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Mering

07.07.2019

Mering ist für München in Sachen Israel ein Vorbild

Wöchentlich sechs Stunden trainierten die „Karmiel Flowers“ für den Meringer Israeltag und zeigten auch einen spanischen Tanz.
Bild: Heike Scherer

Über 500 Besucher feiern am Meringer Gymnasium mit Gästen aus der Freundschaftsstadt Karmiel ein Israelfest

Tränen waren in den Augen einiger junger Tänzer der „Karmiel Flowers“, als sie zum Abschluss ihrer zahlreichen Showtänze die israelische Nationalhymne für die Besucher in der Mensa des Gymnasiums Mering sangen. Dass Mering schon seit fünf Jahren eine Freundschaftsstadt in Israel hat, darauf ist die Landeshauptstadt München mit der Vorsitzenden der Deutsch Israelischen Gesellschaft (DIG) Roszsika Farkas ein wenig neidisch. Mering sei deshalb ein großes Vorbild für die Millionenstadt, die noch auf der Suche ist. Wie interessant Israel ist, bewiesen die vielen Teilnehmer und Besucher im Laufe des fünfstündigen Großen Israeltages. Mit allen Sinnen konnten sie neue Eindrücke über das Heilige Land aufnehmen.

Nicht nur aus dem Landkreis Aichach-Friedberg, sondern aus Augsburg, München, Saarbrücken, Hamburg und sogar aus der Freundschaftsstadt Karmiel nahe des Sees Genezareth reisten Gäste zum fünften öffentlichen Israeltag an. „Es war eine wunderbare Veranstaltung für Mering und ich konnte Israel mit allen meinen Sinnen kennenlernen“, verriet Ursula Reiser, die vor allem von den vielen Kostümen der israelischen Tänzer und ihren Showeinlagen restlos begeistert war.

Bürgermeister Kandler lobt den Mut von Günter Wurm

Merings Erster Bürgermeister Hans-Dieter Kandler freute sich, dass Initiator und Organisator Günter Wurm ihm für seinen Mut, die Beziehung zur etwas größeren Stadt Karmiel vor fünf Jahren einzugehen, dankte. Inzwischen sind bereits zahlreiche persönliche Freundschaften zwischen den beiden Kommunen entstanden und mit dem Gymnasium nahm die erste Schule Kontakte zu Karmiel auf. „Die Freundschaft ist ein großer Gewinn für Mering!“ resümierte Wurm. Er freute sich, dass viele Meringer Gemeinderäte und Politiker kamen, die für die Festigung der Freundschaft wichtig seien.

Mering ist für München in Sachen Israel ein Vorbild

Mit „What a Wonderful World“ gab Opernsängerin Pnina Goshen das Motto des Festtages vor, bevor sie mit Annemarie Wurm das ergreifende „Halleluja“ von Leonard Cohen sang. Vizegeneralkonsul Liran Sahar sagte, dass er sähe, wieviel Herzblut das Team der ARGE Städtefreundschaft Mering-Karmiel in die Freundschaft zu Israel setze. Das Land sei 71 Jahre nach seiner Gründung ein erfolgreicher und wichtiger Staat, der auch Länder ohne diplomatische Beziehungen und muslimische Staaten unterstütze. Zu Deutschland pflege es kulturelle Kontakte und Handelsbeziehungen. „Mering beweist, dass es dem zunehmenden Antisemitismus keinen Raum gibt und ermöglicht Einblicke, Begegnungen und den Austausch mit Menschen aus Israel“, erklärte er. Bezüglich einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit mittelständiger Betriebe trat Godel Rosenberg, Unternehmer und langjähriger Pressesprecher des bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß, ans Mikrophon. Israel sei mit 6 Milliarden Euro Investitionen aus dem Ausland - Deutschland kommt nur 4 Milliarden - das Zentrum des „High Tech“ in der Welt geworden. „Wer Interesse an Kontakten zu Israel hat, soll mir eine E-Mail schreiben. Die Adresse erfährt man leicht über das Internet“, verriet er. Nach 50 Jahren in München lebt er seit 21 Jahren in Israel. Die ausgestreckte Hand der Freundschaft sei mehr wert als Sprüche in der Politik, in den persönlichen Beziehungen der Menschen mit einer großen Strahlkraft liege die Zukunft, so Rosenberg.

Der Höhepunkt des Israeltages war die 18-köpfige Tanzgruppe der „Karmiel Flowers“, die in immer wieder anderen, farbenprächtigen Kostümen auftraten und für ihre Einlagen zu englischen, spanischen, aber auch deutschen Liedern viel Beifall erhielten. Die „Rising Crystals“ und „Little Brilliants“ zeigten ihre energiegeladene Show „The Wild West“ in Indianer- und Cowgirl-Kostümen.

Besucher können neue Sportart aus Israel in Mering entdecken

Auf dem Vorplatz der Mensa konnten Frauen mit der „Mamenet“-Trainerin Tatjana Frage aus Hamburg die in Israel vor 12 Jahren entdeckte Sportart Cachibol, die schon in 16 Ländern gespielt wird, erstmals ausprobieren. Nach dem Saarland, Berlin und Norderstedt war Mering die 4. Station für den volleyballähnlichen Sport. Die in Israel betriebene Selbstverteidigung „Krav Maga“ bei Angriffen von hinten oder mit Messer oder Waffe zeigten drei Personen aus Augsburg. Kinder ritten auf Esel oder Ponys und der Mering-Hain in Galiläa erhielt neue Bäume. „1948. Die Ausstellung“ über die Vorgeschichte und Gründung des Staates Israel sei für 2019 ausgebucht, aber für 2020 könne die auf 32 Schautafeln dokumentierte Ausstellung beim Verein „Demokratie und Information“ über die E-Mail-Adresse 1948@dein-ev.net. noch gebucht werden, verriet der Historiker Oren Osterer.

Zum Thema „Faszination Freundschaft“ sprachen in einer Talkrunde unter Moderation von Buchautor Christian Seebauer die drei Landtagsabgeordneten des Landkreises Aichach-Friedberg, aber auch die DIG-Vorsitzenden aus München und Augsburg und weitere Gäste. Vom Land, seiner Weltoffenheit und Freude der Menschen hatte sich Peter Tomaschko bei einer Reise vor drei Jahren überzeugen können. Es gäbe eine überfraktionelle Arbeitsgruppe im Landtag, um das KZ Dachau für junge Leute noch erklärbarer zu machen, sagte Simone Strohmayr. Jugendliche könnten nur durch Freude und Begeisterung für Kontakte zu Israel gewonnen werden, erklärte Seebauer. Deshalb hatte Gerhard Schröder, Vorsitzender der DIG Augsburg, die Praktikumswoche der Meringer Gymnasiasten gefördert. Dass sie bereits mehr Freunde in Mering als in ihrer Heimatgemeinde Karmiel habe, erzählte Sängerin Pnina Goshen.

Mit Liedern der Meringer Band „Last Contact“, zu denen die Besucher tanzten, ging der außergewöhnliche Tag zu Ende.

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Viele Attraktionen gab es beim großen Israeltag in Mering.
43 Bilder
Mering feiert großen Israeltag
Bild: Heike Scherer
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