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Kissing

13.01.2020

Pfarrer Schubert ist weg: So geht es in der Emmaus-Gemeinde weiter

Der Kirchenvorstand mit dem Vertrauensmann Jürgen Pflügel (links) und Diakon David Mühlendyck übernehmen derzeit viele zusätzliche Aufgaben in der Emmaus-Gemeinde.
Bild: Christian Gall

Plus Nach dem Weggang von Pfarrer Steffen Schubert müssen Freiwillige viele Aufgaben stemmen. Es ist weiterhin offen, wann ein neuer Pfarrer nach Kissing kommt.

Es ist eine große Herausforderung, die es in der Kissinger Emmaus-Gemeinde zu bewältigen gilt. Nachdem sich diese nach fast 20 Jahren Zusammenarbeit vom Pfarrer Steffen Schubert getrennt hatte (wir berichteten), müssen die Aufgaben neu verteilt werden.

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Die Verantwortlichen wollen viele Dinge beibehalten, die Schubert etabliert hat. Doch womöglich muss man in den kommenden Monaten Abstriche machen.

Derzeit liegen viele der anfallenden Aufgaben in den Händen des Kirchenvorstands. Unterstützt wird er dabei vom Diakon David Mühlendyck, der Pfarrsekretärin Sabine Theymann-Hauck, der Kirchenpflegerin Erdmute Wege sowie dem Pfarrer Ulrich Funk, der im Dekanat eine Springerstelle innehat. Dazu kommen zahlreiche Freiwillige aus der Gemeinde.

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„Die Herausforderung ist aber, all die Ehrenamtlichen zu koordinieren“, sagt Jürgen Pflügel, der als Vertrauensmann des Kirchenvorstands die Rolle des Vorsitzenden einnimmt. Viel Zeit in die Pflege der Mitarbeiter investiert auch der Diakon David Mühlendyck: „Das ist überaus wichtig, braucht aber auch viel Zeit.“

Kissing: Der Emmaus-Gemeinde fehlen Hauptamtliche

Vor allem an hauptamtlicher Arbeitskraft mangelt es in der Emmaus-Gemeinde. Durch den Weggang von Steffen Schubert fehlt eine komplette Stelle. Zwar springt Pfarrer Ulrich Funk ein, allerdings nur mit einer halben Stelle. Neben Kissing ist er auch in der Gemeinde St. Paul in Augsburg-Pfersee tätig. Seine Aufgabe in der Emmaus-Gemeinde sieht er darin, die Menschen dort zu begleiten: „Über das Loch, das dort entstanden ist, braucht es eine Brücke.“ Daher übernimmt er verschiedene Aufgaben als Geschäftsführer, hält einen Teil der Gottesdienste und verantwortet Kasualien, also etwa Taufen, Trauungen und Beerdigungen.

Steffen Schubert ist nicht länger Pfarrer in Kissing.
Bild: Philipp Schröders (Archiv)

Einige Gottesdienste werden aber vom Kirchenvorstand und dem Diakon organisiert, etwa die beliebten GoSpecial-Gottesdienste, die auf viele klassische Elemente verzichten und daher ein breiteres Publikum ansprechen. Es war Pfarrer Steffen Schubert, der diese in seiner Zeit eingeführt hat. „Wir setzen alles daran, dass es mit dem GoSpecial weitergeht“, sagt Diakon David Mühlendyck.

Pfarrer Steffen Schubert ist im Oktober gegangen

Zwei davon haben seit der Trennung von Pfarrer Schubert im Oktober bereits stattgefunden. Der nächste ist am 22. März geplant. Ein Problem ist Mühlendyck zufolge aber die Musik in diesen Gottesdiensten. Steffen Schubert war auch als Musiker sehr aktiv, seit der Trennung von ihm seien auch andere Musiker weggegangen. „Einige von denen haben gesagt, dass sie Musik gemacht haben, um mit Steffen Schubert Musik zu machen“, sagt Mühlendyck.

Noch ist nicht absehbar, wann ein neuer Pfarrer die Lücke in der Emmaus-Gemeinde schließen wird. Wie Jürgen Pflügel erklärt, ist die Stelle von Pfarrer Schubert noch immer durch diesen besetzt, eine neue Ausschreibung ist so lange nicht möglich, bis er abberufen oder versetzt wird. Wenn dann ein neuer Pfarrer gesucht wird, ist auch nicht garantiert, dass sich sofort einer findet, wie Ulrich Funk sagt: „Es ist kein Geheimnis, dass auch die evangelische Kirche einen Mangel an Pfarrern hat.“ Jürgen Pflügel ist dagegen optimistisch: „Es hat sich inzwischen herumgesprochen, dass Kissing eine moderne Gemeinde ist. Das könnte Pfarrer dazu bewegen, sich auf die Stelle zu bewerben.“

Die evangelische Gemeinde Kissing muss einen neuen Pfarrer suchen

Die Zeit, bis ein neuer Pfarrer kommt, müssen die Verantwortlichen der Gemeinde nun überbrücken – nicht nur in kirchlichen Dingen. „Man darf nicht vergessen, dass wir auch einen Kindergarten mit 110 Plätzen und 15 Mitarbeitern haben“, sagt David Mühlendyck. Er und Jürgen Pflügel sind derzeit die Ansprechpartner für Belange, die den Träger betreffen.

Trotz der schwierigen Zeit und des Wegfalls des prägenden Pfarrers soll die Gemeinde ihr Profil als Ort des lebendigen Glaubens nicht verlieren. „Unsere Gemeinde darf nicht von einer Person abhängen“, sagt Mühlendyck. Wie es jetzt weitergeht, hänge vor allem davon ab, wie sehr sich die Ehrenamtlichen einbringen wollen. Jürgen Pflügel sieht optimistisch in die Zukunft: „Wir schaffen das. Und wir rücken in dieser herausfordernden Zeit noch enger zusammen.“

Lesen Sie auch: Pfarrer Steffen Schubert verlässt die Gemeinde Kissing

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