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Mering

06.04.2021

Nach schlechten Noten: Das will Mering jetzt für den Radverkehr tun

Viele Meringer fühlen sich nicht besonders wohl, wenn sie in ihrem Heimatort mit dem Fahrrad unterwegs sind. In einer deutschlandweiten Umfrage des Fahrradclubs ADFC kassiert die Kommune verheerende Bewertungen.
Foto: Gönül Frey

Plus In Mering ist eine Arbeitsgruppe gebildet worden, die Maßnahmen anstoßen soll, um den Radverkehr zu fördern. Wo die Fraktionen Handlungsbedarf sehen.

Mering möchte mehr für Radfahrer tun. In einer Arbeitsgruppe, die aus Gemeinderatsmitgliedern und anderen Interessierten besteht, sollen dazu konkrete Maßnahmen entwickelt werden. Schon zuvor hatte der ADFC eine bundesweite Umfrage veröffentlicht, bei der die Marktgemeinde sehr schlechte Noten bekam. Was wollen die Fraktionen in Mering nun ändern?

Sprecher Georg Resch betont, dass die CSU-Fraktion den Antrag gestellt habe, die Arbeitsgruppe einzurichten. Es sei gut, dass diese sich aus Gemeinderäten und Interessierten von außerhalb zusammensetze. "Damit das Thema von allen Seiten beleuchtet wird", sagt Resch. Den Vorwurf, dass der Marktgemeinderat in den vergangenen Jahren nichts für den Ausbau des Radverkehrs getan habe, möchte er nicht stehen lassen. "Das stimmt nicht." Als Beispiel nennt er die Strecke beim Badanger und den Fuß- und Radweg in der Kanalstraße. Dennoch herrsche in der Marktgemeinde an verschiedenen Stellen Handlungsbedarf. Zum Beispiel hat Resch den Anschluss an die Kreisstraße von der Unterberger Straße aus im Blick. Gerne würde er auch den Radweg entlang der Paar weiterführen. Zudem hält er eine Route entlang der Bahnlinie für wünschenswert. Eine gefährliche Ecke sei auch die Bahnunterführung an der Josef-Scherer-Straße.

CSU sieht wenig Spielraum an der Münchener Straße in Mering

Innerorts bei der Augsburger und Münchener Straße sieht Resch aufgrund der beengten Verhältnisse nur wenig Spielraum für einen eigenen Fahrradweg. Im Hinblick auf die begrenzten finanziellen Mittel der Marktgemeinde spricht er sich dafür aus, bei Bauvorhaben Radwege einplanen zu lassen. Das sei beispielsweise bei einem Projekt an der Rosengasse bereits vorgesehen. Die Marktgemeinderäte hätten einen guten Überblick über diese Vorhaben und könnten sie in die Arbeitsgruppe einbringen.

Mathias Stößlein, Fraktionssprecher der UWG, sagt, dass das Ergebnis der ADFC-Umfrage nicht überraschend sei. "Man kennt ja seinen Ort und weiß, dass da einige Anschlüsse fehlen." Bei den anstehenden Ortsumplanungen müssten auch für die Radfahrer Verbesserungen erzielt werden. "Unser Ansinnen ist es, möglichst viele aufs Fahrrad zu bekommen", sagt er über die Ziele seiner Fraktion. Dabei gebe es viele Baustellen, wobei man allerdings an einigen Gegebenheiten wie Hügeln und engen Straßen nichts ändern könne. Im Hinblick auf die Alltagsradler sei es wichtig, die "Quell-Ziel-Beziehungen" im Auge zu behalten. Viele Besorgungen seien mit dem Fahrrad in der Innenstadt gut möglich. "Dass ich aber dabei durch die Verkehrsverhältnisse im Innenort abgeschreckt bin und nicht das Fahrrad nehme, gleichzeitig mit dem Auto dazu beitrage, dass es für die anderen nicht besser wird, ist das Dilemma, das wir haben", sagt Stößlein. In Bezug auf Berufspendler könnte er sich vorstellen, Wege, die durch landwirtschaftliche Fahrzeuge "quasi versiegelt" seien, zu Radwegen aufzumöbeln. Zudem befürwortet er, in Mering die Lücken zu schließen. "Ob man es nun Paar-parallel oder Bahn-parallel nennt, ich würde mich sehr freuen, wenn der ein oder andere Grundstückseigentümer sich durchringen könnte, ein paar Meter seines privaten Grundstücks der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen."

Umweltbeauftragte spricht sich für mehr Radabstellplätze aus

Petra von Thienen ist die Fraktionssprecherin der Grünen und Umweltbeauftragte des Marktes. Zu der Umfrage des ADFC sagt sie: "Ich habe befürchtet, dass Mering keine gute Note bekommt, aber dass sie so schlecht ausfällt, habe ich nicht geglaubt." Die Zahl der Teilnehmer sei zwar auf den ersten Blick gering, im Vergleich zu den Nachbarkommunen sei die Quote aber höher ausgefallen. Handlungsbedarf sieht von Thienen bei den Schnittstellen, den "Anknüpfpunkten in den Ort rein und raus". Als Beispiel nennt sie die Abzweigung zur Kissinger Straße in Richtung des Nachbarorts. "Man muss eine sehr breite Straße überqueren", sagt sie. Die Bahnunterführung an der Münchener Straße stelle für Fahrradfahrer auch ein Problem dar. Überhaupt sei die Münchener Straße als Ortsdurchfahrt unsicher. "Der Verkehr ist sehr stark." Das Radwegkonzept des Landkreises, das im Marktgemeinderat vorgestellt worden ist, biete gute Ansatzpunkte. "Es ist aber noch nicht detailreich genug", sagt von Thienen. Bei der Ausarbeitung der konkreten Lösungen sei die Arbeitsgruppe gefragt. Zudem hat von Thienen die Fahrradabstellplätze im Blick. Immerhin sei auf Initiative der Grünen die Errichtung der neuen Stellplätze an der Westseite des Haltepunkts in St. Afra angestoßen worden. "Im Ort sehe ich aber noch weiteren Bedarf." Von Thienen denkt, dass sich auch trotz der angespannten Haushaltslage Projekte kostengünstig verwirklichen ließen. Sie denkt dabei zum Beispiel an eine bessere Beschilderung.

In Mering will eine Arbeitsgruppe die Situation für die Radfahrer verbessern.
Foto: Weihrauch, dpa (Symbolbild)

Der SPD-Fraktionssprecher Andreas Widmann sieht in Mering eine "Bereitschaft der Bürger, aufs Fahrrad umzusteigen". Die ADFC-Studie spiegele die Probleme in der Gemeinde wider. "Ganz so schlecht ist die Lage aber aus meiner Sicht nicht." Widmann hat vor allem zwei Bereiche im Blick. Beim Fahrradweg entlang der Paar eröffne das neue Hochwasserrückhaltebecken in Merching mehr Möglichkeiten, weil sich an dem Hochwasserschutzbereich in Mering etwas ändere. Bei Bauvorhaben dort sollte ein Fahrradweg mit einer ausreichenden Breite bereits eingeplant werden. Der andere Bereich sei die Ortsmitte mit der Münchener Straße. Widmann verweist darauf, dass es vor ein paar Jahren einen Testlauf mit einer Einbahnstraßenregelung gab. Aufgrund der angespannten finanziellen Lage solle man sich in der Arbeitsgruppe nicht auf die teuersten Vorhaben stürzen. "Es gibt durchaus Maßnahmen, die man auch umsetzen kann", sagt Widmann.

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