Mit Bangen verfolgen die Merchinger außerdem die Planungen zur Augsburger Osttangente. Kaum einer – weder unter den Ortspolitikern noch in der Bevölkerung – will diese gigantische Straße durch die Lechauen haben. (mit crp)

Lesen Sie auch unsere sieben Fragen an die Kandidaten (Plus+):

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