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Friedberg

03.10.2019

Pro Seniore kämpft für ein besseres Image der Seniorenheime

Hannelore Kammerer genießt vor der Pro- Seniore-Seniorenresidenz ein paar Sommerstrahlen - Hauskatze Sweety tut es ihr nach. Im Haus fällt inzwischen der Startschuss für eine bundesweite Initiative für mehr Wertschätzung des Pflegeberufes.
Bild: Christine Hornischer

In der Pro-Seniore-Residenz Friedberg startet eine Initiative. Sie setzt sich für mehr Wertschätzung für den Beruf ein. Wie Mitarbeiterinnen das Thema sehen.

Ungewohnte Rap-Klänge waren aus der Pro-Seniore-Residenz gegenüber der Stefanskirche im Süden Friedbergs zu hören: „Sei stolz auf den Beruf Altenpflege…wir haben viel Empathie… ein Job für die Zukunft“, das sind nur ein paar Auszüge aus dem Musikvideo „Proud to care“ (Stolz sich zu kümmern), das die Victor’s Group, ein Netzwerk mehrerer Dienstleistungsfirmen, zusammen mit dem Berliner Rapper Graf Fidi ins Leben gedreht hat.

Eine familiäre Atmosphäre

Residenzleiterin Jeannette Kleespies hatte 80 Mitarbeiter im Saal zu einem Kick-off-Meeting der besonderen Art versammelt. Das Musikvideo mit dem berührenden Text nämlich ist das emotionale Herzstück einer Initiative, die in 120 Pflegeheimen von Pro Seniore bundesweit startete. Ziel ist r mehr Wertschätzung im Pflegeberuf, kurzum das Image des Begriffs „Pflege“ von dem jetzigen eher düsteren Bild zu dem ändern, was Pflege der Meinung der Initiative nach ist: Ein Beruf, der hohen Wert für die Gesellschaft besitzt und auf den man stolz sein kann.

„Wir bieten Pflege mit Herz“, sagt Pflegedienstleiterin Diana Höhrenz begeistert. Lachend geht sie ins Detail: „Das heißt, wir sind für Menschen da.“ Die Frau, die am 1. Januar 2000 angefangen hat, bei Pro Seniore zu arbeiten, liebt die familiäre Atmosphäre hier und würde ihren Job mit niemandem tauschen. Pflegekräfte erfahren sehr viel Positives bei ihrer Arbeit mit Pflegebedürftigen. Wohnbereichsleiterin Carmen Pischel sagt: „Ich finde es sehr schön, Anteil am Leben eines Menschen zu haben, ihn zu begleiten und ihm zu helfen.“ Und weiter: „Ich bin glücklich, wenn ich ein Lächeln geschenkt bekomme und die Freude im Gesicht der Menschen sehe, die ich betreue.“

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Das Seniorenheim in Friedberg arbeitet mit Schulen zusammen

Jeannette Kleespies möchte Aussagen wie diese aufnehmen und unter die Leute bringen. Die pinkfarbenen T-Shirts mit der Aufschrift „Proud to care“, die Auto-Aufkleber oder die Aufkleber für das Handy sind ebenso wie diese prägnanten Aussagen Teil der Initiative. Auch die beiden Stadträtinnen Ingrid Becker (SPD) und Rosemarie Krendlinger (Parteifreie Bürger) waren sehr angetan und versprachen, die Werbemittel weiterzugeben. Becker verwies darauf, wie wichtig der Kontakt zu Schulen sei. Hier bestehe bereits rege Zusammenarbeit, wusste Kleespies. Die Friedberger Mittelschulen beispielsweise zeichnen sich für die Anlage des Demenzgartens bei Pro Seniore verantwortlich.

Residenzleiterin Jeanette Kleespies plädiert für einen Mindestlohn in der Pflege. 3000 Euro brutto könnte sich die Frau mit den kurzen Haaren vorstellen. „Mich würde man auch nicht für viel Geld von hier wegkriegen“, insistiert sie, denn auch sie ist „proud to care“, auch wenn „ich heute mehr die Mitarbeiter pflege“, sagt sie lachend. Angefangen hat sie im Jahr 2012 und war sofort angetan von der liebevollen, familiären Atmosphäre. „Lasst uns gemeinsam nach außen tragen, was wir für einen wunderschönen Beruf haben“, ruft sie unter großem Beifall ihren Mitarbeitern zu.

Pro Seniore will nicht alleine bleiben

Die beiden Hausmöpse Carlos und Rina bellten ihre Gratulation, als Tina Pflügel für 20-jährige Pflege im Haus geehrt wurde. Die alleinerziehende Mutter erhielt von Residenzleiterin Kleespies nicht den üblichen Blumenstrauß, sondern einen Strauß mit Gutscheinen für den Supermarkt. „Das kann sie eher brauchen“, sagt die Leiterin .

Übrigens: Auch wenn die Victor´s Group der Initiator der „Proud to care“-Initiative ist, sind Song, Video und die Werbemittel bewusst neutral gehalten, damit eine bundesweite und übergreifende Bewegung entstehen kann. Alle Träger der Gesundheitsbranche können auf sie zurückgreifen, um eine breite Bewegung in Gang zu setzen. Das übergeordnete Ziel ist, die öffentliche Wahrnehmung auf das zu lenken, was Pflege auch ist: ein schöner, wichtiger und abwechslungsreicher Beruf mit vielen Karrierechancen. „Die Kollegen sind begeistert von dem Musikvideo und ,proud to care’ insgesamt“, zeigt sich Residenzleiterin Jeannette Kleespies zuversichtlich.

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