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Mering

18.02.2019

Laden und Gewerbe: Wo ist was frei in Mering?

Ungenutzte Gebäude wie hier das ehemalige Modehaus Seiler sollen ebenso wie Baulücken im Ort in einem Flächen- und Leerstandsmanagement erfasst werden. Das fordern Florian Mayer (CSU) und Petra von Thienen in einem gemeinsamen Antrag.
Bild: Gönül Frey

Ein professionelles Leerstandsmanagement wünschen sich Florian Mayer (CSU) und Petra von Thienen (Grüne). Darüber entscheidet am Donnerstag der Gemeinderat.

Die Marktgemeinde ist als Standort begehrt. Verfügbare Grundstücke für Wohnen und Gewerbe werden immer knapper. Dabei bleiben manche Bauplätze seit Jahrzehnten ungenutzt und Räumlichkeiten stehen leer. Um dieses Potenzial besser nutzen zu können, wünschen sich CSU-Ortsvorsitzender Florian Mayer und Grünen-Fraktionssprecherin Petra von Thienen ein professionelles Flächen- und Leerstandsmanagement. Einen entsprechenden Antrag haben sie nun an den Gemeinderat gerichtet.

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Mit dem Projekt greifen sie auf das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) des Marktes Mering zurück. Darin ist es als eine der mittelfristigen Maßnahmen aufgeführt. Für die beiden Initiatoren des Beschlussvorschlags würde das Flächenmanagement wichtige Erkenntnisse für künftige Entscheidungen in Mering liefern. Wohnhäuser sollen darin ebenso erfasst werden wie Geschäftsgebäude und Bauplätze. Vermerkt werden soll dabei, ob eine Immobilie oder Fläche genutzt wird, leer steht oder bald zum Verkauf stehen könnte. Nach und nach soll auf diese Weise eine Datenbank aufgebaut werden, die Angebot und Nachfrage bündelt. Nach Ansicht der Antragsteller sollte es dafür in der Verwaltung einen zentralen Ansprechpartner geben. Möglicherweise müsse eine Stelle neu geschaffen werden.

In Mering keine Zukunft

Ziel für die Zukunft sei es dann, dass die Gemeinde auf der Grundlage der Informationen die Entwicklung gezielt steuern könne. „Nicht dass ich am Ende zum Beispiel zehn Bäcker im Zentrum habe und sonst nichts mehr“, meint von Thienen. Die Datenbank ermögliche es, Eigentümer bei Bedarf beispielsweise von Gewerberäumen und -flächen gezielt anzusprechen, auch wenn man natürlich niemand zwingen könne. „Es ist schade, dass in Mering viele Gewerbetreibende den Ort verlassen müssen, weil sie hier keine Zukunft haben“, sagt Mayer.

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Nach Ansicht der Grünen-Fraktionsvorsitzenden wäre eine solche Bestandsaufnahme eigentlich auch die rechtliche Voraussetzung dafür, nach dem Paragragh 13 b Baugebiete im Außenbereich auszuweisen, wie es auch für den Ortsrand am Kapellenberg zur Diskussion steht. Denn auch für diese Baugebiete gelte, dass sie nur zulässig seien, wenn die Möglichkeiten der Innerortsentwicklung bereits ausgeschöpft seien. Mit dem Flächenmanagement könnte dieser Nachweis erbracht werden.

Beträchtlicher Aufwand

Petra von Thienen ist es bewusst, dass der Aufbau eines solchen Leerstandmanagements einen beträchtlichen Aufwand bedeute. Sie hat sich jedoch kundig gemacht und heraus gefunden, dass es teils sehr umfangreiche Zuschüsse für solche Projekte gibt: „Die bayerische Staatsregierung fördert solche Maßnahmen ganz massiv“, betont sie.

Mit dem Vorschlag befasst sich der Marktgemeinderat in seiner nächsten Sitzung am Donnerstag, 21. Februar, ab 19.30 Uhr. Die beiden Antragsteller hoffen, dass das Projekt noch in den aktuellen Haushalt eingearbeitet wird.

Bürgermeister Hans-Dieter Kandler reagiert auf Anfrage unserer Redaktion verhalten auf den Vorschlag. Er erwarte von den beiden Antragstellern erst einmal Antworten auf einige Fragen wie etwa nach den Kosten und danach, was dann mit den erhobenen Daten geschehen soll. „Wenn das Ziel ist, eine Datengrundlage zu schaffen, um eine Vorkaufsrechtssatzung zu machen – dann bin ich dabei!“, sagt er.

Abgesehen von dem konkreten Projekt wollen Mayer und von Thienen mit dem gemeinsamen Geschäftsantrag auch an die frühere erfolgreiche Zusammenarbeit von Grünen und CSU–Fraktion im Gemeinderat anknüpfen. So hatten sich diese beispielsweise bei den Abstimmungen zur Verkehrsberuhigung im Zentrum durchgesetzt - auch wenn sie letztlich an den rechtlichen Vorgaben der Straßenverkehrsordnung scheiterten.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Mering muss Steuer in der Hand behalten

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