Newsticker

Auswärtiges Amt warnt vor Reisen in die belgische Provinz Antwerpen
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Lärm und Gefahr: Dasinger sind von Rasern geplagt

Dasing

16.07.2020

Lärm und Gefahr: Dasinger sind von Rasern geplagt

Die Aichacher Straße ist ein Ärgernis in Dasing. Es herrscht oft viel Verkehr, einige Fahrer halten sich auch nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung.
Bild: Michael Postl

Plus Seit Jahren kämpfen Anwohner in Dasing gegen den Verkehrslärm an der Aichacher Straße. Könnte eine Radarfalle Abhilfe schaffen?

Es scheint, als sei Dasing geteilt. Aber beide Teile haben dasselbe Problem. Denn zwischen ihnen verläuft die Aichacher Straße. Eine große, breite Durchfahrtsstraße also, die aufgrund ihres Status als Kreisstraße in der Verantwortung des Landratsamtes liegt. Will man diese Straße überqueren, gleicht das laut einigen Anwohnern einem Himmelfahrtskommando.

Denn die Aichacher Straße sei schwierig einzusehen und ein beliebter Ort für Raser: „Gerade während der Rush Hour ist die Belastung schon groß“, sagen die Anwohner, die sich wegen der Lärmproblematik an der Aichacher und der Wessiszeller Straße versammelt haben.

Dabei müssen sie fast schreien, denn tatsächlich übertönt der Straßenlärm das eigene Wort. Doch dafür sind nicht nur die Autos verantwortlich. „Noch schlimmer sind die Motorräder“, sagt ein Mann, der schon lange an der Aichacher Straße lebt. Und die seien nicht nur laut, sondern würden die Straße auch als Rennstrecke benutzen, erzählt eine Frau.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Seit neun Jahren lebe sie nun schon hier, seit acht kämpft sie gegen den Lärm. Die anderen nicken zustimmend. Die Straße lade zum Rasen ein, wirkliche Maßnahmen dagegen gebe es nicht.

In der Aichacher Straße in Dasing gab es bereits eine Verkehrsinsel

Vor einigen Jahren wurde eine provisorische Verkehrsinsel installiert, die habe zumindest die Pkw-Fahrer gebremst. „Die Lkw sind dann aber einfach über die Pylonen gefahren“, gibt ein Mann zu bedenken. Nach kurzer Zeit wurde die Insel dann wieder abgebaut, wegen der zu niedrigen Frequentierung hieß es damals. „Dabei haben vor allem Schulkinder die Insel immer benutzt“, sagt ein Vater.

Besonders die Schulkinder bekommen diese Problematik zu spüren. Denn viele von ihnen müssen die Aichacher Straße überqueren, um morgens in die Schule zu gelangen. „Da hat man als Vater schon Angst um sie“, sagt ein Mann und hält seine Tochter im Arm. „Wir begleiten die Kinder immer über die Straße, sonst ist es einfach zu gefährlich.“

Auch ein Zebrastreifen würde keine Abhilfe schaffen, sagt eine Frau. Deshalb wurde vor Kurzem eine Anzeige installiert, um die Fahrer auf ihre zu hohe Geschwindigkeit aufmerksam zu machen. Offenbar hatte jedoch auch das nicht den gewünschten Effekt, die Anwohner haben nach eigener Aussage jedenfalls keinen gespürt.

Die Forderung der Nachbarn ist deshalb eine Geschwindigkeitsbeschränkung. „Wenn die Autos hier mit 30 km/h durchfahren, können wir wunderbar damit leben“, sagt eine Frau.

Ein weiteres Problem ist laut den Anwohnern die Abzweigung zur Wessiszeller Straße. Denn diese ist gerade nachmittags hoch frequentiert, wenn die Menschen den Heimweg antreten. Dann wollen viele von der Aichacher Straße in die Wessiszeller Straße abbiegen und behindern so den Verkehr.

Dasing: Eine abknickende Vorfahrt wäre wünschenswert

Wünschenswert sei hier eine abknickende Vorfahrt, sagt eine Anwohnerin. Dies sei laut Heinz Geiling jedoch kaum durchführbar. Der Sachgebietsleiter im Landratsamt Aichach-Friedberg merkt an, dass insbesondere eine solche Änderung mit vielen Schwierigkeiten verbunden sei und der Straßenfluss eigentlich beibehalten werden solle.

Lösungsvorschläge der Anwohner gibt es jedoch viele. Auch Andreas Wiesner ist mit der Thematik vertraut. Der Dasinger Bürgermeister hat zwar keine Entscheidungsgewalt, da der Kreis für die Aichacher Straße zuständig ist. Empfehlungen kann Wiesner jedoch an das Landratsamt weitergeben, was er nach eigenem Bekunden auch vorhat.

Zudem gebe es bereits einige Überlegungen bezüglich einer Verbesserung der Situation, konkret seien diese jedoch noch nicht. Eine Begrünung an beiden Seiten sei grundsätzlich vorstellbar, sagt Wiesner, zudem könne der Querschnitt der Straße verringert, die Straße also schmaler werden.

Das Landratsamt, das für die Aichacher Straße zuständig ist, weiß ebenfalls um die Problematik. Anwohner, auch aus der Wessiszeller Straße, haben sich in Briefen an Geiling gewandt. Der Leiter der Straßenverkehrsbehörde verweist auf die bereits angebrachten Geschwindigkeitsmesser. Deren Messungen müsse das Landratsamt laut Geiling noch abwarten.

„Dann können wir Entscheidungen treffen“, sagt er. Wenn der Wunsch der Anwohner jedoch da sei, erneut eine Verkehrsinsel zu bauen, könne man darüber reden. Wann ein Gespräch stattfinden kann, vermag Geiling nicht zu sagen. Jedoch gebe es auch andere Maßnahmen, zum Beispiel eine Radarstation.

Lesen Sie auch Michael Postls Kommentar: Ein Appell an die Raser

Das könnte Sie auch interessieren:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

16.07.2020

Also ich kenn die Stelle und ich fahr da regelmäßig mit Tempomat d.h. maximal 50km wenn es möglich ist. Aus manchen Richtungen ist die Kreuzung Wessiszeller Str. /Aichacher Str. zu unübersichtlich. Da stören dann Gärten der Anwohner und Hecken zusätzlich zur geschwungenen Line der Straße an der Kreuzung.

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren