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Gemeinderat

17.11.2019

Meringer Freisportanlage wird frühestens 2021 saniert

Die Sportanlage in Mering ist so marode, dass die Schüler dort nicht trainieren können .
Foto: Eva Weizenegger

Plus Das Gelände am Meringer Schulzentrum ist in sehr schlechtem Zustand. Doch die komplizierte Kostenaufteilung und die überraschende Absage an herkömmliche Kunstrasen verzögern die Planung.

Die Freisportanlage am Schulzentrum ist in einem verheerenden Zustand. Doch mit der Sanierung kann es frühestens im Frühjahr 2021 los gehen. Denn der diesjährige Stichtag für die Förderanträge ist schon verstrichen.

Darüber berichtete in der jüngsten Gemeinderatssitzung Thomas Günther. Er hat 2017 den Auftrag der Projektassistenz übernommen. Seitdem seien er und sein Team mit der Vorplanung beschäftigt sowie damit, einen Kostenschlüssel zu finden. „Es ist schwierig und auch noch nicht abgeschlossen“, sagte er. Denn die Freisportanlage wird mit Gymnasium, Realschule und Ambérieuschule sowohl von Einrichtungen des Landkreises als auch des Marktes Mering genutzt.

Bei den Kosten zeichne sich eine Lösung ab. Dann sei aber überraschend im Mai die Nachricht vom deutschen Städtetag gekommen, dass wegen des Mikroplastiks keine herkömmlichen Kunstrasenplätze mehr gebaut werden sollen. Das habe auch Änderungen bei der Vorplanung nach sich gezogen. „In unserer heutigen Vorlage haben wir das Projekt zurück geführt auf das eigentlich schulisch Notwendige“, erläuterte Günther.

Meringer Sportanlage: "Trainingsplatz ist ein Acker"

Und das stellte Planer Johannes Paula vor, der zunächst einen Überblick über den momentanen Zustand gab. Die Laufbahn sei abgenutzt, die Rasenflächen sanierungsbedürftig und der Trainingsplatz „eher ein Acker“. Er empfahl, den Bestand zu sanieren und an manchen Stellen zu optimieren. Unter anderem soll der Trainingsplatz etwas vergrößert werden. Zwischen diesem und dem Stadion sind ein großer Allwetterplatz und Beachvolleyballfelder geplant. Ein kleinerer Allwetterplatz findet noch innerhalb des Stadions neben dem Hauptplatz Raum. Mit dem absoluten Pflichtprogramm für den Schulsport liege man bei Kosten von rund 2,4 Millionen Euro.

Diese Summe geht allerdings von zwei Naturrasenplätzen aus. Doch allein der Schulsport laste den Naturrasenplatz komplett aus. Komme der Trainingsbetrieb der Vereine hinzu, werde auch ein neuer Platz schnell wieder am Ende sein. „Sie werden also einem Kunstrasen zustimmen dürfen“, kommentierte Kandler zum Gemeinderat hin.

Kunstrasenplatz für Mering kostet noch mal 700.000 Euro mehr

Ein Kunstrasen auf dem Trainingsplatz kostet laut Planer je nach Variante bis zu 700.000 Euro mehr. Um die nicht mehr opportune Kunststoffverfüllung zu vermeiden, seien Alternativen wie eine Verfüllung mit Sand oder einem Sand/Kork-Gemisch denkbar.

Bürgermeister Kandler bat um Verständnis, dass er sich für die Verhandlungen über die Kostenaufteilung Zeit genommen habe. „Mir war wichtig, dass der Schulsport die Basis für die Aufteilung ist“, sagte Kandler. Demnach entfallen nämlich rund 86 Prozent der Kosten auf den Landkreis. Nachteil sei, dass dieser im Gegenzug Nutzungsgebühren für die Vereinsnutzung fordere, deren Höhe noch nicht feststehe. Außerdem wies der Bürgermeister darauf hin, dass gemäß der Schulsportrichtlinien eigentlich ein zweiter großer Allwetterplatz notwendig wäre. Dafür müssten aber Beachvolleyballplatz oder Stockschützenplatz geopfert werden.

Kandler forderte die Fraktionen auf, sich über die offenen Fragen Gedanken zu machen: Ein oder zwei Allwetterplätze? Wie sieht es mit den Nutzungsgebühren aus? Soll der Trainingsplatz einen Kunstrasen bekommen? Diese Entscheidungen gelte es zu treffen.

Frist für den Förderantrag wurde dieses Jahr schon verpasst

Stefan Enzensberger (CSU) sagte: „Das Entscheidende ist doch: Wann können wir endlich los legen?!“ Im weiteren Verlauf der Diskussion plädierte er dafür, möglichst schnell das Pflichtprogramm umzusetzen. Auch Florian Mayer (CSU) fragte nach dem Zeitplan. Günther erklärte, dass die Frist für die Förderanträge der September sei und damit für 2019 schon verstrichen. Zum September 2020 werde man jedoch mit der Planung soweit sein und könne parallel die Ausschreibung schon vorbereiten. Baubeginn könnte dann Frühjahr 2021 sein. Die Anlage soll in zwei Abschnitten saniert werden, von denen jeder etwa ein halbes Jahr dauern werde.

„Wir müssen uns schon die Kritik gefallen, dass es sich hinzieht – länger als es den Schulen gut tut“, stellte Andreas Widmann (SPD/parteifrei) klar. Er schloss ein flammendes Plädoyer für den Sport an und betonte: „das muss eine hohe Priorität haben“. Mit drastischen Worten schilderte er die Missstände: „Es sieht aus wie nach dem Krieg“. Er verwies auf die bei der Sitzung anwesenden Vertreter der Schulen: „Die scharren schon mit den Hufen. Für die ist das eine Zumutung“.

CSU-Sprecher Georg Resch, der auch Vorsitzender des SV Mering ist, stellte fest, dass das Gelände zu klein geworden ist – dafür wie sich Mering und die Schulen entwickelt haben. Seiner Ansicht nach sollte man versuchen, im Westen der Tribüne Flächen dazu zu kaufen. Er deutete an, dass er hierzu schon konkrete Ideen hat und kündigte dem Bürgermeister dazu ein Gespräch an.

Beschluss zur Freisportanlage wurde keiner gefasst. Die Fraktionen beraten nun über das weitere Vorgehen.

Lesen Sie dazu auch den Artikel:An der Meringer Sportanlage bewegt sich nichts

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