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Friedberg

05.06.2020

Praktika: Die schwierige Suche von Friedberger Schülern

Praktikumsplätze sind derzeit wesentlich schwerer zu finden als sonst. Das wirkt sich auch auf die Schulen in Friedberg aus.
Bild: Franziska Gabbert, dpa

Plus Praktika bereiten auf den Beruf vor und geben ein realistisches Bild der Gewerbe wider. Warum Betriebe anschauen derzeit für Friedberger Schüler nicht so einfach ist.

Der Berufswunsch steht, wenn auch nur grob: „Handwerker möchte ich werden“, sagt Simon Mayr. Warum der Friedberger Schüler das noch nicht spezifizieren kann? „Ein, zwei Praktika müsste ich dafür noch machen“, sagt er. Dabei hat der 14-Jährige schon welche absolviert: bei einem Zelthersteller und bei einem Fahrradladen.

Ersteres Praktikum war das vorerst letzte für den Achtklässler der Gesamtschule Dasing. „Natürlich würde ich gerne weitere Praktika absolvieren“, sagt er. „Dazu haben wir in den Wochen, die wir zu Hause bleiben müssen, auch die Möglichkeit.“

Der Haken: Die meisten Unternehmen haben den Betrieb heruntergefahren, teilweise sind Mitarbeiter in Kurzarbeit oder sogar entlassen. „Dies erschwert die Suche nach Praktikumsplätzen natürlich“, weiß Daniela Walther. Die Leiterin der Friedberger Konradin-Realschule erlaubt ihren Schülern seit Kurzem wieder Praktika, wenn Bedarf ist.

Schüler der Friedberger Mittelschule dürfen Praktika absolvieren

Wichtiger als die Berufserfahrung seien jedoch die Hygienevorschriften und damit das Wohl der Kinder. „Das muss im Vordergrund stehen“, stellt die Direktorin klar. Derzeit sind die Schüler im zweiwöchigen Wechsel an der Schule. Laut Walther sind die Praktika in den beiden Wochen, die die Schüler zu Hause sind, möglich.

Anders sieht es bei der Friedberger Mittelschule aus. Dort werden die Pflichtpraktika auf das kommende Jahr verschoben. Braucht ein Schüler jedoch dringend ein Praktikum, kann er es absolvieren. Wie aus der Mittelschule zu hören ist, sind Praktika gerade bei diesem Schultyp von großer Bedeutung.

Denn die Jugendlichen können nicht nur neue Erfahrungen sammeln, sondern auch Kontakte für eine anschließende Lehrstelle knüpfen. Derzeit kann die Schule die Jugendlichen dabei jedoch kaum unterstützen, denn mit dem Unterricht gibt es aktuell einfach genug zu tun.

Gymnasium Friedberg: Praktika sind vorerst gestrichen

Das gilt auch für Anna Mayr. Die 18-Jährige besucht die Fachoberschule (FOS) in Augsburg und hat den künstlerischen Zweig gewählt. Dort arbeiten die Schüler in einem Halbjahr in einem Betrieb und haben im zweiten Unterricht in der schuleigenen Lehrwerkstatt. Wie Anna. Die Friedbergerin besucht die 11. Klasse der FOS und lernt derzeit die Grundlagen der Gestaltung bei einem professionellen Künstler kennen.

Zudem hat sie im Anschluss an diese Grundlagenausbildung die Möglichkeit, praktische Erfahrungen zu sammeln. Am Gymnasium in Friedberg gibt es diese Möglichkeit derzeit nicht. Dort sind alle Praktika vorerst gestrichen. Doch im Gymnasium haben die Schüler auch mehr Zeit, um sich über ihren Berufswunsch klar zu werden. Auch ohne Praktika.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Praktika? Hilfe kann auch von außen kommen!

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