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Mering

12.06.2019

Seit 70 Jahren ist die AWO in Mering aktiv

Auf viele Jubiläumsgäste freut sich Ortsvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt Jaromir Prochazka.
Bild: Peter Stöbich

Das Jubiläum feiert die Arbeiterwohlfahrt mit einem großen Fest. Wie der Ortsverein in der Gemeinde entstanden ist und was er bietet.

Ausstellungen und Filmvorführungen, gesellige Skatrunden und kostenlose Rechtsberatung – die Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt (AWO) beim Meringer Bahnhof wird ihrem Namen seit vielen Jahren gerecht. Weil in den Räumen aber nicht genügend Platz ist, um mit allen 160 Mitgliedern und Bürgern das 70-jährige Bestehen zu feiern, lädt der Ortsverein zu seinem Jubiläum nach Sankt Afra ein. Im Alten Wasserhaus wird es am Samstag, 22. Juni, ab 17 Uhr ein großes Grillfest mit Livemusik, Kinderprogramm und einem Rückblick auf die 100-jährige Geschichte des Wohlfahrtsverbandes geben.

„In Zeiten bitterster Not war es bei unserer Gründung die wichtigste Aufgabe, die vielen Bedürftigen mit Lebensmitteln und Bekleidung zu versorgen“, sagt Ortsvorsitzender Jaromir Prochazka. „Eine Wärmestube bildete viele Jahre die zentrale Stelle zur Bewältigung dieser Aufgabe.“ Anlässlich einer Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins wurde die Meringer AWO im Juni 1948 ins Leben gerufen und zunächst von Karl Schmid und Rudolf Maier geführt.

Die Begegnungsstätte in Mering wurde 1973 geschaffen

Ab 1953 übernahm Margarethe Postenrieder drei Jahrzehnte lang den Vorsitz. Ihren Kontakten verdankten es damals viele Bürger, dass sie aus Amerika zentnerweise Lebensmittel in sogenannten Care-Paketen bekamen.

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Ende der 1950er Jahre organisierte der Ortsverein die ersten Kindererholungen, die sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreuen. Weil Sankt Afra damals noch außerhalb des eigentlichen Gemeindegebiets lag, gründeten die Bewohner dort einen eigenen AWO-Ableger, schlossen sich aber 2011 dem Meringer Verband an. Um die Betreuung der Mitglieder weiterhin zu gewährleisten, wurde in Sankt Afra ein Stützpunkt eingerichtet.

„Durch den Erwerb des ehemaligen Wasserhauses an der Luitpoldstraße für 7000 D-Mark konnten wir 1973 mit viel Eigenleistung eine Begegnungsstätte schaffen“, berichtet Prochazka. Sie wurde 1996 erweitert und bietet heute Platz für zahlreiche Veranstaltungen, vom Kreisseniorennachmittag über Sprachunterricht für Flüchtlinge bis zum Computer-Kurs. Zum regelmäßigen Erfahrungsaustausch treffen sich Jung und Alt, um einander bei Hard- und Softwareproblemen zu helfen. „Diese Treffen jeden zweiten Donnerstagabend im Monat sind offen für alle interessierten Bürger“, so der Vorsitzende. Auch das Meringer Bürgernetz oder die Fotofreunde nutzen gern die Räume in der Begegnungsstätte.

Bei der Jubiläumsfeier gibt es einen Rückblick

Ausflüge, Gedächtnistraining, Schafkopfen und vieles mehr stehen auf dem Programm der AWO, die ein Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege mit rund 210.000 hauptamtlichen Mitarbeitern ist. Am 13. Dezember 1919 war die Arbeiterwohlfahrt auf Initiative von Marie Juchacz gegründet worden, geprägt durch die leidvollen Erfahrungen während des Ersten Weltkrieges.

„100 Jahre Frauen in der Politik“ nennt Jürgen Schwilski seinen Rückblick, den er bei der Jubiläumsfeier am 22. Juni halten wird. Juchacz, die zu den ersten Frauen in der Nationalversammlung gehörte, kämpfte für das Frauenwahlrecht, leistete Widerstand gegen die Nationalsozialisten, musste ins Exil fliehen und setzte sich ihr Leben lang für diejenigen ein, die in der Gesellschaft keine Stimme hatten.

Die Motive ihres Wirkens fasste sie im Jahr 1927 so zusammen: „Der Gedanke der Solidarität, der alle Zweige der Arbeiterbewegung so wundervoll belebt, ist auch die Triebfeder unseres gemeinsamen Handelns zum Wohle hilfsbedürftiger Menschen. Der Starke soll mit eintreten für den Schwachen zum Wohle des Ganzen.“

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