1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Nordtrasse für die Rieder Umfahrung vorgestellt

Ried

06.08.2019

Nordtrasse für die Rieder Umfahrung vorgestellt

Die Rieder leiden unter dem zunehmenden Verkehr auf der Ortsdurchfahrt.
Bild: Nantje Bischoff (Archiv)

Wie kann die Staatsstraße 2052 entlastet werden? Bürgermeister Gerstlacher präsentiert eine Alternative für die Süd-Variante. Was die Vor- und Nachteile sind.

Schon länger wird über eine Umgehungsstraße nachgedacht, die Ried entlasten soll. Bisher war eher eine Südumfahrung der Staatsstraße 2052 im Gespräch. Bürgermeister Erwin Gerstlacher hat nun einen nördlichen Trassenvorschlag vorgestellt. „Dies ist aber nur ein Vorschlag“, verdeutlichte er. Ob die Nordtrasse – wenn sie denn käme – ein paar Meter weiter südlich oder nördlich verliefe, sei durchaus denkbar.

Ried rüstet sich, doch der ersehnte Bau der Umgehung kommt frühestens 2030, da die Gemeinde Ried mit der Ortsumgehung für Ried und Hörmannsberg im siebten Ausbauplan für die Staatsstraßen nur in die zweite Dringlichkeitsstufe eingeordnet wird. „Wie in allen Projekten wollen wir jedoch bestens vorbereitet sein“, sagt Gerstlacher.

Trassenvorschlag für eine südliche Variante liegt schon länger vor

Bereits im Jahre 2009 hatte das staatliche Bauamt den ersten Trassenvorschlag für eine südliche Variante vorgelegt. Diese ist relativ aufwendig, rund 4,9 Kilometer Fahrbahn müssten dafür gebaut werden, die Kostenschätzung lag schon vor Jahren bei bis zu neun Millionen Euro. Wegen zahlreicher dringlicherer Projekte hat das staatliche Bauamt seitdem nicht weiter an der Rieder Umgehung gearbeitet. Erst im Oktober 2018 hat Gerstlacher bei einem Treffen des Meringer CSU-Ortsverbandes den Stand der aktuellen Planungen bezüglich der Trassenführungen vorgestellt. „Am aussichtsreichsten erscheint derzeit zwar die Südvariante, weil nördlich von Ried sehr große Höhenunterschiede zu überwinden wären“, sagte er damals, versprach aber schon da, dass die Gemeinde Ried überprüfen lasse, ob grundsätzlich eine Nordumfahrung möglich wäre.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Dies ist jetzt geschehen. Im vergangenen Gemeinderat präsentierte er die Nord-Variante. „Wir sind wieder einen Schritt weiter“, freut sich das Gemeindeoberhaupt. Noch einmal dringt er aber darauf, dass es sich nur um einen Vorschlag handle, der zwar dem Staatlichen Bauamt bereits vorgestellt, aber noch nicht abgestimmt wurde.

Erstellt hat die Planung das Ingenieurbüro Mayr aus Aichach. Die Nordvariante hätte eine Länge von 5,3 Kilometern und eine Verkehrsfläche von 42,4 Hektar (mit Böschungen und Ausgleich). Da unterscheidet sie sich nicht viel von der Südvariante mit 39,2 Hektar Gesamtverkehrsfläche. „Es handelt sich nur um Ackerflächen, es werden keine Waldflächen berührt“, so Gerstlacher. Doch der Flächenverbrauch sei immens. Bei der Nordvariante kämen zwei Brücken dazu, und zwar bei der Asbacher Straße und im Bereich Tannenholz. Auch die Kosten unterscheiden sich nicht wirklich: Käme die Südvariante nach heutigen Schätzungen auf 12,3 Millionen Euro, wären es bei der Nordvariante 15 Millionen Euro.

Rieder Ortsumfahrung hätte auch Auswirkungen auf Mering

Wenn man den Verkehr, an den Einbindungen der Staatsstraße 2379 von Bachern kommend in der Ortsmitte Ried, und die Ortsverbindungsstraße von Kissing kommend in Hörmannsberg betrachtet, könne eine Nordumfahrung durchaus mehr Sinn machen. Wie berichtet , hatten auch schon Meringer eine Umgehungsstraße für die Hörmannsberger Straße gefordert. Der Gemeinderat hatte sich aber dagegen entschieden. Hintergrund dabei waren auch die Planungen für die Rieder Ortsumfahrung. Diese hätten nämlich auch Auswirkungen auf Mering. Das wäre wohl ein Vorteil der Nordvariante.

„Wie die Umsetzung dann aber aussieht, ist abhängig von der Wirtschaftlichkeit und den ermittelten Verkehrszahlen aus dem Verkehrsgutachten“, sagt der Bürgermeister. Die Zählungen laufen derzeit. Bis zum Oktober soll das Gutachten fertiggestellt sein. „Erst dann können wir die nächsten Schritte diskutieren“, so das Gemeindeoberhaupt. Ebenso werde es vonseiten Gerstlachers ein Gespräch mit den Kollegen in Mering geben, da die ja auch von der Umfahrung betroffen wären.

Er will die „generelle Entwicklung des Verkehrs“, hinsichtlich eines möglichen Ausbaus der B2 im Auge behalten. Ebenso werde er die Vorgaben des Bundesverkehrswegeplanes und die E-Mobilität beobachten. Eine Hilfe sieht Gerstlacher in der Einführung der Mautpflicht für LKWs auf Staatsstraßen. Somit würde es sich für die Lastwagen nicht mehr „rentieren“, von der Autobahn abzufahren. Und dann lacht der Bürgermeister: „Wer weiß, was in zehn Jahren, wenn die Umgehungsstraße endlich kommen soll, mit dem Verkehr ist.“

Lesen Sie dazu auch diesen Artikel: B2 in Mering wird im August gesperrt

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren