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Ried

21.02.2021

Neues Baugebiet in Ried: Wie die Gewerbegrundstücke vergeben werden

Am Rieder Ortsausgang Richtung Hörmannsberg, gegenüber dem bestehenden Gewerbegebiet, plant die Gemeinde ein neues großes Baugebiet.
Bild: Gönül Frey

Plus Die Gemeinde Ried hat die Kriterien für die Gewerbegrundstücke im neuen Baugebiet festgelegt. Einheimische Betriebe sollen dabei bevorzugt werden.

Die Gemeinde Ried bringt die Planung für das neue Mischgebiet "Südlich der Staatsstraße 2052" am Ortsausgang Richtung Hörmannsberg voran. Dort ist Wohnbebauung geplant, es umfasst aber auch Urbanes Gebiet und Gewerbe. Hierfür wurden in der jüngsten Gemeinderatssitzung die Kriterien für die Vergabe der Grundstücke beschlossen.

Das Mischgebiet erstreckt sich über 6,9 Hektar. Das Gewerbegebiet umschließt 21 Prozent des Gesamtgebietes. Hier muss die Gemeinde Ried vorab wissen, welches Unternehmen den Zuschlag erhält, weil die Grundstücksgrößen an den Bedarf angepasst werden. Erst wenn klar ist, welche Firma mit welchen Platzwünschen zum Zuge kommt, kann es mit der Erschließung losgehen.

Neues Mischgebiet in Ried: Gemeinde will bald mit der Erschließung starten

In erster Linie sollen hier heimischen Betrieben Entwicklungsmöglichkeiten geboten werden. Bürgermeister Erwin Gerstlacher geht jedoch davon aus, dass das Rieder Großprojekt auch auswärtige Firmen anziehen wird. Bereits heuer will die Gemeinde mit der Erschließung starten. Dann könnte im Herbst 2022 oder Frühjahr 2023 der Baubeginn sein. Der Kriterienkatalog für die Gewerbefläche ist lang. "Gewerbeflächen sind nicht beliebig vermehrbar. Deshalb hat die Vergabe von neuen Grundstücken im Gewerbegebiet sowie Urbanen Gebiet durch den Gemeinderat auf Grundlage nachfolgender Kriterien zu erfolgen", heißt es in der Tischvorlage.

Unter vielen anderen Punkten sollen einheimische Gewerbetreibende bei der Gewerbeflächenvergabe bevorzugt werden. Auch die Möglichkeit zur Erweiterung von ortsansässigen Betrieben mit Entwicklungsbedarf soll berücksichtigt werden. Gewerbebetriebe mit umweltbelastenden Faktoren werden bei der Bewerbung kritisch betrachtet. Auch strebt Ried bei der Vergabe eine hohe Anzahl von Arbeits- und Ausbildungsplätzen an. Grundstücke im Gewerbegebiet sollen nur an Gewerbebetriebe vergeben werden, die keine realistische Möglichkeit haben, sich im Innenbereich anzusiedeln oder dort aufgrund ihrer Emissionen nicht weiterentwickelt werden können.

Rieder Gemeinderat vermisst Punkte für ökologisches Bauen

Ein Punktekatalog, der Fragen wie "Betriebsneugründung durch Gemeindebürger", "Ausbildungsplätze Standort Ried" oder "Flächenbedarf" umfasst, soll die Vergabekriterien fair bewerten. Zwischen den Vergabekriterien vom Gewerbegebiet zum Urbanen Gebiet gebe es nur einen geringfügigen Unterschied, erklärte Bürgermeister Erwin Gerstlacher. So sei die Bedarfsfläche beim Urbanen Gebiet weniger.

Gerald Modlinger von der Bürgergemeinschaft vermisste im Kriterienkatalog Punkte für ökologisches Bauen und Nachhaltigkeit. Auch fand er eine Katalogklausel zu eng gesetzt. Falls nämlich im Urbanen Gebiet die prozentuale Aufteilung Wohnen und Gewerbe innerhalb von zehn Jahren von den Angaben der Bewerbung abweicht, wird eine Vertragsstrafe fällig, da das Verhältnis ausschlaggebend für die Kalkulation des Kaufpreises war, so die Tischvorlage. Modlinger sah da eher 20 Jahre, was einstimmig so aufgenommen wurde. Siggi Kistler von der Verwaltung will aber nochmal nachsehen, ob das so rechtens ist. Auch stimmten die Räte dem Vorschlag einstimmig zu, Punkte für ökologische Bauweise zu vergeben. Alle anderen Punkte wurden einstimmig abgenickt.

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