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Friedberg

08.11.2019

Mandala in Friedberg: Zwei Welten und ein Ziel

Eine unglaubliche Geduldsarbeit ist das farbenprächtige Bild aus Millionen von Sandkörnern, das derzeit in der Friedberger Archivgalerie entsteht. Foto: Peter Stöbich

Am Wochenende können die Friedberger zum letzten Mal das prächtige Sandmandala der buddhistischen Mönche in der Archivgalerie bewundern.

Unterschiedlicher könnten die Welten kaum sein, die in der Friedberger Stadtpfarrkirche St. Jakob aufeinandertreffen: Auf einem Podest vor dem Altar sitzen buddhistische Mönche, deren rituelle Musik ebenso erklingt wie die für christliche Gottesdienste typische Orgel. Die beiden Religionen und Kulturen verbindet das gemeinsame Ziel, ein Zeichen für den Frieden in der Welt zu setzen. Zu diesem Anliegen tragen Pater Steffen Brühl und Marion Brülls vom Frauenforum Aichach-Friedberg passende Texte vor.

Mandala in Friedberg als Symbol des Friedens

Als Friedenssymbol haben im Laufe dieser Woche vier Mönche in der Archivgalerie an der Pfarrstraße ein prächtiges Mandala geschaffen - ein aufwendiges Bild aus farbigem Sand, dessen Entstehung zahlreiche Friedberger staunend beobachteten. Von der Mitte ausgehend, wurde eine Vielzahl von Symbolen tagelang zu einem filigranen Kunstwerk zusammengefügt; dabei hat jedes gelegte Detail eine besondere Bedeutung.

„Die Ausdauer und Präzision, mit der die Männer hier arbeiten, ist schier unglaublich“, stellte Renate Nilles bewundernd fest, „etwas Vergleichbares habe ich noch nie gesehen!“ Letzte Gelegenheit, den Mönchen bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen, ist am heutigen Samstag in der Zeit von 9 bis 12 und 14 bis 17 Uhr. Das fertige Werk kann man noch am Sonntag ab 10 Uhr in Augenschein nehmen, die Mönche sind in der Archivgalerie anwesend.

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Mandala in Friedberg: Der Kreis, um den sich alles dreht

Das Wort Mandala stammt aus dem Sanskrit und steht für Kreis, um den sich alles dreht. Das Bild dient als visuelles Hilfsmittel, um durch die Darstellung von Göttern, Landschaften oder Zeichen komplexe religiöse Zusammenhänge verinnerlichen zu können. Doch das farbenprächtige Kunstwerk ist leider nicht von Dauer, denn bei einer Abschlusszeremonie (Beginn am Sonntag um 15 Uhr) wird es wieder weggewischt und dann in die Friedberger Ach gestreut. Dabei sollen symbolisch die Vergänglichkeit des Lebens und das Ideal der Entbindung von der materiellen Welt vollzogen werden.

Die vier buddhistischen Mönche stammen aus dem Kloster Drepung Lukhil Khangtsen in Südindien und sind tief verwurzelt in ihrer Heimat Ladakh. Mit etwa zehn Jahren wurden sie zur Ausbildung nach Südindien in das zugehörige Kloster Drepung Loseling Lukhil Khangtsen in Mundgod/Karnataka geschickt. Sie haben dort ihre Studien zum Geshe (Doktor der buddhistischen Philosophie) vollendet.

Geshe Lobzang Gilek ist in der Leitung des Klosters engagiert, unterrichtet junge Mönche in buddhistischer Philosophie. Geshe Lobzang Rinchen ist Lehrer im Kloster Rizong in Ladakh. Geshe Lobzang Tsondus hat kürzlich seine Studien im Kloster beendet. Geshe Eshey Wangail lebt im Kloster Likir. Er wird von den umliegenden Familien in die Häuser gerufen zu Gebeten bei Geburt, Tod, Krankheit, Notfällen und macht Dienst im Kloster. Geshe Lobzang Gilek sammelt in Friedberg auch Spenden für die sozialen Aufgaben des Klosters in der tibetischen Flüchtlingsgemeinde sowie für ein Schulprojekt in Ladakh.

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