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Friedberg

12.01.2020

Segmüller vergibt 130 Ausbildungsplätze

Junge Auszubildende informierten Schulabgänger beim großen Ausbildungstag von Segmüller in Friedberg.
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Junge Auszubildende informierten Schulabgänger beim großen Ausbildungstag von Segmüller in Friedberg.
Foto: Brigitte Glas

Beim Ausbildungsinfotag wird klar: Das Möbelhaus Segmüller in Friedberg kümmert sich intensiv um ihre Lehrlinge, auch wenn sie Probleme haben.

Viele Betriebe haben Schwierigkeiten, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen – nicht so die Firma Segmüller mit Hauptsitz in Friedberg. Warum das so ist, erklärt Ausbildungsleiter Jürgen Jäger: „Wir bemühen uns um die Auszubildenden und kümmern uns um sie.“ Unter dem Motto „Mit uns die Karriere starten“ veranstaltete das Möbelhaus am Wochenende seinen inzwischen zwölften Ausbildungsinformationstag.

Segmüller hat 4000 Mitarbeiter

4000 Mitarbeiter beschäftigt Segmüller in einem Einrichtungshaus in Friedberg, sechs weiteren in Süddeutschland, einer Polstermöbelproduktion und zwei Zentrallagern. Nachwuchs ist in einem so großen Unternehmen sehr gefragt. Bei Segmüller sind derzeit 300 Jugendliche und junge Erwachsene in Ausbildung. In den nächsten Wochen werden firmenweit für das neue Ausbildungsjahr 130 Ausbildungsplätze vergeben. Damit ist Segmüller einer der größten Ausbildungsbetriebe in Süddeutschland.

Die Auswahl an Lehrstellen ist groß. Schreiner, Polsterer, Dekorationsnäher, Bürokaufmann, Industriekaufmann, Mediengestalter, Fachinformatiker, Lagerist und vieles andere können Schulabgänger lernen. Sie haben die Auswahl unter 19 Ausbildungsberufen. Neu ist der Informations- und Telekommunikation-Systemelektroniker.

Schulabgänger und ihre Eltern machten von der Möglichkeit, sich vor Ort über Voraussetzungen und Ablauf der Lehrzeit zu informieren, regen Gebrauch. Den ganzen Tag über standen nicht nur Jürgen Jäger und weitere langjährige Mitarbeiter, sondern auch Jugendliche, die bei Segmüller in der Ausbildung sind, Rede und Antwort.

Kilian möchte Schreiner bei Segmüller werden

Der 16-jährige Zehntklässler Patrick aus Kissing war mit seiner Mutter gekommen. Der Beruf des Fachinformatikers würde ihn interessieren, und seine Lehrer hatten ihm geraten, sich bei Segmüller zu bewerben. Jäger betonte, dass die Zusammenarbeit mit den Schulen gut funktioniere. So gebe es jedes Jahr Betriebsbesichtigungen und Aktionstage, an denen Schüler auch in Berufe hineinschnuppern können, von denen sie vorher noch nichts wussten. Auch Schülerpraktika seien möglich und sehr erwünscht.

Während viele Interessierte sich gezielt über ihren Wunschberuf informierten, wollten sich andere erst mal einen Überblick verschaffen. So die 15-jährige Melina aus Augsburg, die erst 2021 die Realschule abschließen wird. Eine Entscheidung ist noch nicht in Sicht, aber beide Elternteile begleiten und unterstützen ihre Tochter, den richtigen Beruf zu wählen. Andere Jugendliche kamen allein. Der 14-jährige Kilian war schon auf verschiedenen Jobbörsen und interessierte sich bei Segmüller für den Beruf des Schreiners. Er hat schon in der Werkstatt seines Vaters mitgeholfen.

Bei Segmüller weiß man, Welche Probleme Lehrlinge heute haben

Die Jugendlichen seien heute nicht schlechter als früher, aber anders, meinten Jäger und Michael Kohler, der die Schreiner ausbildet. So sei der Ausbilder heute nicht mehr der „Lehrherr“, der Arbeitsanweisungen gibt, sondern ein „Kümmerer“, der sich aller, auch mal privater Probleme annimmt. Jugendliche hätten heute oft andere Probleme, bedingt auch durch familiäre Konstellationen. Es gebe sowohl „Helikoptereltern“ als auch solche, die sich um nichts kümmern.

Simon ist 20 Jahre alt und stammt aus Eritrea. Er ist im dritten Ausbildungsjahr bei Segmüller in Friedberg.
Foto: Brigitte Glas

„Die Ausbildung des Nachwuchses ist für Segmüller nicht nur eine soziale Verantwortung, sondern auch eine Investition in die Zukunft“, sagte Jäger. Gut geschulte Nachwuchskräfte seien elementarer Bestandteil des Erfolgs. Jägers Ziel ist es, dass jeder Azubi die bestmögliche Ausbildung bekommt. Dazu gehören ausbildungsbegleitende Maßnahmen oder sogar Nachhilfe und Deutschunterricht.

Die Schulnoten seien bei der Einstellung wichtig, aber nicht entscheidend. Eingestellt würden auch Förderschüler, Studienabbrecher oder Geflüchtete. Vor vier Jahren zum Beispiel war der heute 20-jährige Simon allein aus Eritrea nach Deutschland geflohen. Heute ist er im dritten Lehrjahr, macht laut Kohler seine Sache gut und motiviert die anderen Azubis. Er wird wohl übernommen werden, wie 85 Prozent aller Azubis jedes Jahr.

Das sind die Ausbildungsberufe bei Segmüller

  • Verkäufer
  • Kaufmann im Einzelhandel
  • Polsterer
  • Polster- und Dekorationsnäher
  • Tischler/Schreiner
  • Fachkraft im Gastgewerbe
  • Fachmann für Systemgastronomie
  • Kaufmann für Büromanagement
  • Industriekaufmann
  • Fachinformatiker
  • IT-Systemelektroniker
  • Fachlagerist
  • Fachkraft für Lagerlogistik
  • Fachkraft für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice
  • Fotograf für Möbel und Interieur
  • Gestalter für visuelles Marketing
  • Kaufmann für Marketingkommunikation
  • Mediengestalter, Fachrichtung Gestaltung und Technik
  • Kaufmann im E-Commerce

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