Newsticker

Personenschützer mit Corona infiziert: Heiko Maas in Quarantäne
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Nachbar attackiert Vater und Sohn mit der Axt

Merching

26.07.2010

Nachbar attackiert Vater und Sohn mit der Axt

Am Montagmorgen erinnerte nichts mehr an die Axtattacke am Merchinger Bahnhofring. Foto: Eva Weizenegger
Bild: Eva Weizenegger

Im Bahnhofring in Merching hat ein 57-jähriger Mann mit der Axt zwei Nachbarn verletzt. Einem der beiden Männer trennte er dabei das Ohr teilweise ab. Von Eva Weizenegger

Im

Bahnhofring

in

Merching

waren gestern die Ereignisse vom Vorabend Gesprächsthema Nummer eins. Ein 57-jähriger Mann war Sonntagnacht mit der Axt auf zwei Nachbarn losgegangen. Er verletzte die beiden so schwer, dass einem der beiden Männer dabei das Ohr teilweise abgetrennt wurde.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Anlass war offenbar ein Streit beider Familien über die Parksituation im Bahnhofring. Am Sonntag kam es nach Polizeiangaben zuerst zur Auseinandersetzung zwischen dem 57-jährigen späteren Täter und einem 20-jährigen Nachbarn. Dabei wurde der 20-Jährige beleidigt. Sein 17-jähriger Bruder stellte den Nachbarn zur Rede und es kam zu einem Gerangel. Der 57-Jährige griff zu einem Beil und schlug auf den Kopf des Jugendlichen ein.

Nun wollte der Vater laut Polizei seinem Sohn zu Hilfe eilen, bekam aber ebenfalls einen Hieb mit dem Beil ab. Dabei wurde er so schwer verletzt, dass ihm ein Ohr teilweise abgetrennt wurde. Vater und Sohn retteten sich mit letzter Kraft in ihr Haus und brachen dort zusammen. Sie mussten von den Rettungskräften versorgt und später ins Krankenhaus gebracht werden. Der 42-jährige Familienvater erlitt schwere Verletzungen.

Er wurde operiert und sein Zustand sei mittlerweile stabil und es bestehe keine Lebensgefahr mehr, so die Polizei. Der 17-jährige Sohn erlitt mittelschwere Verletzungen. Der Täter ließ die Polizei widerstandslos in sein Haus. Er wurde festgenommen und befand sich die Nacht über in Polizeigewahrsam. Die Kripo nahm die Ermittlungen auf. Gestern wurde der 57-Jährige dem Haftrichter vorgeführt.

Für die Nachbarn ist ihre bisher heile Welt nicht mehr in Ordnung. "Dass so etwas bei uns passiert, ich kann es immer noch nicht glauben", sagte eine junge Frau, die sich gerade mit ihrer Mitbewohnerin über die Ereignisse unterhält. "Ich bin nur froh, dass meine beiden Kinder das nicht mitbekommen haben", meint diese. Sie selbst seien den Opfern zu Hilfe geeilt und sind noch immer schockiert: "Es war überall so viel Blut."

Bürgermeister Martin Walch konnte es noch nicht fassen, dass in seiner Gemeinde sich solch eine Tat ereignet hatte. "Ich wurde gestern Nacht verständigt." Nach seinen Informationen sei der Täter erst vor Kurzem in den Bahnhofring gezogen. "Da brauchst du keinen Tatort mehr", sagte eine weitere Anwohnerin gestern. Kurz nachdem sie sich zu einem Fernsehabend ins Wohnzimmer gesetzt hatte, ging die Streiterei vor ihrer Haustür los.

Wie Polizeisprecher Robert Göppel mitteilte, wurde der 57-jährige Täter mittlerweile dem Haftrichter vorgeführt. Er befindet sich unter dem Verdacht des versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung in zwei Fällen in U-Haft. Rechtsanwalt Werner Ruisinger vertritt den 57-jährigen Diplomingenieur, der seit Jahrzehnten für einen großen deutschen Konzern arbeitet. "Mein Mandat gibt an, er sei von den Nachbarn bedrängt und geschlagen worden", sagt Ruisinger. "Aus seiner Sicht war es Notwehr." Von Eva Weizenegger

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren