Newsticker
RKI meldet 8103 Neuinfektionen und 96 Tote
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Leselust statt Lerndruck in der Alten Burg in Mering

Bürgernetz Mering

28.06.2017

Leselust statt Lerndruck in der Alten Burg in Mering

Bei schönem Wetter verlegen die Bürgernetz-Lesepaten (im Bild Jutta Richter) ihre Hortlesestunde gerne auch mal in den Lippgarten. Da kann es dann schon passieren, dass sich auch andere Kinder dazusetzen und mit großem Spaß zuhören.
Bild: Guido Schlosser

 Auch im nächsten Schuljahr sind die Lesepaten des Bürgernetzes wieder im Meringer Hort. Warum die Kinder dafür sogar auf den Freibadbesuch verzichten

 Am Nachmittag, wenn andere Kinder sich im Freibad vergnügen, in der Hitze sitzen und lesen? Das kann man sich bei diesen sommerlichen Temperaturen kaum vorstellen. Doch wenn die Lesepaten des Meringer Bürgernetzes täglich außer freitags für zwei Stunden in den AWO-Hort „Alte Burg“ kommen, sind Erst- und Zweitklässler mit Freude dabei.

Das liegt daran, dass die pro Kind geplanten viertelstündlichen Leseeinheiten keinem Zwang unterliegen und der Spaß am gemeinsamen Stöbern in Büchern absolut im Vordergrund steht. Ende November vergangenen Jahres erarbeitete das Meringer Bürgernetz zusammen mit Lehrern und Schulleitung der Luitpoldschule sowie der Hortleiterin Andrea Berger ein Konzept zur Leseförderung (wir berichteten).

Regelmäßig im Einsatz in Mering

Mittlerweile sind sieben Lesepaten im wöchentlichen oder zweiwöchentlichen Rhythmus im Einsatz. „Das gemeinsame Projekt läuft prima“, freut sich Josef Gerner, der sich als einer der zwei Vorsitzenden im Meringer Bürgernetz federführend um den Ablauf kümmert. „Den Lesepaten macht ihr Einsatz genauso viel Spaß wie den Schülern“, weiß Gerner. Einzeln und nacheinander können sie sich zusammen mit einem Lesepaten an kleinen Texten üben oder in ihrem Lieblingsbuch ein Kapitel weiterlesen.

„Am Anfang ging es noch um das bloße Erkennen von Buchstaben und Wörtern und es wurde oft ohne Punkt und Komma gelesen. Inzwischen achten wir auch darauf, ob ein Kind den Sinn erfasst hat“, erklärt Lesepatin Jutta Richter. Wie betont man beispielsweise einen Satz mit Fragezeichen? Nie geht es aber um akribisches Üben, immer steht der Lesespaß absolut an erster Stelle. Wenn ein Kind an einem Nachmittag mal keine Lust hat und lieber mit seinen Freunden weiterspielt, dann ist das für die Lesepaten und Hortleiterin Andrea Berger auch in Ordnung. Eher ist es aber so, dass die Schüler sich schon auf die Lesepaten freuen und immer mal wieder auch andere Kinder als die ursprünglich ausgewählten fragen, ob sie zum Lesen kommen können.

Auf der Suche nach dem Lieblingsbuch

Das gemeinsame Lesen ist absolut freiwillig, die Bücher eröffnen neue Welten und es macht einfach nur Spaß. „Kann ich hier bleiben und lesen, ich habe gar keine Lust mehr auf meine doofe Hausaufgabe“, fragte sogar neulich ein Zweitklässler. Gemeinsam werden die Lieblingsbücher gelesen und da gibt es meistens noch die klassische Trennung in Mädchenbücher mit Ballettgeschichten, Hexenspaß oder Zauberponys und Abenteuer-, Grusel oder Fußballgeschichten für die Jungs.

„Die Kinder kommen freiwillig und gerne und viele genießen es vor allem, dass sich jemand nur für sie allein Zeit nimmt“, hat Lesepatin Regine Posch festgestellt. Und wenn es derzeit am Nachmittag gar so heiß ist, dann wird die Lesestunde kurzerhand auch mal in den benachbarten Lippgarten verlegt. Da kann es dann auch mal sein, dass ein Schüler mit nassen Haaren direkt aus dem Planschbecken vom Hortgarten nach nebenan läuft, um mit dem Lesepaten im Buch weiterzulesen.

„Wir wollen das Projekt im neuen Schuljahr auf jeden Fall weiterführen“, sagt Josef Gerner. Als Koordinator ist ihm ein regelmäßiger Austausch mit allen Beteiligten, auch den Lehrkräften, besonders wichtig. „Die Zusammenarbeit funktioniert bestens“. Ab September soll die Lesepatenschaft des Bürgernetzes Mering auch auf den Hort an der Ambérieu-Grundschule ausgeweitet werden. Drei neue Lesepaten stehen dafür bereits in den Startlöchern. „Das Konzept wird etwas anders sein“, erklärt Josef Gerner. „Ganz individuell, wie es für Schule und Schüler eben passt.“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren