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Mering

17.01.2020

Meringer Tierparlament gibt Starthilfe bei den Nachbarn

Mike Cannaday macht eine Katzentoilette sauber, während Cornelia Reiß das Streicheln übernommen hat. Das Meringer Tierparlament leistete Unterstützung im Tierheim Überacker und nimmt viele Anregungen für eine künftige eigene Auffangstation mit.
Bild: Edigna Menhard

Plus Der Meringer Verein sucht selbst schon lange nach einem Anwesen für eine eigene Auffangstation.

Als am Sonntagmorgen ein gut gelaunter und hoch motivierter Putztrupp in der Tierauffangstation Überacker bei Maisach anrückte und sogar noch ein Geschenk dabei hatte, handelte es sich um Nachbarschaftshilfe unter Tierschutzvereinen. Sechs Mitglieder des Meringer Tierparlaments lösten ein Versprechen ein und unterstützten die Tierfreunde Brucker Land bei ihrer Arbeit in deren Tierheim. Dort werden auf einem rund 3000 Quadratmeter großen Gelände 40 Katzen, 15 Kaninchen, drei Ratten, zwei Nymphensittiche, zwei Hähne, zehn Hennen sowie einige Tauben und Igel versorgt. Zu tun gab es einiges: Es wurden nicht nur die Gehege gesäubert und die Tiere mit frischem Wasser und Futter versorgt, sondern auch viel gestreichelt und gekuschelt.

Tierparlament-Mitglieder Claudia Beyer, Anette Lenz und Tabea Laaber (von rechts) überreichen ein Geschenk an Andrea Mittermeir von den Tierfreunden Brucker Land.

Andrea Mittermeier, die das Tierheim leitet, freut sich über die Zusammenarbeit: „Nur, wenn viele Hände hier mit anpacken, ist das zu meistern.“ Die Auffangstation stand noch vor einigen Monaten vor dem Aus, weil das Ehepaar, das das Tierheim bis dato sieben Tage die Woche ehrenamtlich leitete, am Ende seiner Kräfte war. Keine andere Tierschutzeinrichtung wollte übernehmen, bis sich Andrea Mittermeier als erste Vorsitzende des Vereins Katzentatzen entschloss, den Schritt zu wagen.

Dieser Verein hatte bislang vor allem Kastrationsprojekte durchgeführt. „Mit dem Tierheim haben wir jetzt nicht nur ein Gebäude, in dem wir Katzen und andere Tiere vor der Kälte und dem Hunger schützen können, sondern auch einen Platz, wo wir informieren und schulen können“, erläutert sie. Es ist ein ambitioniertes Ziel, denn die erforderliche Arbeit und auch die Kosten sind gewaltig. Derzeit hilft zwar die Gemeinde, indem sie das Grundstück pachtfrei zur Verfügung stellt und eine 450-Euro-Kraft bezahlt. Eine Vollzeitkraft muss der Verein jedoch über Spenden finanzieren.

Meringer suchen nach Immobilie für Tierauffangstation

Auch für die Mitglieder des Meringer Tierparlaments ist die Zusammenarbeit spannend. Der Verein möchte einen Blick hinter die Kulissen einer Auffangstation werfen, denn er plant, bald eine eigene in Mering oder der Umgebung zu betreiben. Schon seit Monaten suchen die beiden Vorsitzenden Mike und Charlotte Cannaday nach einer entsprechenden Immobilie. „Bislang haben wir lediglich Häuser angeboten bekommen, die leider nur privat, aber nicht landwirtschaftlich oder kommerziell genutzt werden dürfen.

Und die Gemeinde konnte bislang auch noch kein Gelände zur Verfügung stellen“, erläutert Charlotte Cannaday. Der Verein nutze aber jede Chance, sich bestmöglich auf die Aufgabe vorzubereiten. „Ein Tierheim zu betreiben, bedeutet ja nicht, den ganzen Tag mit Kätzchen und Hunden zu kuscheln. Es bedeutet viel Putzarbeit, man muss sich über Quarantäneregelungen informieren, Kosten kalkulieren, Spenden organisieren und vieles mehr – da kommen einige Probleme auf einen zu, mit denen man vorher oft nicht rechnet“, ergänzt Mike Cannaday, der derzeit eine Ausbildung zum Tierheilpraktiker absolviert.

Anlage in Überacker beeindruckt die Helfer aus Mering

Die Überacker-Anlage kann perfekt als Vorbild herhalten, die fleißigen Helfer aus Mering sind von dem Engagement dort beeindruckt: „Wenn man hier reinkommt, spürt man sofort eine positive Energie, die Atmosphäre ist sehr fürsorglich“, sagt Charlotte Cannaday. Dieser Meinung ist auch Tierparlament-Mitglied Anette Lenz, die gerade Frischfutter in einem Hasengehege auffüllt: „Ich bin überrascht, wie zutraulich und ruhig die Tiere sind, obwohl sie ja teilweise von ihren Besitzern zurückgelassen wurden. Nebenan fegt Claudia Beyer das Stroh zusammen: „Es ist toll, wie liebevoll die Gehege eingerichtet sind. Die Katzen und Kaninchen haben hier so viele Möglichkeiten, zu kuscheln und sich zu verstecken.“

Auch dieses Kanninchen wird von ehrenamtlichen Tierschützern betreut.

Auch Andrea Mittermeier ist glücklich über die Arbeit in der Auffangstation und freut sich über besondere Erlebnisse dort: „Ich finde es spannend, wie hilfsbereit manche Menschen sind. Wenn ich beispielsweise in Facebook schreibe, dass wir dringend neuen Essigreiniger brauchen, kaufen manche kurzerhand eine Kiste davon ein und bringen sie uns vorbei.“ Es sei ihr wichtig, die Leute miteinzubeziehen: „Viele haben Angst, ein Tierheim zu betreten, weil sie denken, dass sie hier nur traurige und leidende Tiere zu sehen sind. Aber das ist hier nicht der Fall.“ Wie wohl sich die Tiere dort fühlen, zeigt auch Flora, die Hündin von Mike und Charlotte Cannaday. Als spätnachmittags die Tierschützer aufbrechen wollten, beschnupperte sie sich neugierig mit einer der Haustierratten, die dort gerade gefüttert wurden. Über dieses „Abschiedsküsschen“ lachten die Tierschützer noch den ganzen Heimweg nach Mering.

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