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Friedberger Zeit

12.07.2016

Sicherheit ist das oberste Gebot

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3 Bilder
In schwindelerregender Höhe zeigt die 14-jährige Daniela Wöger ihre Vertikaltuchakrobatik – natürlich nur, wenn die äußeren Bedingungen passen.
Bild: Peter Kleist

Die Gruppe „Artistica“ begeistert Zuschauer mit Jonglage, Vertikaltuchartistik und Feuershow. Dahinter steckt viel Training, Mut und vor allem das Befolgen von klaren Anweisungen.

Sie sind eine der neuen Attraktionen des Friedberger Altstadtfestes: Die acht Mädchen und zwei Herren der Gruppe „Artistica“, die mit Jonglage, Vertikaltuchartistik und Feuershow am Friedberger Berg die Besucher in ihren Bann ziehen. Vor allem die Feuershow und das, was die 14-Jahre alte Daniela Wöger in schwindelerregender Höhe an den beiden Vertikaltüchern zeigt, lässt manchem den Atem stocken.

Was so spielerisch aussieht, ist das Resultat langer, harter Trainingsarbeit, wie Ralph Wöger, der Leiter der Gruppe, erklärte. Seit September 2015 wird an dieser Stadtfestchoreografie mit dem Namen „Der Kreis des Lebens“ gearbeitet.

Warum Lampenfieber wichtig ist

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Entstanden ist dieses Ensemble aus dem Wahlfach Artistik der Konradin-Realschule Friedberg, aus dem sich dann eine Trainingsgemeinschaft mit dem TSV Friedberg entwickelte. „Viele Mädchen waren beim TSV, wir konnten die Stunden zusammenlegen und so intensiver trainieren“, so Wöger. Seine 14-jährige Tochter Daniela übernimmt einen der Hauptparts der Show – die Vertikaltuchartistik. Neun Meter hoch ist das Tuch, das am „Eingangstor“ zur Festzone befestigt ist bis auf knapp acht Meter Höhe klettert der erwachsen wirkende Teenager nach oben. „Mit war schon ein bisschen mulmig, denn im Freien ist schon etwas anderes als in der Halle – aber das geht schon“, meinte Daniela Wöger, die vor dem Auftritt auch Lampenfieber hatte.

Ihr Vater betonte, dass das extrem wichtig sei. „Wer ohne Lampenfieber da rauf klettert, dem unterlaufen Fehler“, so Ralph Wöger. „Und runterfallen ist das, was einfach nicht passieren darf, denn unten ist Asphalt“, meinte er weiter. „Ich würde sie nicht ans Tuch lassen, wenn ich nicht wüsste, dass sie es nicht könnte und dass sie zu hundertfünfzig Prozent konzentiert ist“, betonte Wöger. Die 14-Jährige, die auch davon profitiert, dass sie seit neun Jahren Rhythmische Gymnastik betreibt und so auch den Spagat in den Tüchern zeigen kann, hat sich die nötige Technik selbst beigebracht. Mit den Füßen werden beim Klettern beide Tücher umklammert, was der Absicherung dient. Würde sie sich unsicher fühlen, würde sie nicht nach oben klettern, erzählte sie.

Für die Feuershow gibt es besondere Vorkehrungen

Was für Daniela Wöger gilt, gilt auch für die anderen Mädchen bei der Feuershow. Auch dahinter stecke viel „normales“ Jonglage-Training, ehe man sich an die Feuerelemente heranwagen darf. Die jüngste im Bunde, die zwölf Jahre alte Elena Mack, war ursprünglich nicht für diese Elemente vorgesehen – doch sie sei so gut, dass sie mitmachen kann. „Niemand muss bei uns etwas machen, was er sich nicht zutraut“, so Wöger, der gerade im Umgang mit dem Feuer betont, wie penibel hier auf die Sicherheit geachtet wird. Die Mädchen tragen Koptücher, um die Haare zu schützen. „Wir haben alle möglichen Vorkehrungen getroffen, es stehen Löschdecken, Feuerlöscher und Wasser sowie Feuerwehrleute parat und die Elemente werden sofort nach dem Gebrauch abgelöscht“, berichtete Ralph Wöger. Einen Unfall wie am Wochenende in Hohenaltheim, als sieben Menschen bei einer Feuershow verletzt wurden, schließt Ralph Wöger für sein Team aus. „Ich traue mich nicht, den Unfall zu kommentieren, aber wir verwenden andere brennbare Substanzen“, so Wöger. Wogegen man kaum etwas machen könne, seien die „unvernünftigen Festbesucher, die meinen, sie müssten jetzt durch die Szenerie rennen, weil sie unbedingt irgendwohin wollen.“

Bei der Sicherheit wurde nachgebessert

Jedenfalls hat man auch in Friedberg reagiert, die Dosen mit Brennpaste, die das Showgelände abgrenzen sollten, werden nicht mehr aufgestellt, die Zahl der Helfer und Feuerwehrleute wurde erhöht. Wie sehr auf die Sicherheit geachtet wird, zeigte sich daran, dass am Montagabend die Show ausfiel – da es regnete, waren die Tücher zu nass, so dass die Vertikaltuchakrobatik nicht gezeigt werden konnte.

An den Nachbesserungen haben auch Stadt und Sicherheitskräfte gearbeitet, die sich täglich zu einer Lagebesprechung treffen. Dort wurde entschieden, dass das Uhrentheater La Tal wegen des Regens verkürzt wird und dass das Bogenschießen wegen des Winds ausfällt. Für den Fall, dass eine Unwetterwarnung ausgegeben werden muss oder dass Festbesucher evakuiert werden müssen, hat die Stadt eine Lautsprecheranlage aufbauen lassen. Zudem sind die Abstände zwischen den Ständen größer geworden, damit Einsatzfahrzeuge im Notfall genügend Platz haben. „Sicherheit hat trotz Historientreue erste Priorität“, betont Organisator Frank Büschel. Deswegen mussten auch die hölzernen Aufbauten der Bäckertaufenbühne und des Prangers Metallgerüsten weichen.

„Artistica“ ist bei gutem Wetter heute und am Samstag jeweils um 22 Uhr am Friedberger Berg zu sehen. Mitwirkende sind: Ralph Wöger, Daniel Seyler, Daniela Wöger, Maike und Svenja Schiffelholz, Magdalena Oberlander, Julia Brem, Katja, Corinna und Elena Mack.

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