1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Räte diskutieren über den Einsatz des Bürgerbusses

Ried

01.08.2019

Räte diskutieren über den Einsatz des Bürgerbusses

Wie in Ried die Fahrten des Bürgerbusses organisiert werden, war ein intensiv diskutiertes Thema in der Gemeinderatssitzung.

Der Wagen ist in Ried neu angeschafft worden. Im Hinblick auf die Nutzung und Koordination muss aber noch eine Entscheidung getroffen werden.

Im jüngsten Rieder Gemeinderat entbrannte eine Diskussion über die Einsatzmöglichkeiten des kürzlich vorgestellten Bürgerbusses, der wie berichtet von Sponsorengeldern und Spenden angeschafft worden war.

Um die vonseiten der Bürger gewünschten Einsatzbereiche sowie die Kernzielgruppe – Abfrage auch von Alter und Wohnort – herauszufinden, war von Dezember 2018 bis Januar 2019 eine Bürgerbefragung durchgeführt worden. Von den Fragebögen wurden nur 68 beantwortet. „Ob die Befragung damit als repräsentativ gewertet werden kann, bleibt dahingestellt“, sagte Bürgermeister Erwin Gerstlacher. Es gebe aber keine besonderen Auffälligkeiten, die Idee des Bürgerbusses entspreche somit bestimmt dem Bürgerwillen, so das Gemeindeoberhaupt. Weiter führte er aus, dass bezüglich der Einsatzbereiche festgehalten werden könne, dass gemeindliche oder kulturelle Veranstaltungen und Besorgungsfahrten, beispielsweise zum Einkaufen oder Arzt, am meisten nachgefragt werden. Auch vereinsinterne Nutzungen werden häufig gewünscht. Neben den ohnehin angedachten „festen Linienfahrten“ durch alle Ortsteile wäre somit auch die Vermietung des Busses an Vereine, Organisationen oder Private zu diskutieren.

Spendenbox für den Bürgerbus in Ried als Option

Und das taten die Gemeinderäte dann ausgiebig. Johann Weiß von den Freien Wählern verwies darauf, dass wenn man pro Fahrt auch nur einen Obolus von ein oder zwei Euro verlange, ein Personenbeförderungsschein für die ehrenamtlichen Fahrer nötig sei. Auch Geschäftsführer Andreas Sausenthaler meinte, davon gelesen zu haben. Allerdings sagte er, dass eine Spendenbox helfen könne, dieses Problem zu umgehen. Elisabeth Fischer von der Bürgergemeinschaft verwies auf die Bürgernetze und deren Tip-Verfahren (Trinkgeld) – Spenden werden für Fahrten angenommen. Ingo Lanius von der Lebensqualität schlug vor, die steuerlichen Aspekte über eine Aufwandspauschale abzurechnen. Auch Bürgermeister Gerstlacher plädierte für die Spendenbox.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Elisabeth Fischer führte dann einen Punkt an, der das Fahrtenmanagement betrifft: „Wer koordiniert überhaupt die Fahrten? Braucht das nicht sehr viel Zeit?“ Sausenthaler erklärte, dass die Verwaltung in Kürze den Betrieb in Kissing anschauen wolle „Allerdings haben die eine extra Kraft für das Terminmanagement“, sagte er. Er gab aber auch sehr deutlich der Aussage Ausdruck, dass Individualfahrten des Bürgerbusses die Kapazitäten der Kümmerin übersteigen würden. Darauf erwiderte Kariene Eikelmann von der Bürgergemeinschaft, dass die Menschen aber genau diese Individualfahrten wollten. „Unsere Gesellschaft ist sehr individuell“, sagte sie. „Wenn wir aber nur Linienfahrten anbieten, gewöhnen sie sich vielleicht daran.“ Außerdem seien diese viel ökologischer, so Eikelmann.

Rieder Gemeinderäte wollen sich in den Fraktionen beraten

Josef Kölnsperger von den Freien Wählern schlug vor, einen Verein zu gründen. „Das machen andere Gemeinden auch so“, wusste er. Und: „Als gemeinnütziger Verein sind wir aus dem Thema Steuer raus.“ Auch dachte er an etwaige Verbindungen an die Bahn in Mering. „Vielleicht hätten wir erst über ein Konzept nachdenken sollen, bevor wir den Bus anschaffen“, bereitete Ingo Lanius der Diskussion ein Ende. Er schlug vor, dass die Räte sich interfraktionell beraten und dann werde „vielleicht ein vernünftiger Vorschlag auf den Tisch kommen“. Gerald Modlinger von der Bürgergemeinschaft wollte vor einer Abstimmung noch wissen, was mit dem Bus passiere, solange die Fraktionen sich beraten. Bürgermeister Gerstlacher formulierte dann den Beschluss so, dass der Bus erstmal nur „Linienfahrten“ und gemeindliche Veranstaltungen – diejenigen, die auf der Homepage der Gemeinde stehen – fährt und die Fraktionen bis nach der Sommerpause im September zu einem Ergebnis gekommen sein müssen. Dies wurde einstimmig angenommen.

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit dem Newsletter der Friedberger Allgemeinen.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren