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22.04.2010

Nach dem Abi ab ins Ausland zum Studium

Region Augsburg Im kommenden Jahr verlassen wegen der Umstellung vom neun- auf das achtjährige Gymnasium zwei Jahrgänge die bayerischen Gymnasien. Für die Schulabgänger bedeutet dies, dass sie wahrscheinlich einen deutlich besseren Notendurchschnitt als andere Jahrgänge brauchen, um den Wunschstudienplatz zu bekommen. Über diese Problematik sprachen Eltern und Schüler aus der Stadt Augsburg und dem Umland am Hochzoller Rudolf-Diesel-Gymnasium mit Franz Muschol von der Ludwig-Maximilian-Universität München (LMU). Er ist Leiter der dortigen zentralen Studienberatung.

VoN Christian Mühlhause

Schnell wurde in der Diskussion klar, dass es nach wie vor sehr viele Unklarheiten gibt. "Wie viele zusätzliche Kapazitäten die Universitäten und Fachhochschulen aufbauen können, um den Ansturm zu bewältigen, ist noch nicht klar. Das Problem ist nicht mal so sehr die Einstellung von Personal, sondern die Bereitstellung der nötigen Räumlichkeiten", erläutert Muschol.

Muschol empfahl den Schülern, sich nach Alternativen umzusehen. Er verwies auf die ostdeutschen Hochschulen, wo es leichter sei, einen Studienplatz zu bekommen. Auch das Ausland sei eine Option. Dann sollten sich Interessenten aber vorab genau über die Kosten informieren und darüber, ob ihre Leistungen in Deutschland anerkannt werden. Die Situation sei aber nicht so schwarz, wie sie von manchen gemalt werde. Die Länder und der Bund stellen in den kommenden Jahren Geld bereit, um Kapazitäten zu schaffen und die Universitäten haben mit dem Kultusministerium Zielvereinbarungen über die Schaffung neuer Plätze abgeschlossen.

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Klaus Weber, Elternbeiratsvorsitzender am Rudolf-Diesel-Gymnasium und Mitglied des Vorstandes der Landeselternvereinigung, folgte Muschols Argumentation nur bedingt. "Die Lage ist nicht schwarz, aber dunkelgrau", sagte er. Er warnte die Jugendlichen zudem davor, das Problem auszusitzen. "2012 kommen die Jugendlichen von der Bundeswehr und aus dem Freiwilligen sozialen Jahr hinzu. Zudem stellen in den kommenden Jahren auch andere Bundesländer wie Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen auf G8 um." So sieht es auch Muschol, der davon ausgeht, dass bis 2020 keine Entspannung zu erwarten ist.

Weil der G9-Jahrgang die Abiturprüfungen sechs Wochen vor dem G8-Schülern schreibt, können Erstere noch im Sommersemester mit dem Studium beginnen. Wegen der fehlenden Kapazitäten werden für sie auch Übergangslösungen bis zum Wintersemester angeboten.

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