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Kissing

02.01.2020

Pfarrer Steffen Schubert verlässt die Gemeinde Kissing

Steffen Schubert ist nicht länger Pfarrer in Kissing.
Bild: Philipp Schröders (Archiv)

Plus Nach fast 20 Jahren trennt sich der Kirchenvorstand von dem Geistlichen. Die Grundlage für gemeinsames Arbeiten sei nicht mehr gegeben. So geht es nun weiter.

Es ist das Ende einer langen Zusammenarbeit: Der Kirchenvorstand der Emmaus-Gemeinde in Kissing trennt sich vom Pfarrer Steffen Schubert. Fast 20 Jahre lang war er dort tätig. Der Kirchenvorstand informierte die Gemeinde mit einer Mitteilung, in der das Gremium das Vorgehen darlegt.

Wie es in dem Schriftstück heißt, sei durch das Verhalten von Pfarrer Schubert sowie durch unglückliche Umstände eine belastende Situation eingetreten. Auf Details zum Verhalten des Geistlichen wird dabei nicht näher eingegangen – allerdings auf die Folgen: „Der Kirchenvorstand als Gemeindeleitung sieht leider keine Grundlage mehr für eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit zum Wohle der Emmausgemeinde.“ Auf Anfrage unserer Redaktion zu den Hintergründen schrieb das Evangelisch-Lutherische Dekanat Augsburg: „Pfarrer Steffen Schubert ist seit Oktober nicht mehr aktiv im Dienst. Nach vielen sehr guten Jahren in Kissing gab es jetzt eine Phase von persönlicher Krise und Krankheit.“ Persönliche Details zu den Hintergründen dürfe man jedoch nicht veröffentlichen. Steffen Schubert selbst reagierte bislang nicht auf eine Anfrage unserer Redaktion, ob er sich zu diesem Sachverhalt äußern wolle.

Die Entscheidung, sich vom Pfarrer zu trennen, sei unabwendbar

Nach einer solch langen Zusammenarbeit mit Steffen Schubert ist dies ein drastischer Schritt. Der Kirchenvorstand habe sich diesen nach eigener Aussage nicht leicht gemacht. Klar weist der Kirchenvorstand Vorwürfe zurück, man habe den Pfarrer fallengelassen: „Aus Verantwortung gegenüber unserer Gemeinde war diese Entscheidung jedoch unabwendbar.“ Auch eine Rückkehr des Pfarrers in die Gemeinde schließt der Kirchenvorstand in seinem Schreiben aus. „Wohin ihn sein weiterer Weg führt und wie zu gegebener Zeit eine mögliche Verabschiedung aussehen kann, wird von Regionalbischof Piper und Dekanin Sperber-Hartmann zu klären sein“, heißt es weiter in der offiziellen Mittelung.

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Steffen Schubert ist dem Dekanat seit Oktober nicht mehr aktiv im Dienst und derzeit krankgeschrieben. Um die Vakanz zu überbrücken, hat Pfarrer Ulrich Funk, der im Dekanat eine Springerstelle innehat, die Gemeindeleitung im Umfang einer halben Stelle übernommen. Auch der Diakon David Mühlendyck unterstützt die Gemeindearbeit und begleitet die Arbeit der Ehrenamtlichen. Auch aus Nachbargemeinden kommt Hilfe – mehrere Pfarrer unterstützen die Kissinger Gemeinde bei Gottesdiensten, Taufen und Beerdigungen. Der Anrufbeantworter der Gemeinde verweist Anrufer etwa bis zum 7. Januar auf den Pfarrer Ernst Sperber aus Königsbrunn, der in dringenden Fällen zu erreichen sei. Offen ist noch, wann die Stelle des Pfarrers in Kissing neu besetzt wird. Vom Dekanat heißt es, dass man hofft, dass dies bald geschehen könne.

Der Gemeinde wurde der Wechsel von Pfarrer Schubert nicht nur über den Gemeindebrief kommuniziert. Ein Text des Kirchenvorstands wurde am dritten und vierten Advent sowie an allen fünf Weihnachtsgottesdiensten verlesen – um Gerüchten zu begegnen und möglichst viele Menschen auch direkt anzusprechen, wie es vom Dekanat heißt. „Wie so vielen, tut auch mir die ganze Situation weh und sehr leid. Ich weiß, dass in der Gemeinde die Meinungen gespalten sind. Wir wollen Konflikte nicht unter den Teppich kehren, und zugleich geht es jetzt um Versöhnung, das Wohl der gesamten Gemeinde, von Pfarrer Steffen Schubert und seiner Familie“, heißt es in dem Text.

Steffen Schubert war fast 20 Jahr lang Pfarrer in Kissing

Steffen Schubert trat im Jahr 2000 die Stelle des Pfarrers in Kissing an. In seiner Zeit hat er viel bewirkt, etwa die beliebten GoSpecial-Gottesdienste etabliert. Diese verzichten auf viele klassischen Elementen und sollen es dadurch auch weniger geübten Kirchgängern ermöglichen, sich im Gottesdienst wohlzufühlen. Außerdem war Schubert auf vielen Veranstaltungen mit seiner Band „Hold the Line“ zu hören, in der er zugleich Bandleader und Gitarrist ist. (mit gön)

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