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Präventionsprojekt

03.03.2011

Papa zeigt, was einen Mann ausmacht

Elisabeth Kern und Gerald Bell freuen sich, dass KliK nun auch an Grundschulen startet.
Bild: Foto: Miriam Schmidt

„Klar im Kopf“ startet nun auch an den Grundschulen. Eltern haben mit den größten Einfluss auf die Entwicklung ihrer Kinder

Friedberg Gerade einmal 25 Sekunden am Tag beschäftigt sich ein Vater aus den USA durchschnittlich mit seinem Kind, ohne dass beispielsweise die Mutter dabei ist. „Wie viel Zeit verbringe ich allein mit meinem Kind?“ Diese Frage sollten sich auch in Friedberg die männlichen Zuhörer beim Vortrag „O mein Papa… über die Bedeutung des Vaters für die Entwicklung des Kindes“ stellen. Dies war die Auftaktveranstaltung für das neue „KliK for Kids“-Projekt, das jetzt nun auch an Grundschulen im Landkreis Aichach-Friedberg startet. Diplom-Pädagoge Gerald Bell konnte als Referent die Väter im Publikum beruhigen. Hierzulande sei die gemeinsam allein genutzte Zeit von Kind und Vater nämlich nicht ganz so kurz wie in den USA.

Für Erziehung gibt es kein Patentrezept

Trotzdem sei Erziehung nicht immer einfach, wie Elisabeth Kern, Schulleiterin der Theresia-Gerhardinger-Grundschule, findet. Nicht umsonst gebe es so viele Erziehungsratgeber. „Für Erziehung gibt es kein Patentrezept“, sagte sie. Deswegen freute sie sich umso mehr über „KliK“ an ihrer Grundschule.

Papa zeigt, was einen Mann ausmacht

Und auch Schulrätin Ingrid Hillenbrand vom Aichacher Schulamt ist es wichtig, dass in der Schule nicht nur Wissen vermittelt wird, Kinder sollten zu starken Persönlichkeiten heranwachsen. „Sie müssen Nein sagen können: zu Drogen, zu Gewalt und zu Mobbing“, unterstützt die Schulrätin die Zielrichtung von KliK.

Wichtig ist Gerald Bell vor allem die Nachhaltigkeit und dass Schüler, Lehrer und Eltern einbezogen werden. Er verdeutlichte, welchen großen Einfluss auf die Entwicklung des Kindes die Eltern haben. Und dabei meint er nicht die distanzierte Idealvorstellung des Vaters aus den 1950ern, wie sie Lilli Palmer in dem Lied „O mein Papa“ beschreibt. „Mein Gott, wacht endlich auf – wir sind beide wichtig“, appellierte Gerald Bell. Deswegen freute er sich besonders über das rege Interesse von Vätern. Früher hätten sich nur wenige Männer zu solchen Vorträgen getraut. „Das waren die drei, die sich nicht wehren konnten“, scherzte er. Über die neue Entwicklung ist er deswegen so glücklich, weil der Vater für sein Kind eine wichtige Rolle spielt.

Der Vater lässt mehr Risiko zu

Durch den Vater lernten Kinder, was einen Mann ausmacht. Der Vater lasse auch mehr Risiko zu – wie beispielsweise die Reaktion auf Schulnoten zeigt. Während der Mann sage: „Der Hundskrüppel hat scho wieder an Sechser“, sei die Mutter eher besorgt: „Wir haben eine Sechs geschrieben.“

Welche möglichen Auswirkungen ein fehlender bzw. negativ wirkender Vater haben kann, zeigen wissenschaftliche Ergebnisse. Bell nannte geringere Lernfähigkeit, ein niedriges Selbstbewusstsein oder ein schlechtes Einfühlungsvermögen als mögliche Folgen. Obwohl sich Männer heutzutage immer mehr mit ihren Kindern beschäftigen, gibt es immer noch Aufgaben, wie Kleidung kaufen oder Kinderfeste organisieren, die hauptsächlich Mütter erledigen. Deshalb empfahl Gerald Bell den Vätern, unter anderem einen gemeinsamen Ausflug mit ihren Kindern zu verbringen. (mirs)

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