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Nach Unfall am Weitmannsee: Runter vom Eis im Landkreis Aichach-Friedberg

Kommentar Von Philipp Schröders
23.01.2021

Plus Zahlreiche Menschen tummelten sich auf der Eisfläche des Kissinger Weitmannsees. Das ist aus mehren Gründen gefährlich und nicht angebracht.

Zurzeit setzt wieder Tauwetter ein. Doch der Winter ist noch nicht vorbei. Die Temperaturen könnten wieder sinken und die Seen zufrieren. Was sollte man beachten, wenn man eine Eisfläche betritt? Diese Frage stellt sich in der Region nicht. Niemand sollte sich im Kreis Aichach-Friedberg oder in Augsburg auf einen zugefrorenen See begeben. Das haben die Ereignisse am Weitmannsee und am Kuhsee am vergangenen Wochenende deutlich gemacht. In Kissing ist ein Ehepaar eingebrochen, in Augsburg eine ganze Familie. Zum Glück ist niemand bei den Unfällen schwerer verletzt worden. Eine Unterkühlung kann lebensbedrohlich sein.

Wasserwacht und DLRG haben bereits Tage zuvor gewarnt, dass das Eis nicht überall dick genug sei. Die Experten sagen, dass es für Spaziergänger, Erholungssuchende und Wintersportler im Grunde nicht möglich sei, zu erkennen, ob die Eisschicht auf einem See tragfähig ist. Deswegen rät zum Beispiel die Wasserwacht Augsburg generell davon ab, natürliche Eisflächen zu betreten.

Eiseinbrüche in der Region: Warnungen fruchten in Kissing nicht

In Kissing haben diese Warnungen aber nicht einmal gefruchtet, nachdem das Unglück bereits passiert war. Als die Feuerwehr versuchte in Absprache mit der Polizei und dem Bürgermeister die Eisfläche zu räumen, wurden die Einsatzkräfte zum Teil beleidigt und angepöbelt. Dass das bei Unfällen passiert, ist leider kein neues Phänomen. Dennoch ist es mehr als ignorant, eine Warnung in die Luft zu schlagen, wenn es um die eigene Sicherheit geht.

Im Kissinger Weitmannsee sind zwei Personen durch das Eis gebrochen. Zwei Tage später traut sich niemand mehr auf das Eis. Das ist auch am Friedberger See der Fall. Im Kissinger Weitmannsee sind zwei Personen durch das Eis gebrochen. Zwei Tage später traut sich niemand mehr auf das Eis. Das ist auch am Friedberger See der Fall.
29 Bilder
Bildergalerie: Nach dem Eisunfall - so sieht es an den heimischen Seen aus
Foto: Sebastian Richly

Ganz abgesehen davon, dass Spaziergänger nicht nur sich selbst, sondern auch die Retter unnötig in Gefahr bringen, wenn sie aufs Eis gehen, sind die Ereignisse vom Wochenende aufgrund der Corona-Pandemie zusätzlich alarmierend. Wir befinden uns in einem Lockdown. Alle sind dazu aufgefordert, Kontakte einzuschränken, um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen und Menschenleben zu schützen. Es ist also nicht angesagt, in Massen zum See zu fahren, sich beim Schlittschuhlaufen gegenseitig aufzufangen und die Eishockeyschläger zu kreuzen.

Natürlich ist Bewegung an der frischen Luft in Ordnung, wenn einem im Lockdown zu Hause die Decke auf den Kopf fällt. Aber dann sollte die Wahl lieber auf einem Spaziergang rund um den See mit gehörigem Abstand zu Personen, die nicht dem eigenen Hausstand angehören, fallen.

Lesen Sie dazu den Artikel: Eisunfall am Weitmannsee: So sieht es auf Seen in Aichach-Friedberg aus

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