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Meringer Bäckerei Dilger schließt: Kunden können Handwerk stützen

Kommentar Von Eva Weizenegger
21.11.2020

Plus Am Samstag schließt die Bäckerei Dilger. Das ist nicht nur für die Meringer schlimm. Viele kleine Bäckereien haben es schwer und brauchen Unterstützung.

All die Süßigkeiten, die sonst immer verboten waren, gab es bei der Bäckerei Dilger. Und so manches Schulkind hat sein Pausengeld-Fufzgerle lieber in Esspapier, saure Zungen und giftgrüne Gummischlangen investiert statt in die frischgebackene Breze oder knusprige Mohnsemmel. Das alles ist am 21. November jetzt Geschichte. Der letzte Meringer Bäcker, der noch sämtliche Waren selbst in der Backstube produzierte, schließt seine Pforten.

Nicht nur die vielen verschiedenen Brotsorten, der berühmte Bienenstich oder die speziellen Seelenbrezen vor Allerheiligen wird es dann nicht mehr geben. Mit dieser Bäckerei endet ein Stück Geschichte der Marktgemeinde. Viele müssen sich von ihren Kindheitserinnerungen und gewohnten Traditionen wie beispielsweise die Amberiéutorte zum Geburtstag oder die Kiachla beim Faschingsumzug verabschieden.

Petra und Markus Trumm hören auf. Damit endet in Mering die Ära der Bäckerei Dilger, die das Ehepaar im Jahr 2001 von Regina und Helmut Dilger übernommen hatte.
Bild: Bernhard Weizenegger

Bäckerei Dilger in Mering ist kein Einzelfall

Das Ende der Bäckerei Dilger in Mering ist nur ein Beispiel dafür, was andere Kommunen im Landkreis bereits vor einigen Jahren mitmachen mussten. Das Handwerk weicht der industriellen Produktion. Dann kann man die gleiche Semmel mit Mehrkornauflage in Mering, Kissing, Friedberg oder Dasing essen.

Es gibt überall die Himbeerschnitte oder den Weihnachtsstollen und jeder weiß, egal in welcher Filiale er einkauft, wie die Backwaren schmecken. Fast schon ein bisschen wie bei McDonald's. Da ist es sogar egal, in welchem Land Europas man sich befindet. Der Hamburger ist überall gleich.

All den Bäckereien, die sich gegen den Trend wehren, wie zum Beispiel der Bäckerei Storch in Merching, bleibt nur zur wünschen, dass sie sich nicht entmutigen lassen und weiter für ihr Handwerk kämpfen. Die Kunden können viel dazu beitragen, indem sie durch ihr Einkaufsverhalten die kleinen Bäcker stützen.

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