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Kultur in Friedberg

09.11.2019

Opernsängerin Alexandra Steiner: „Konzert in Friedberg ist ein Experiment“

Alexandra Steiner kennt Friedberg aus ihrer Jugend. Das Foto entstand an der Kirche St. Jakob, in der Steiner als Kind bei Messen spielte.
Foto: Tom Trilges

Opernsängerin Alexandra Steiner stand bereits bei den Bayreuther Festspielen auf der Bühne. Sonntag ist sie zu Gast bei Benjamin Comparots Hornkonzert in Friedberg.

Sie wurden in Augsburg geboren und gingen in Stätzling zur Grundschule. Wie eng war und ist Ihre Bindung zu Friedberg?

Alexandra Steiner: Ich spüre definitiv eine Verbindung zu Friedberg. Vor allem erinnere ich mich an das Altstadtfest. Auch musiziert habe ich schon als Kind in der Stadt, zum Beispiel bei Messen in der Kirche St. Jakob.

Sie sind am Sonntag als Gast beim von Benjamin Comparot veranstalteten Hornkonzert dabei. Wie lange kennen Sie beide sich schon?

Steiner: Benjamin und ich kennen uns primär aus dem Orchester seiner Mutter, wo ich Geige und Benjamin Horn spielte und mit welchem wir auch auf Orchesterreisen waren, beispielsweise in Krakau. Wenn man damals in der Stadt musikalisch unterwegs war, kannte man sich einfach untereinander.

Konzert in Friedberg: Steiner gefällt Konzept

Wie kam es jetzt zu der Zusammenarbeit mit Comparot und Ihrem Auftritt in Friedberg?

Steiner: Vor ungefähr einem halben Jahr hat mich Benjamin gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte. Ich finde die Idee großartig, und habe gerne zugesagt.

Was genau gefällt Ihnen an dem Konzept so gut?

Steiner: Insbesondere die Zusammenarbeit und Kollegialität der Hornisten verschiedener renommierter Orchester, die zu diesem kleinen Festival „Carnaval du Cor“ zusammenkommen und mit den Nachwuchshornisten arbeiten. Mit tollen Musikern arbeite ich immer gerne, und ehrlich gesagt, hat es mich auch gereizt, auszuprobieren, wie die Stücke mit Hornquartett funktionieren. Es klang nach einer Menge Spaß und auch ein bisschen nach einem Experiment. Ich bin gespannt.

"Hornisten stehen im Mittelpunkt und nicht ich"

Beschreiben Sie doch bitte, worin dieses Experiment besteht?

Steiner: Wir führen Arrangements verschiedener Arien für Hornquartett und Sopran auf, die ursprünglich nicht für diese Besetzung geschrieben wurden. Spannend ist auszuprobieren, wie das so klingt und umzusetzen ist. Bei einem meiner letzten Konzerte in Augsburg waren es für Streichquartett und Sopran arrangierte Lieder von Mahler und Strauss. Diesmal ist es die Besetzung Hornquartett und Sopran. Insbesondere Händels „Lascia ch’io pianga“ kann ich mir mit dem warmen Hornklang sehr gut vorstellen, aber auch die anderen Stücke, in denen vielleicht mehr der kernige Klang des Horns zum Tragen kommt. Im Mittelpunkt des Abends stehen aber die vielen jungen Hornisten und nicht ich.

Sie kennen die großen Bühnen, waren unter anderem bei den Bayreuther Festspielen und der Wiener Staatsoper zu erleben. Ist der Anspruch an einen Auftritt immer gleich?

Steiner: In Friedberg stehen der freundschaftliche Aspekt und der experimentelle Charakter im Vordergrund. Wir treffen uns zu einer Anspielprobe vor dem Konzert und musizieren dann zusammen. Jedes Konzert und jedes Publikum sind gleich wichtig für mich, und ich versuche immer, mein Bestes zu geben. Selbstverständlich möchte ich technisch und künstlerisch möglichst gut sein, aber letzten Endes geht es denke ich darum, die Emotionalität der Musik zu teilen und mit dem Publikum zusammen etwas zu erleben.

"Bayreuther Festspiele sind besonderes Festival"

Nicht viele Menschen in Deutschland leben vom Gesang. Wann war Ihnen klar, dass Sie eine Karriere als professionelle Sängerin starten wollen und es auch so weit schaffen können?

Steiner: Mir wurde erzählt, dass ich bereits als Kind viel gesungen hätte. Als etwa 15-Jährige war ich dann bei einem Konzert eines heutigen Kollegen, was mich sehr berührt hat. Das gab den Ausschlag. Zu meinen bisher wichtigsten Engagements auf diesem Wege zählt das Opernstudio in Weimar – diesen Platz hatte ich schon vor Abschluss meines Studiums bekommen und in den zwei Jahren dort habe ich eine ganze Reihe an Partien auf der Bühnen gesungen. Das zweite sehr wichtige und schöne Engagement waren die Bayreuther Festspiele, erstmalig 2016. Ich freue mich sehr, dort auch im nächsten Sommer zu singen. Es ist ein ganz besonderes Festival und ein besonderer Ort für mich, sowohl was die Akustik des Hauses betrifft als auch die Zusammenarbeit. Ich bin sehr dankbar dafür.

Gehen Sie aus Ihrer Sicht einem Traumjob nach?

Steiner: Definitiv. Ich empfinde mein Leben als Luxus, und als immenses Geschenk, dass ich meinen Lebensunterhalt damit verdiene, und meine Zeit damit verbringe, was mir am Herzen liegt, Spaß macht und etwas bedeutet.

Opernsängerin Steiner vergleicht Beruf mit dem eines Sportlers

Wie regelmäßig müssen Sie üben?

Steiner: Ich denke, es ist eine immerwährende Beschäftigung mit Musik und Stimme. Vielleicht kann man es mit dem Training eines Sportlers vergleichen.

Sie arbeiten nach ihrem Engagement an der Wiener Staatsoper nun wieder selbstständig. Welche Veränderungen gehen damit einher?

Steiner: Es bedeutet weniger Regelmäßigkeit und mehr Reisen. Im vergangenen Jahr hat mich mein Beruf beispielsweise erstmalig nach Mallorca, Südkorea, Athen und Kolumbien gebracht. Man lernt viele neue Menschen, Länder, Städte kennen. Ich mag das und möchte es nicht missen.

  • Termin Das Hornkonzert findet am Sonntag, 10. November, ab 18 Uhr in der Friedberger Max-Kreitmayr-Halle statt. Der Eintritt ist frei. Organisator Benjamin Comparot bittet jedoch um Spenden zur Finanzierung der Veranstaltung. Mehr Informationen zum Carnaval du Cor unter www.kiecks.de.

Lesen Sie dazu auch: Alexandra Steiner als Stargast bei Hornkonzert in Friedberg

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